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Medienkompetenz und sicherer Umgang mit den neuen Medien

Nationale Strategie

Offizielle Dokumente

Offizielle Dokumente bzw. nationale Strategien, die in diesem Kontext eine Rolle spielen, sind:

  • Kinder- und Jugendstärkungsgesetz

    Das im Rahmen der Reform des Achten Sozialgesetzbuchs (SGB VIII) verabschiedete Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (PDF, 926 KB) vom 29.06.2017 stellt die Vermittlung von Medienkompetenz als Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe im Rahmen des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes klar. Der betreffende §14 Absatz 1 des SGB VIII ist entsprechend zu ändern. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2018 in Kraft.

  • Digitale Agenda 2014-2017 der Bundesregierung

    Ziel der Digitalen Agenda (PDF, 208 KB) ist es, die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten und damit auch die gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern. Als einer der Herausforderungen für die nächste Legislaturperiode ab 2017 steht weiterhin, die demokratische Digitalkultur zu etablieren und die Medienkompetenz zu stärken.

     

  • Jugendschutzgesetz (JuSchG)

    Das Jugendschutzgesetz (JuSchG) vom 23. Juli 2002 bietet den Rahmen für den Schutz von Kinder und Jugendlichen vor Gefahren für ihr geistiges, seelisches und körperliches Wohl. Es sieht Altersgrenzen für den Besuch von öffentlichen Filmveranstaltungen (§ 11), die Abgabe z. B. von Filmen und Computerspielen (§ 12) oder die Kennzeichnung von Filmen (§ 14) vor.
    Letzte Änderung des JuSchG durch Artikel 11 vom 10. März 2017.

  • Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

    Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) (PDF, 393 KB) der deutschen Bundesländer ist die einheitliche Rechtsgrundlage für den Jugendschutz in den Medien Hörfunk, Fernsehen und Internet. Er regelt, wann und wie welche Medieninhalte gesendet oder verbreitet werden dürfen. Ziel ist, Kinder und Jugendliche vor Angeboten in elektronischen Informations- und Kommunikationsmedien zu schützen, die deren Entwicklung oder Erziehung beeinträchtigen oder gefährden. Außerdem sollen sie vor solchen Angeboten in elektronischen Informations- und Kommunikationsmedien geschützt werden, die ihre Menschenwürde oder sonstige durch das Strafgesetzbuch geschützte Rechtsgüter verletzen.
    Letzte Änderung des JMStV im Dezember 2015.
    Aktuell gültige Version: JMStV in der Fassung des 19. Rundfunkänderungsstaatsvertrags

    Das Jugendschutzgesetz und der Jugendmedienschutz­Staatsvertrag der Länder ergänzen einander und bilden ein in der Sache einheitliches Gesetzeswerk. Durch entsprechende Regelungen in beiden Gesetzen ist sichergestellt, dass Bundes­ und Ländereinrichtungen nach einheitlichen Schutzstandards entscheiden.

  • Strategie 'Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft'

    Die Strategie 'Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft' (PDF, 10,1 MB) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) stellt einen systematischen Handlungsrahmen für die Verbreitung digitaler Bildung in Deutschland dar. Ziel der Strategie ist, die Vermittlung digitaler Kompetenz und das Lernen mit digitalen Medien zu fördern. Entlang von fünf Handlungsfeldern werden die Potenziale digitaler Bildung systematisch und für alle Bildungsbereiche erschlossen. Die Strategie zeigt Chancen und Handlungsfelder auf, die der digitale Wandel für alle Bildungsbereiche von der frühkindlichen Bildung über Schule, berufliche Bildung und Hochschule bis zur Weiterbildung bietet. Die Strategie wurde im Oktober 2016 verabschiedet. 

  • Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG)

    An der Schnittstelle von Medienkompetenz, Jugendschutz und Netzpolitik ist das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) (PDF, 351 KB) vom 30.06.2017 des Bundes zu sehen. Hier geht es um den Kampf gegen Hass im Netz. Anbieter von Social-Media-Diensten sollen stärker in die Verantwortung genommen und zu einem effizienteren Beschwerdemanagement verpflichtet werden.

