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Synergien und Partnerschaften

Synergien zwischen öffentlicher Politik und Programmen

In den letzten Jahren, vor allem seit dem Ausbau der Ganztagsschulen, zielen etliche politischen Strategien und Förderprogramme darauf ab, dass Schulen, Träger der kulturellen Bildung und Kulturträger zusammenarbeiten, um mehr und bessere kulturelle Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche zu machen (vgl. Stellungnahme der Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung vom März 2015 Kulturelle Bildung ist Koproduktion. Außerschulische und schulische Kulturelle Bildung wirksam entfalten.  

Entsprechende Strategien und Programme wurden bereits unter ‚Nationale Strategie zu Kreativität und Kultur für Jugendliche‘, ‚Förderung von Kultur und kultureller Teilhabe‘ und ‚Entwicklung kultureller und kreativer Kompetenzen‘ beschrieben. Umfassende Evaluationen und Datenquellen, die die Wirksamkeit dieser Kooperationen untermauern könnten, stehen bisher aus.

Es gibt nur wenige Strategien, die die Abstimmung und Koordination dieser Programme unter den zuständigen Ministerien und Behörden sichert. Auf Bundesebene gibt es dazu keine institutionalisierten Abstimmungen. Diese sind am ehesten dann der Fall, wenn auf Bundesländerebene oder kommunaler Ebene Gesamtkonzepte, also Strategien bestehen, die eine entsprechende Zusammenarbeit und Austausch organisieren. Siehe dazu Verwaltung und Steuerung > Ressortübergreifende Zusammenarbeit.

Partnerschaften zwischen Kultur- und Kreativbereich, Jugendorganisationen und Jugendarbeit

Da kulturelle Kinder- und Jugendbildung in Deutschland genuiner Teil von Jugendarbeit ist, sind Partnerschaften zwischen dem Kultursektor und der Jugendarbeit alltäglich. Sehr oft arbeiten Organisationen und Einrichtungen auf der lokalen Ebene zusammen – Jugendarbeit mit Theatern Museen, Filmschaffenden oder Künstlerinnen und Künstlern zusammen. Die jeweiligen Dachorganisationen aus Kultur- und Jugendbereich sind gemeinsam in der Bundesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. sowie im Deutschen Kulturrat e.V. bundesweit organisiert. 

Die Zusammenarbeit möglichst vieler verschiedener Partner wird durch ein bundesweites Programm gefördert:

Kultur macht stark - Bündnisse für Bildung

Das Sonderprogramm des Bundes Kultur macht stark - Bündnisse für Bildung, das zunächst von 2013 bis 2017 lief und nun von 2018 bis 2022 verlängert wurde, unterstützt deutschlandweit lokale Bündnisse für Bildung. In diesen Bildungsbündnissen schließen sich vor Ort unterschiedliche Akteure zusammen (zum Beispiel Musikgruppen, Sportvereine, Stiftungen, Bibliotheken, Theater- und Jugendgruppen und Schulen oder Kitas), um bildungsbenachteiligten Kindern durch außerschulische und außerunterrichtliche Angebote verschiedene Bereiche der kulturellen Bildung näherzubringen. Das Programm will bildungsbenachteiligte Familien erreichen und ihnen weitere Bildungschancen eröffnen sowie eine tragfähige Vernetzung unterschiedlicher Bildungsakteure auf lokaler Ebene und gesellschaftliches Engagement für (kulturelle) Bildung fördern. Da das Bundesministerium für Bildung und Forschung keine Zuständigkeit für die Schulen hat, wird das Programm durch 35 bundesweit tätige Verbände und Initiativen der außerschulischen Bildung umgesetzt. Siehe auch Nationale Strategie zu Kreativität und Kultur für Jugendliche.

Partnerschaft zwischen Schulen, Kultur- und Kreativarbeit und Jugendarbeit

Während die Zusammenarbeit zwischen dem Kultur- und Jugendsektor in Deutschland nicht ungewöhnlich ist, wurden eigene Anstrengungen unternommen, um die Zusammenarbeit des Kultur- und Jugendsektors mit Schulen zu fördern. Einige Beispiele auf Länderebene: 

  • Hessen: Das Büro Kulturelle Bildung des Hessischen Kultusministeriums unterstützt und vernetzt Schulen, die im kulturellen Bereich einen besonderen Schwerpunkt gesetzt haben (z.B. Musikalische Grundschulen, Schulen mit Schwerpunkt Musik, KulturSchulen), berät weitere Schulen auf dem Weg zur Entwicklung eines kulturellen Profils, bietet ein eigenes landesweites Programm zur Verbesserung der Unterrichtsqualität („Kreative Unterrichtspraxis") für alle Schulformen an, fördert künstlerische Aktivitäten von Schülerinnen und Schülern, berät und unterstützt Schulen bei Kooperationen mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Kulturschaffenden und kooperiert mit Institutionen und Verbänden der kulturellen Bildung in Hessen. Außerdem werden über das Modellprojekt „Kulturkoffer“ Fördermittel des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK) zum flächendeckenden Ausbau der kulturellen Bildungslandschaft im gesamten Bundesland bereitgestellt, um allen Kindern und Jugendlichen in Hessen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihres Wohnorts oder Umfelds Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen.
  • Nordrhein-Westfalen: Durch Förderprogramme und gezielte Projekte vor allem im Jugend-, Kultur- und Schulbereich unterstützt die Landesregierung den weiteren Ausbau der kulturellen Bildung in Nordrhein-Westfalen In Nordrhein-Westfalen haben die für Jugend, Kultur und Schule zuständigen Landesministerien die gemeinsam getragene Arbeitsstelle Kulturelle Bildung NRW gebildet. Die Arbeitsstelle berät und begleitet Kommunen, Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit dabei, kulturelle Bildungsangebote für alle Kinder und Jugendlichen zu entwickeln und auf kommunaler Ebene sinnvoll zu vernetzen. Sie unterstützt landesweit Kommunen und Kreise unter anderem dabei, ihre Gesamtkonzepte für kulturelle Bildung auszubauen.
  • Brandenburg: Seit 2011 gibt es das Konzept Kulturelle Bildung des Landes Brandenburg (PDF, 185 KB), welches u.a. zur Stärkung und Vernetzung der bestehenden Träger, Einbindung von kulturellen Angeboten in Schulen und Schaffung eines eigenen Jugendkunstschulgesetzes versus Integration in das Musikschulgesetz beiträgt.  Seit 2011 gibt es außerdem die Online-Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg, eine Servicestelle für Akteure kultureller Bildung. Die Servicestelle vernetzt und qualifiziert Akteure und potentielle Partner, initiiert und begleitet Projekte, berät zu verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten und bietet bedarfsorientierte Weiterbildungs- und Vernetzungsveranstaltungen an.
  • Baden-Württemberg: 2015 startete das landesweite Modellprojekt Kulturschule 2020 Baden-Württemberg des Kultusministeriums Baden-Württemberg und der Karl Schlecht Stiftung. Zehn verschiedene Schulen wurden in das Projekt aufgenommen und werden seit 2015 für insgesamt fünf Jahre jährlich mit 10.000 Euro gefördert, um ihr kulturelles Schulprofil auszubauen. Die Schulen erarbeiten einen „Kulturfahrplan“, der sie bei diesem Prozess unterstützt. Aus den Projekten soll ein Leitfaden mit Erfolgsbeispielen der kulturschaffenden Unterrichtspraxis entstehen, der anderen Schulen in Baden-Württemberg als Empfehlung für die eigene kulturelle Arbeit dienen soll.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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