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Praktika und Ausbildung

Grundsätzlich verfügt Deutschland über eine große Bandbreite von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten zur Umsetzung der zentralen Empfehlung der EU-Jugendgarantie.

Offizielle Richtlinien für Praktika und Lehrstellen

Rechtliche Rahmenbedingungen

Das Berufsbildungsgesetz definiert die Vorschriften, Ziele und Anwendungsbereiche der Berufsbildung in Deutschland, unter anderem die Pflicht zum Abschluss eines Ausbildungsvertrages, die Art, Gliederung und das Ziel der Berufsausbildung sowie den Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung.

Weitere wichtige Gesetze für die berufliche Bildung:

Zudem greifen für die schulische Ausbildung die jeweils gültigen Schulgesetze der Bundesländer.

Für das duale Berufsbildungssystem gilt die Ausbildungsordnung (PDF 697 KB) als Standard für die betriebliche Ausbildung, für den schulischen Teil der Ausbildung ist es der Rahmenlehrplan. Ausbildungsordnungen kombinieren Berufsbild, Ausbildungs- und Prüfungsstandard. Sie definieren die Bezeichnung des Ausbildungsberufes, die Dauer der Ausbildung, in der Ausbildung erworbene Kompetenzen, den Ausbildungsrahmenplan sowie Prüfungsanforderungen. Rahmenlehrpläne bilden die Grundlage für den Unterricht an Berufsschulen. Sie sind mit den Ausbildungsordnungen für die Ausbildung im Betrieb abgestimmt. Beispiele für Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrpläne für Ausbildungsberufe gibt es auf der Webseite von GOVET, dem deutschen Büro für die internationale Berufsbildungszusammenarbeit.

Praktika

Für Praktika (PDF 2 MB) gibt es keine verbindliche gesetzliche Definition. Praktikant(inn)en im Sinne des § 26 des Berufsbildungsgesetzes gelten als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sinn des Praktikums ist es, einen Einblick in die berufliche Praxis zu erhalten, Abläufe kennenzulernen und auch Fachkenntnisse zu erlangen. Der in der Regel abgeschlossene Praktikumsvertrag enthält die Ausbildungsziele, Beginn und Dauer des Praktikums sowie Regelungen zur Arbeitszeit, dem Urlaubsanspruch und dem Praktikumsgehalt.

Jugendliche ab 18 Jahren, die ein Praktikum machen, haben seit 2015 Anspruch auf den Mindestlohn, wenn das Praktikum länger als drei Monate dauert. § 22 des Gesetzes zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns regelt den Anwendungsbereich, der auch Praktikant(inn)en umfasst. Praktikant(inn)en, die dem Mindestlohn unterliegen, sind steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Schüler/-innen können in der 9. oder 10. Klasse ein sogenanntes Schülerpraktikum machen.

Für Studierende sind Praktika in vielen Studienordnungen vorgeschrieben (Pflichtpraktikum). Viele müssen vor dem Studium bereits ein Praktikum absolvieren – das sogenannte Vorpraktikum. Andere Studierende machen ein freiwilliges Praktikum. Pflichtpraktika während eines Studiums gelten als Teil des Studiums. Daher müssen keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Für ein Pflichtpraktikum besteht kein Vergütungsanspruch.

Ausbildung

Auszubildende erhalten in ihrer Ausbildung eine Ausbildungsvergütung. Sie fällt je nach Branche unterschiedlich aus. Beispiele:

Auszubildende zahlen während ihrer Ausbildung Beiträge zu allen Zweigen der Sozialversicherung (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung). Die Unfallversicherung wird vom Arbeitgeber getragen. Eine Ausnahme gilt nur, wenn die monatliche Vergütung bis zu 325 Euro beträgt. Dann kommt der Arbeitgeber für sämtliche Sozialversicherungsbeiträge allein auf. Ob Auszubildende Steuern zahlen, hängt von der Höhe der Ausbildungsvergütung und der Lohnsteuerklasse ab.