     

  • Medienbildung in der Schule

    Schlüsseldokumente im Zusammenhang mit der Medienerziehung in der Schule sind:

    • Orientierungsrahmen für eine Medienerziehung in der Schule: 1995 hat die Bund-Länder-Kommission (BLK) den Orientierungsrahmen für eine Medienerziehung in der Schule (PDF, 356 KB).
    • Erklärung zur Medienbildung in der Schule: Vom 8. März 2012 stammt die Erklärung zur Medienbildung in der Schule (PDF, 191 KB) der Kultusministerkonferenz. Diese soll dazu beitragen, Medienbildung als Pflichtaufgabe schulischer Bildung nachhaltig zu verankern. Zudem soll sie den Schulen und Lehrkräften Orientierung für die Medienbildung in Erziehung und Unterricht zu geben.
    • Strategie 'Bildung in der digitalen Welt': Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat im Dezember 2016 die Strategie 'Bildung in der digitalen Welt' (PDF, 2,6 MB) beschlossen. Sie formuliert Ziele und Handlungsfelder für alle 16 Bundesländer, den Bund, Kommunen und Schulträger sowie Schulen. Bis Ende 2017 soll eine Arbeitsgruppe auf Staatssekretärsebene eine Bund-Länder-Vereinbarung zur Unterstützung der Bildung in der digitalen Welt im Bereich der Schule ('Digitalpakt Schule') erarbeiten. Zu den Eckpunkten dieser Vereinbarung haben sich die Bundesländer im Rahmen der Kultusministerkonferenz im Juni 2017 bekannt. Im Rahmen der Gespräche hat der Bund rund fünf Milliarden Euro im Zeitraum vom 2018 bis 2022 für den Ausbau der IT-Infrastruktur in den allgemeinbildenden Schulen, berufsbildenden Schulen und sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen (Schulen) in öffentlicher und privater Trägerschaft in Aussicht gestellt.

Weitere Informationen zu Analysen und Stellungnahmen zur Situation von Medienpädagogik und Medienbildung auf der Website der Initiative 'Keine Bildung ohne Medien!'

Relevante Einrichtungen

Auf Bundesebene fördern verschiedene Ministerien Projekte und Maßnahmen im Kontext von Medienkompetenz und digitaler Bildung aus unterschiedlichen Perspektiven heraus. Dazu gehören das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz aus verbraucherschutzorientierter Sicht, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das Bundesministerium des Innern, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Da die Bundesländer für Bildung zuständig sind, fällt in ihren Bereich auch die Medienbildung. Die Landesmedienanstalten engagieren sich neben dem gesetzlichen Jugendmedienschutz auch im präventiven Jugendschutz. Die Förderung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Multiplikatoren spielt hierbei eine wichtige Rolle, sowohl im formalen als auch im non-formalen Bildungsbereich. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) bei den Landesmedienanstalten prüft die privaten Rundfunk- und Telemedienangebote darauf, ob sie gegen den JMStV verstoßen und entscheidet gegebenenfalls über Sanktionen.

Weitere Ansprechpartner für die verschiedenen Medienarten (Film, Spiele, Printmedien und Tonträger, Fernsehen und Radio, Internet, Medienerziehung) sind auf der Website der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zu finden.

Das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis ist in seiner Form eine einzigartige Einrichtung in Deutschland, die sich in Forschung und pädagogischer Praxis mit dem Medienumgang der heranwachsenden Generation beschäftigt. Die Ergebnisse der Forschung sind Grundlage für pädagogische Modelle in der Erziehungs-, Bildungs- und Kulturarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Medienkompetenz und Online-Sicherheit durch formale Bildung

Einbindung in Lehrpläne

Medienbildung und Medienkompetenzbildung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Daher gestaltet sich die Einbindung medienkompetenzfördernder Angebote und Inhalte in das Curriculum auch unterschiedlich.

