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Nationale Strategie zur Erhöhung der Jugendbeteiligung

Bestehen einer nationalen Strategie, um die Jugendbeteiligung am politischen und zivilgesellschaftlichen Leben zu erhöhen

Die Jugendstrategie der Bundesregierung

Mit ihrer gemeinsamen Strategie (PDF, 12,5 MB) zeigt die Bundesregierung, dass sie die Interessen und Bedürfnisse der jungen Generation berücksichtigt. Die Jugendstrategie umfasst 163 Maßnahmen in neun Handlungsfeldern. Alle Ressorts sind dabei beteiligt.

Umfang und Inhalt

Ob bedarfsgerechter Nahverkehr, schnelles Internet, bezahlbare Mieten oder wirksamer Klimaschutz - Maßnahmen in allen Politikfeldern können Auswirkungen auf die junge Generation haben. Daher hat die Bundesregierung unter Federführung des Bundesjugendministeriums gemeinsam mit allen Ressorts eine Jugendstrategie entwickelt. Bei der Entwicklung der Jugendstrategie wurden junge Menschen als Expertinnen und Experten in eigener Sache beteiligt. Viele von ihnen brachten ihre Vorstellungen und Wünsche ein bei den JugendPolitikTagen (PDF, 1,92 MB), in themenspezifischen Audits oder via Online-Konsultation. Es gibt neun jugendrelevante Handlungsfelder:

  • Zukunft, Generationendialog & Jugendbilder
  • Beteiligung, Engagement und Demokratie
  • Stadt und Land, Wohnen und Kultur
  • Vielfalt & Teilhabe
  • Bildung, Arbeit und Freiräume
  • Mobilität und Digitales
  • Umwelt
  • Gesundheit
  • Europa und die Welt

Beispielhafte Maßnahmen in diesen neun Handlungsfeldern sind hier zu finden.

Zentrale Prinzipien der Jugendstrategie sind: Jugend zu beteiligen (siehe 5.4), Jugend sichtbar zu machen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen (Jugendpolitik als Querschnittsaufgabe, die alle Politikfelder betrifft). Zentrale Beteiligungselemente im Umsetzungsprozess der Jugendstrategie sind eine Bundesjugendkonferenz (September 2020), die EU-Jugendkonferenz (Oktober 2020) und die JugendPolitikTage 2021. Darüber hinaus unterstützt des BMFSFJ gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk mit der Initiative „Starke Kinder- und Jugendparlamente“ ca. 30.000 Kinder und Jugendliche, die sich in Kinder- und Jugendparlamenten engagieren. Ziel ist es, dass die über 500 Kinder- und Jugendparlamente in Deutschland sichtbar gemacht werden und öffentliche Aufmerksamkeit sowie Wertschätzung erhalten. Mit dem Projekt soll die Rolle von Kinder- und Jugendparlamenten als wichtiger Bestandteil eines vielfältigen Beteiligungsangebotes für junge Menschen auf kommunaler Ebene gestärkt wer-den.

Ein weiterer Schwerpunkt des BMFSFJ im Rahmen der Jugendstrategie ist es, junge Menschen als Zielgruppe politischer Kommunikation verstärkt in den Blick zu nehmen und geeignete Formate zur Verbesserung des Dialogs zwischen Jugend und Politik zu entwickeln. Mit einem weiteren vom BMFSFJ geförderten Projekt sollen die Qualitätsstandards für gute Kinder- und Jugendbeteiligung, die im Rahmen des NAP „Für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010“ für unterschiedliche Praxisfelder entwickelt wurden, aktualisiert und ergänzt werden.

Zuständige Einrichtung für die Umsetzung der Strategie

Die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA) Jugend

Um die gemeinsame Jugendstrategie zu entwickeln und anschließend deren Umsetzung zu begleiten, kommen seit der Konstituierung im Oktober 2018 Vertreterinnen und Vertreter der Bundesministerien und Beauftragten der Bundesregierung regelmäßig in der IMA Jugend zusammen. Die Federführung hat das Bundesjugendministerium (BMFSFJ). Im Rahmen der IMA sowie in thematisch fokussierten Unterarbeitsgruppen wurden zu jedem der neun Handlungsfelder die Ausgangslage, Handlungsbedarfe und Maßnahmen abgestimmt. Diese bilden die Grundlage für die Umsetzung der Jugendstrategie der Bundesregierung.

Der Beirat des BMFSFJ zur Jugendstrategie

Zur Einbindung von Jugendinteressenvertretungen, Zivilgesellschaft sowie Ländern und kommunalen Spitzenverbänden bei der Entwicklung und Umsetzung der Jugendstrategie wurde der Beirat des BMFSFJ berufen. Den Vorsitz hat die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Caren Marks, inne. Co-Vorsitzende ist Prof. Karin Böllert, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendhilfe – AGJ. Gemeinsam beraten die Vertreterinnen und Vertreter des Beirats das Bundesjugendministerium und bringen eigene Impulse und Denkanstöße ein. Der Beirat dient als wichtiges Forum zur Vernetzung von Staat und Zivilgesellschaft.

Beteiligung von Jugend an der Jugendstrategie

Für eine möglichst breite und fundierte Beteiligung an der Entwicklung der Jugendstrategie sorgen unterschiedliche wiederkehrende Formate, in denen junge Menschen als Expertinnen und Experten in eigener Sache agieren. Die Ergebnisse fließen über die IMA in die Weiterentwicklung und Umsetzung der Jugendstrategie ein. Die einzelnen Formate unterscheiden sich dabei hinsichtlich ihrer Größe, Zielgruppe und Wirkdimension. Hierzu zählen Jugend-Audits, JugendPolitikTage, eine Bundesjugendkonferenz und ein Online-Beteiligungstool (siehe 5.4).

Servicestelle Jugendstrategie

Bei der Stiftung SPI Sozialpädagogisches Institut Berlin „Walter May“ ist derzeit die Servicestelle zur Jugendstrategie eingerichtet. Sie unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bei der Entwicklung und Umsetzung der gemeinsamen Jugendstrategie der Bundesregierung. Die Servicestelle Jugendstrategie begleitet das BMFSFJ durch fachlich-strategische Beratung, die organisatorische Begleitung von Gremiensitzungen sowie die Konzeptionierung und Durchführung von Konferenzen, Workshops und Jugendbeteiligungsformaten. Darüber hinaus entwickelt die Servicestelle Ideen und Bausteine für die Kommunikation.

Überarbeitungen/Aktualisierungen

Politik, Zivilgesellschaft und Jugend entwickeln die Jugendstrategie der Bundesregierung fortlaufend weiter. In gemeinsamer Verantwortung sind alle Ministerien beteiligt. Ständige Jugendbeteiligung ist Voraussetzung aller Einzelvorhaben der Jugendstrategie. Weitere Informationen können über die Servicestelle der Jugendstrategie (SPI) bezogen werden.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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