Der Bund unterstützt aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit Auszubildende, die eine betriebliche oder außerbetriebliche, aber nicht schulische, Berufsausbildung absolvieren, bei Bedarf durch Zahlung einer Berufsausbildungsbeihilfe. Ist-Ausgaben 2018: 279,19 Millionen EUR.

Je nach finanzieller Lage können Auszubildende, die eine schulische Ausbildung absolvieren, Ausbildungsförderung gemäß Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen zu den Rechten und Pflichten während der Berufsausbildung gibt es in der gleichnamigen Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (PDF 2,7 MB).

Zusammenarbeit mit Sozialpartnern

Der Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs (Ausbildungspakt) 2004 bis 2014 fand seine Fortsetzung in der Allianz für Aus- und Weiterbildung. Hier engagierten sich bis 2018 der Bund, die Bundesagentur für Arbeit, die Bundesländer, die Wirtschaft und die Gewerkschaften für ein qualitativ hochwertiges duales Ausbildungssystem, um leistungsstarke Jugendliche, junge Menschen mit schlechteren Startchancen, Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie Menschen mit Behinderung gleichermaßen in betriebliche Ausbildung zu integrieren. Der aktuelle Koalitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode (2017 – 2021) sieht die Weiterführung der Allianz für Aus- und Weiterbildung vor, unter anderem um die assistierte Ausbildung bundesweit auszubauen und die ausbildungsbegleitenden Hilfen zu stärken.

Besondere Zielgruppen

NEETs, junge Migrant(inn)en / junge Menschen mit Migrationshintergrund, junge Flüchtlinge, junge Menschen aus sozialschwachen Verhältnissen (ohne oder mit einem schwachen Hauptschulabschluss), junge Menschen aus benachteiligten Familien, mit Beeinträchtigungen und sonderpädagogischem Förderbedarf

Verbindung zur EU-Jugendgarantie

Im Rahmen der Umsetzung der Jugendgarantie wurden Maßnahmen wie die assistierte Ausbildung (2015) und das Angebot der ausbildungsbegleitenden Hilfen (2015) eingeführt, andere, wie die Zusammenarbeit der Jugendberufsagenturen, verstärkt. Die von der EU-Jugendgarantie vorgeschlagenen Empfehlungen wurden in Deutschland weitestgehend aufgegriffen und umgesetzt. Die gesetzlich vorgeschriebenen Vermittlungsdienste wurden bei verschiedenen Gelegenheiten angepasst. Weitere Informationen dazu gibt es in der Bewertung der Umsetzung der EU-Jugendgarantie in Deutschland (Mai 2018, PDF 783 KB).

Förderung von Praktika und Ausbildung

Jugendliche können sich grundsätzlich bei der Berufsberatung der Agenturen für Arbeit über ihre beruflichen Möglichkeiten informieren. Über Vorträge, Messen und Informationsveranstaltungen zur Berufsbildung können sie darüber hinaus Informationen einholen oder auch in Erstkontakt mit Ausbildungsbetrieben treten, zum Beispiel über die Website planet-beruf.de der Bundesagentur für Arbeit.

Informationen zu weiteren Online-Beratungsangeboten gibt es im Youth-Wiki-Kapitel Beschäftigung und Unternehmergeist unter Berufsorientierungs- und -beratungsdienste.

Mithilfe verschiedener Kampagnen und Aktionen wird auf Bundes- und Landesebene für die berufliche Ausbildung und die Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen geworben.

  • Bundesebene

    Im Rahmen der Fachkräfteoffensive der Bundesregierung wird unter anderem für die Gewinnung und Ausbildung von akademischem Nachwuchs durch Werksstudentenverträge, Stipendien oder Trainee-Programme geworben. Die Allianz für Aus- und Weiterbildung setzt sich zudem für die Schaffung von mehr betrieblichen Ausbildungsplätzen ein und möchte insbesondere Klein- und Kleinstbetriebe mit geeigneten Maßnahmen bei der Ausbildung unterstützen.