Nordrhein-Westfalen hat zum Beispiel in seinem Schulgesetz (§ 2, Absatz 6, Punkt 9) verankert, dass Schüler/-innen insbesondere lernen sollen, „mit Medien verantwortungsbewusst und sicher umzugehen.“ Hier setzt zum Beispiel der Medienpass NRW an. Er ist eine Initiative der nordrhein-westfälischen Landesregierung von 2010. Ziel ist es, Medienkompetenz im Schulalltag zu verankern. Außerdem soll die Vernetzung zwischen Schule und außerschulischen Angeboten gestärkt werden. Der Medienpass NRW bietet einen Kompetenzrahmen für Erziehende und Lehrkräfte. Damit können sie sich orientieren, über welche Fähigkeiten Kinder und Jugendliche verfügen sollten. Ein Lehrplankompass zeigt, wo und wie die Anforderungen des Kompetenzrahmens in den Schulunterricht integriert werden können. Zudem gibt er praktische Hinweise und Anregungen für die Lehrkräfte. Das Projekt Medienscouts NRW www.medienscouts-nrw.de/ der Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen qualifiziert kleine Gruppen von Schüler(inne)n in weiterführenden Schulen zu sachkundigen Scouts.

2016 wurde an Gymnasien in Baden-Württemberg der Bildungsplan im Basiskurs Medienbildung (PDF, 3,2 MB) eingeführt. Der Basiskurs Medienbildung leistet in Klasse 5 einen ersten Beitrag, um selbstbestimmtes und reflektiertes Medienwissen und Medienhandeln der Schüler/-innen durch das Lernen mit und über Medien zu erreichen. Die Teilnahme am Basiskurs Medienbildung wird durch einen Medienpass bestätigt.

In Bayern wurde 2009 der Medienführerschein Bayern von der Bayerischen Staatskanzlei und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus ins Leben gerufen. Er dient dazu, die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu stärken. Er bietet Unterrichtseinheiten für die Grundschule und für weiterführende Schulen (Mittelschule, Realschule und Gymnasium).

Der in Hamburg vergebene Medienpass enthält fünf Module. Damit können Lehrkräfte Kinder und Jugendliche auf dem Weg durch digitale Welten begleiten und ihnen einen sozial-verantwortlichen und kompetenten Umgang mit digitalen Diensten und Informationen vermitteln. Für Hamburger Schulen ist die Behandlung der Themen des Medienpasses verbindlich.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Rahmenplänen, Konzepten und Curricula der Bundesländer im Bereich der Medienbildung/-erziehung finden Sie auf der Website Deutscher Bildungsserver.

Siehe auch den Bericht des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 'Medienkompetenzförderung für Kinder und Jugendliche. Eine Bestandsaufnahme', S. 46 ff.

Berufliche Bildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Förderprogramm Digitale Medien in der beruflichen Bildung (PDF, 3 MB) aufgelegt. Ziel ist, die Medienkompetenz und medienpädagogische Kompetenz von berufspädagogischen Fachkräften in Unternehmen zu fördern. Zu den Wirtschaftsbereichen gehören unter anderem die Industrie (z. B. Automobilindustrie), der Handel, das Handwerk und der Garten- und Landschaftsbau. Die Projekte zielen auf die dauerhafte Verankerung von Medienkompetenz im betrieblichen Ausbildungsprozess ab. Das Programm wird mit Mitteln des BMBF und des Europäischen Sozialfonds (ESF) 2014-2020 gefördert.

Themen, die angesprochen werden

Medienkompetenzen werden in der Schule auf ganz unterschiedliche Art und Weise vermittelt. Sie umfassen eine thematisch und methodisch große Bandbreite. Manche Themen orientieren sich streng am Curriculum der einzelnen Fächer und nutzen Medien eher als Vermittlungsinstrument. Manche Medienthemen wie Cybermobbing, E-Verschuldung, Liebe und Partnerschaft im Internet werden speziell behandelt. Oder es geht um den kreativen, produktiven Umgang mit Medien bis hin zu Recherche- und Rechtefragen. Medien, die im Unterricht verwendet werden, sind auch breit gestreut: digitale Fotos und Videoclips, Lernplattformen, Online-Enzyklopädien, Blogs oder Webquests.

Unterstützung für Lehrkräfte

Fortbildungen zu Medienpädagogik und Medienkompetenz bzw. Medienbildung bieten die unterschiedlichsten Einrichtungen. Dazu gehören die Landesinstitute für Lehrerbildung und Schulentwicklung sowie die Landesanstalten für Medien, aber auch Volkshochschulen, medienpädagogische Vereine und Bildungswerke.