    Auswahl von Bundesprogrammen:

    • Programm „Zukunftsstarter“ als Fortsetzung des Kampagne „Ausbildung wird was - Spätstarter gesucht“: Gemeinsame Initiative des BMAS, der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Verwaltungsrates der BA mit dem Ziel, bis Ende 2020 120.000 junge Teilnehmende für eine Aus- und Weiterbildung mit dem Ziel eines Berufsabschlusses zu gewinnen.
    • Förderprogramm JOBSTARTER plus (2015 - 2019) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF): Es stärkt die duale Berufsausbildung in Deutschland. Es fördert Projekte im Bereich Übergang Schule-Ausbildung. Fördervolumen: 109 Millionen Euro, davon 61 Millionen Euro ESF-Mittel.
    • Mit der Initiative VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft soll dem drohenden Ausbildungsabbruch Jugendlicher vorgebeugt werden. Ehrenamtliche Fachkräfte im Ruhestand, sogenannte Senior Experts, werden geschult und unterstützen die Jugendlichen in der Ausbildung. Ist-Ausgaben 2018: rund 3,5 Millionen Euro.
    • Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit unterstützt das ESF-Programm „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf“. Ziel: Nachhaltigkeitsstrategien in die Berufsbildung integrieren. Fördersumme 2019-2022: rund 9,5 Millionen Euro aus ESF-Mitteln und rund 7,7 Millionen Euro aus Bundesmitteln.
    • Um Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz erhalten haben, ein Angebot zu machen, wurde das sogenannte 4-Wellen-Modell zur Nachvermittlung (PDF 122 KB) entwickelt. 2015 begann das Verfahren mit der 4. Welle, das unter anderem vorsieht, dass jedem vermittlungsbereiten Jugendlichen, der zum 30. September noch keinen Ausbildungsplatz hat, drei Angebote für eine betriebliche Ausbildung gemacht werden.
    • Im formalen Bereich gibt es das Berufsvorbereitungsjahr, das Berufsgrundbildungsjahr und berufsvorbereitende Maßnahmen für Jugendliche ohne Schulabschluss. 2015 wurde im Zusammenhang mit der Umsetzung der Jugendgarantie das Konzept der assistierten Ausbildung im Sozialgesetzbuch III (§ 130) verankert. Es richtet sich insbesondere an Jugendliche ohne oder mit schwachem Schulabschluss und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Während der Ausbildung werden die Jugendlichen sowie der Ausbildungsbetrieb von einem Bildungsträger unterstützt. Ist-Ausgaben Assistierte Ausbildung 2018: 63,86 Millionen Euro (SGB III und SGB II).

    Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt Betriebe und Unternehmen durch

    • Zuschüsse im Rahmen von Einstiegsqualifizierungen, um junge Menschen an eine Ausbildung heranzuführen: Betriebe, in denen Jugendliche sich auf eine Berufsausbildung vorbereiten können, können auf Antrag einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung der Jugendlichen erhalten. Ist-Ausgaben Einstiegsqualifizierung 2018 (SGB III und II): 48,25 Millionen Euro.
    • die Übernahme von Kosten bei Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung: Die Agentur für Arbeit übernimmt Kosten für die Teilnehmer/-innen, die in einem Betrieb an einer Maßnahme zur Feststellung beruflicher Kenntnisse teilnehmen.
    • ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) auch als Maßnahme im Rahmen der Umsetzung der Jugendgarantie: Die Agentur für Arbeit übernimmt die Kosten für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen, wenn Betriebe förderbedürftige Jugendliche mit Sprach- und Bildungsdefiziten ausbilden und dafür individuelle Maßnahmenpakete benötigen. Ist-Ausgaben 2018 (SGB III und II): 100,32 Millionen Euro.
    • die Übernahme von Kosten im Rahmen einer assistierten Ausbildung: Betriebe werden bei der Verwaltung, Organisation und Durchführung der Ausbildung unterstützt und im Betriebsalltag zur Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses von einem beauftragten Bildungsträger begleitet. Die Kosten dafür tragen die Agenturen für Arbeit bzw. Jobcenter.
  • Länderebene (Beispiele)

    Länderebene (Beispiele)

    • Kampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, der Industrie- und Handelskammern in Bayern (BIHK) sowie der bayerischen Handwerkskammern (HWK). Ziel: weist auf die breite Vielfalt an Ausbildungsberufen in Deutschland hin.
    • Das Land Sachsen-Anhalt hat das Landesprogramm „Zukunftschance Assistierte Ausbildung“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Jugendliche mit schwierigen Ausgangsbedingungen und hohem Förderbedarf durch entsprechende Vorbereitung und intensive sozialpädagogische Begleitung darin unterstützen, erfolgreich eine reguläre Ausbildung zu absolvieren. Grundlage dafür ist das Sozialgesetzbuch III §130.
    • Die Kampagne “Brandenburg will Dich! Hier hat Ausbildung Zukunft” des Landes Brandenburg (Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie) sowie Partnern des Brandenburger Ausbildungskonsens wurde Anfang des Ausbildungsjahres 2017/2018 gestartet, um junge Leute ohne Ausbildungsplatz dazu zu bewegen, eine Ausbildung im Land Brandenburg zu beginnen.
  • Initiativen anderer Akteure

Informationen zu Initiativen, Kampagnen und Veranstaltungen gibt es auch in den folgenden Bereichen des Youth-Wiki-Kapitels Beschäftigung und Unternehmergeist:

Anerkennung von Lernergebnissen

Praktika

Im Rahmen eines Schülerpraktikums legen Schüler/-innen zur Dokumentation eine Praktikumsmappe an. Dort dokumentieren sie Inhalte und Abläufe während des Praktikums sowie die Arbeitserfahrungen. Schülerpraktikant(inn)en erhalten eine Praktikumsbestätigung, die Teil der Praktikumsmappe ist.

Studierende, die ein Pflichtpraktikum absolvieren, müssen laut Prüfungsordnung meist auch einen Praktikumsbericht verfassen. Dieser bildet die Grundlage für den Leistungsnachweis.

Für freiwillige Praktika gibt es keine Vorgaben, was die Dokumentation des Praktikums betrifft. Da Praktikant(inn)en im Sinne des § 26 des Berufsbildungsgesetzes als Arbeitnehmer/-innen gelten, haben sie auch Anspruch auf ein Praktikumszeugnis.

Ausbildung

Jugendliche, die eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf machen, absolvieren am Ende der Ausbildung eine Prüfung. Dies ist im § 37 des Berufsbildungsgesetzes geregelt. Gemäß § 16 Berufsbildungsgesetz erhalten Auszubildende bei Bestehen der Prüfung ein Ausbildungszeugnis, auf Antrag auch eine englischsprachige und eine französischsprachige Übersetzung. Im Gesetz heißt es auch, dass „zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten … gesondert geprüft und bescheinigt“ werden. Das Ausbildungszeugnis ist erforderlich, um sich für einen Arbeitsplatz zu bewerben.

§ 14 des Berufsbildungsgesetzes besagt, dass Auszubildende im Rahmen ihrer Ausbildung ein Berichtsheft führen müssen, soweit dies dort verlangt wird. Der ordnungsgemäß geführte Ausbildungsnachweis ist Zulassungsvoraussetzung zur Abschluss- bzw. Gesellenprüfung. In diesem Ausbildungsnachweis halten Auszubildende fest, welche Tätigkeiten sie in der Ausbildung ausgeführt werden. Die Auszubildenden können die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten selbst reflektieren und den erreichten Stand der Ausbildung aus ihrer Sicht einschätzen.