Beispiele für Angebote, z. B. der Landesmedienanstalten:

Lehrkräfte nutzen eine Reihe von Online­-Angeboten für die Vor­ und Nachbereitung des Unterrichts. Am häufigsten nutzen sie fachspezifische Websites, Online-­Lexika, die Bildungsserver sowie Online­-Videoportale.

  • Das Internet-ABC für Lehrkräfte bietet ihnen Hilfestellungen, um Kinder für das Internet fit zu machen. Sie bekommen hier Unterrichtsmaterialien, Tipps für den Einsatz des Internet-ABC im Unterricht sowie Informationen zum Thema 'Schulkinder und Medien'.
  • www.so-geht-medien.de ist eine von ARD, ZDF und Deutschlandradio zum Thema Medienkompetenz. Sie richtet sich unter anderem an Lehrkräfte sowie Schüler/-innen. Ziel der Seite es, diese bei der Vermittlung sowie dem Erwerb von Medienkompetenz zu unterstützen.
  • www.lehrer-online.de bietet allen Lehrkräften (Grundschule, Sekundarstufe und Berufsbildung) Unterrichtsmaterial, Arbeitsblätter und Nachrichten zu Bildung, Didaktik und Medienkompetenz mit dem Schwerpunkt ‚Einsatz digitaler Medien im Unterricht‘.
  • Die Landesbildungsserver bieten Informationen und Materialien zum Thema Medienkompetenz.

Länderebene

Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg hat die Handreichung 'Cybermobbing ist nicht cool' (PDF, 8,2 MB) herausgegeben. Sie bietet neben einem Projektbericht Handlungsempfehlungen für Maßnahmen der Prävention und Intervention bei Vorfällen von Cybermobbing. Sie wurde an Berliner und Brandenburger Schulen kostenlos verteilt.

Die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung in Berlin fördert interaktive Workshops in Schulen zum Umgang mit Daten im Internet und sowie Themen wie Cybermobbing und Cyberstalking.

Förderung der Medienkompetenz und Online-Sicherheit durch non-formales und informelles Lernen

  • Bundesebene

    Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) fördert folgende Projekte und Initiativen:

    • Initiative SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht: Sie bietet Eltern und Erziehenden mit Kindern zwischen drei und 13 Jahren Orientierung in der digitalen Medienwelt. Diese erhalten alltagstaugliche Empfehlungen und Angebote, um den Medienkonsum ihrer Kinder aktiv zu begleiten.
    • Multimediapreis mb21: Zeichnet kreative Projekte von jungen Medienmacher(inne)n aus, unter anderem in den Alterskategorien 'Weiterführende Schule (11 – 15 und 16 – 20 Jahre)' und 'Ausbildung und Studium (21 – 25 Jahre)'. Wird seit 1998 vergeben. Jährlicher thematisch ausgerichteter Sonderpreis, 2017: „Big Dada“.
    • Dieter Baacke Preis: Zeichnet beispielhafte Projekte der außerschulischen Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit sowie und Kooperationsprojekte zwischen schulischen und außerschulischen Trägern aus, die Kindern, Jugendlichen und Familien einen kreativen, kritischen Umgang mit Medien vermitteln und ihre Medienkompetenz fördern. Sonderpreis 2017: Medienkritik – Filterblase, Hate Speech und Fake News. Die Dieter-Baacke-Preis-Handbücher stellen jeweils die Projekte der Preisträger vor und geben Nutzer(inne)n Hinweise über Methoden, Chancen und Hürden der medienpädagogischen Projektarbeit.
    • Eine Förderleitlinie des Bundesprogramms 'Demokratie leben' (PDF, 513 KB) sieht auch die Stärkung des Engagements im Netz bzw. gegen Hass im Netz vor. Hier werden Modellprojekte gefördert. Sie sollen zur Stärkung der Demokratie und des zivilgesellschaftlichen Engagements im Netz beitragen. Durch innovative pädagogische Formate sollen Kompetenzen an Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern und Multiplikator(inn)en sowie pädagogische Fachkräfte vermittelt werden, um mit Hassrede und Hetze im Netz angemessen  umzugehen. Personen und Gruppen, die von Rassismus und Diskriminierung betroffen sind, sollen durch die Entwicklung neuer Formate empowert werden. Projekte zur Arbeit mit einstiegsgefährdeten sowie bereits radikalisierten Jugendlichen werden in diesem Themenfeld ebenso unterstützt.

    Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) förderte von 2009 bis 2015 das Projekt 'Watch your web‘. Das Projekt bot Jugendlichen Informationen zur Sicherheit in sozialen Netzwerken, Abzocke im Internet, Handysicherheit sowie Datenschutz, Verbraucher- und Urheberrechte im Internet. Unter anderem wurde eine Smartphone-App entwickelt, die Jugendliche spielerisch für sicheres Surfen sensibilisiert. Zudem wurde eine Schulungsbox konzipiert, um Jugendliche mit Materialien zu unterstützen, mit denen sie Workshops und Aktionen zu Internetsicherheit, Datenschutz oder Urheberrecht vorbereiten und gestalten können. Die im Projekt entwickelte Broschüre „Mein digitales Leben – Rechtliches kurz erklärt“ hilft Jugendlichen, komplexe Themen wie Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht oder Datenschutz zu verstehen. Weitere Ergebnisse und Projektdokumentationen sind erhältlich bei IJAB. 

    Im Rahmen des Projekts fanden auch erstmals die WebDays statt. Sie wurden ab 2016 als eigenes Projekt gefördert. Hier tauschten sich Jugendliche mit Politiker(inne)n und Fachleuten über Verbraucherschutz in der digitalisierten Welt aus. Zuletzt 2016: www.ijab.de/webdays2016/, Ergebnisse www.webdays2016.de/wp-content/uploads/2016/11/WebDays2016_Broschuere_final.pdf. Die Jugendlichen erstellten eine Agenda zu Daten- und Verbraucherschutz in der digitalen Welt (PDF, 6,2 MB), die sie dem deutschen Justiz- und Verbraucherminister übergaben sowie auf dem nationalen IT-Gipfel vorstellten. Die WebDays werden von 2017 bis 2020 weitergeführt.

    Die Initiative 'Keine Bildung ohne Medien' ist eine bundesweite Initiative, um Medienbildung in allen Handlungsfeldern der Gesellschaft zu verankern. Ziele sind:

    • Medienbildung in frühkindlicher Bildung und Schule, in außerschulischen Bildungsangeboten und bei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen,
    • medienpädagogische Elternarbeit, besonders in bildungsbenachteiligten Milieus,
    • Regelfinanzierung medienpädagogischer Angebote,
    • Ausbau und Förderung medienpädagogischer Netzwerke,
    • Medienbildung in den pädagogischen Studiengängen verpflichtend zu machen, die medienpädagogische Forschung auszubauen.

    Weitere Projekt-Beispiele zur Förderung der Medienkompetenz, die durch den Bund gefördert werden sind ersichtlich in der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Thomas Hacker, Katja Suding,  Nicola Beer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP – Drucksache 19/3226 – (PDF, 1,1 MB).

  • Länderebene

    Die Landesmedienanstalten nehmen ihren Auftrag zur Förderung der Medienkompetenz und Medienbildung von Jugendlichen wahr. Sie bieten vielfältige Projekte für mehr Medienkompetenz an. Beispiele:

    • Projekt Handysektor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM): Es sensibilisiert jugendliche Nutzer/-innen für potenzielle Gefahren bei der Handynutzung und will zum verantwortlichen und reflektierten Umgang mit Smartphones anregen.

    Weitere Informationen zu Medienkompetenzangeboten der Landesmedienanstalten gibt es auf der Internetseite der Medienanstalten.

  • Fortbildung

    Fortbildungen für Mitarbeiter/-innen der Kinder- und Jugendhilfe, Jugendarbeit, Multiplikator(inn)en bieten zum Beispiel:

    Einen Überblick über Fortbildungsangebote im medienpädagogischen Bereich bietet auch die Website der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK).

  • Förderung

    Programme, Projekte oder Initiativen zur Medienkompetenz und zum Thema Online-Sicherheit werden auf Bundesebene über Projektmittel gefördert, unter anderem aus den Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes (PDF, 381 KB) oder Mittel des Verbraucherschutzministeriums. Die Angebote der Landesmedienanstalten werden aus Mitteln der Länder gefördert beziehungsweise aus den Einnahmen der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) durch die Rundfunkgebühr. Seit 1. Januar 2013 zahlt jeder Haushalt in Deutschland eine einheitliche Rundfunkgebühr, aktuell 17,50 Euro monatlich (Juni 2017).