Informationen zu Prüfungen und Zertifikate in der beruflichen Bildung bietet der einführende Beitrag von E. Severing (PDF 410 KB).

Zum Thema der Bewertung von non-formal und informell erworbenen Kenntnissen und Fertigkeiten gibt es weiterführende Informationen im Länderbericht zu Deutschland der europäischen Bestandsaufnahme zur Bewertung von non-formalem und informellem Lernen (European inventory on validation of non-formal and informal learning, S. 6 f.; PDF 1,1 MB)

ECVET

ECVET wird hauptsächlich im Kontext internationaler Mobilität eingesetzt. Eine nationale Kontaktstelle berät zu Fragen der Nutzung und des Einsatzes des ECVET-Systems in Programmen und Maßnahmen der internationalen Mobilität.

Finanzierung

Die duale Berufsausbildung wird sowohl aus öffentlichen Mitteln – dem Bundeshaushalt und den Bundesländerhaushalten – als auch privaten Mitteln finanziert, weil Ausbildungsbetriebe selbst in Form von Ausbildungsvergütungen, Personalkosten für Ausbildungspersonal und Sachmittel investieren. Informationen zu den öffentlichen Aufwendungen (2001-2018) für die berufliche Ausbildung bietet der Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2019, S. 273 ff.; PDF 8 MB).

Informationen zur Finanzierung im Bereich der beruflichen Bildung bieten zudem die folgenden Bereiche des Youth-Wiki-Kapitels Beschäftigung und Unternehmergeist:

Mithilfe des Europäischen Sozialfonds (PDF 7,1 MB) werden im Förderzeitraum 2014-2020 unter anderem Programme gefördert, die zur Sicherung des Fachkräftebedarfs beitragen, die Selbständigkeit, den Unternehmergeist und Unternehmensgründungen fördern, der Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben dienen und das Bildungsniveau verbessern.

Qualitätssicherung

Deutschland hat im Nachgang zur Ratsempfehlung über einen Qualitätsrahmen für Praktika keine spezifische qualitätsbezogene Gesetzgebung verabschiedet. Bestehende Regelungen (Berufsbildungsgesetz, Handwerksordnungen, Ausbildungsordnungen decken größtenteils die Empfehlungen ab und setzen Mindeststandards. Darüber hinaus gibt es betriebsinterne Regelungen über die Umsetzung und Begleitung von Qualitätssicherungsprozessen im Rahmen der Ausbildung und bei Praktika. Schüler- oder Pflichtpraktika sind durch Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnungen geregelt. Das 2015 verabschiedete Gesetz über den Mindestlohn betrifft auch Praktikant(inn)en. Informationen zu gesetzlichen Regelungen für Praktika und Ausbildung gibt es im Bereich „Offizielle Richtlinien zu Praktika und Ausbildung“ des Youth-Wiki-Kapitels Beschäftigung und Unternehmergeist.

Durch die Zuständigkeit der Länder für Berufsschule und vollzeitschulische Berufsbildung besteht zwischen den Bundesländern ein unterschiedlicher Entwicklungsstand der Qualitätssicherung. Es gibt vielfältige Maßnahmen der Qualitätssicherung (Einzelinitiativen von Schulen; Modellversu-che/Wettbewerbe) und eigene Qualitätsagenturen / Qualitätsrahmen. Das Thema Qualitätssicherung ist in der Schulgesetzgebung der Bundesländer verankert. Die angewandten Qualitätssicherungssysteme sind vor allem angelehnt an Q2E, EFQM oder ISO. Teilweise werden interne/externe Evaluationen durchgeführt. Die Bundesländer haben ihre eigene Bildungsberichterstattung.

Anlauf- und Servicestelle für Fragen rund um das Thema Qualitätssicherung und -entwicklung in der beruflichen Bildung ist die Deutsche Referenzstelle für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung DEQA-VET beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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