Sensibilisierung für die Risiken der neuen Medien

Information und Beratung

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ist eine selbstständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSF). Sie prüft, ob Medieninhalte jugendgefährdend sind oder nicht. Außerdem ist sie dafür zuständig, die Medienerziehung und Sensibilisierung sowie Beratung der Öffentlichkeit in den Bereichen des Jugendmedienschutzes zu fördern.

Angebote zur Information und Beratung im Internet:

  • jugendschutz.net checkt insbesondere jugendaffine Dienste und Angebote im Internet auf Verstöße gegen den Jugendschutz. Auf der länderübergreifenden Plattform jugendschutz.net werden Reaktionen und Maßnahmen bei Verstößen gegen den Jugendmedienschutz dokumentiert. Verstöße können dort auch online gemeldet werden.
  • Auf der Website internet-beschwerdestelle.de können jugendgefährdende Inhalte gemeldet werden. Die Website ist ein Projekt der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) e.V. und eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.
  • Die unabhängige Plattform 'Internet-ABC' der im Internet-ABC e.V. verbundenen Landesmedienanstalten bietet Informationen über den sicheren Umgang mit dem Internet für Eltern, Pädagogen und Kinder.
  • Das Portal www.juuuport.de bietet Jugendlichen eine Plattform zur Peer-to-Peer-Unterstützung bei negativen Erfahrungen im Netz. Dazu werden juuuport-Scouts speziell geschult, ein Forum bietet die Möglichkeit zum Austausch. Juuuport ist ein Projekt von sieben Landesmedienanstalten unter Federführung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM).
  • Das kostenlose Online-Angebot 'Mobbing – Schluss damit!' für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Schulen wurde von 2012-2015 im Rahmen der Initiative 'Ein Netz für Kinder' vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die Website besteht weiterhin fort.
  • Auf dem Portal youngdata.de können sich junge Internetnutzer/-innen über den Umgang mit eigenen und fremden Daten und das Verhalten im Internet informieren. Es ist das Jugendportal der unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder sowie des Kantons Zürich (Schweiz).
  • Die Website Chatten ohne Risiko von jugendschutz.net und LFK (Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg) bietet Jugendlichen Tipps und Hinweise zur sicheren Online-Kommunikation.
  • Website der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes
  • Landesmedienanstalten,
  • Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) für Jugendliche und junge Erwachsene
  • Jugendinformationszentren, z. B. Jugendinfo Bremen zum Thema Cybermobbing im Internet.

Auch beim Kinder- und Jugendtelefon der kostenlosen Nummer gegen Kummer 116111 können Jugendliche sowohl telefonisch als per Chat Beratung bei Mobbing oder Belästigung im Internet bekommen.

Persönliche Beratung oder Informationen bieten auch die Verbraucherzentralen in den 16 Bundesländern.

Initiativen für mehr Risikobewusstsein

Die Initiative 'sicher online gehen' von Bund (BMFSFJ), Bundesländern und Wirtschaft setzt sich seit Juli 2012 für einen besseren Schutz von Kindern im Internet ein.

Das BMFSFJ unterstützt das sichere Aufwachsen mit Medien durch verschiedene Projekte. Unter anderem unterstützt es die No-Hate-Speech-Kampagne des Europarates. In Deutschland wird die Kampagne 'No Hate Speech' von den Neuen Deutschen Medienmachern betreut. Auch junge Leute sollen für das Thema 'Hate Speech' sensibilisiert werden. Die Initiative 'SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht' richtet sich an Eltern und Erziehende mit Kindern zwischen drei und 13 Jahren, um diesen Orientierung in der digitalen Medienwelt zu geben.

Deutschland nimmt an der EU-Kampagne klicksafe teil. Es geht darum, Internetnutzer(inne)n zu vermitteln, wie sie das Internet und Neue Medien kompetent und kritisch nutzen können. In Deutschland ist die Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien (LfM) Nordrhein-Westfalen für die Umsetzung zuständig. Klicksafe hat u. a. einen Ratgeber gegen Cyber-Mobbing herausgegeben.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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