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Inklusive Programme für Jugendliche

Spezielle Programme für schutzbedürftige Jugendliche

Programm: Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung

Mit dem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2013 außerschulische Angebote der kulturellen Bildung. In lokalen Bündnissen für Bildung setzen engagierte Bürgerinnen und Bürger bundesweit Projekte für Kinder und Jugendliche um, die aus Verhältnissen kommen, die den Zugang zu Bildung erschweren: Paten- und Mentorenprogramme, Leseförderungen, Ferienfreizeiten, Musik-, Tanz-, Theater- oder Zirkusaktionen. Das Programm ist in allen Bundesländern präsent.

Förderung der sozialen Integration durch internationale Jugendarbeit

Weitere Informationen dazu gibt es im Bereich Initiativen zur Förderung der sozialen Inklusion und Bewusstseinsstärkung.

Bildungspaket

Das Bildungspaket steht unter der Federführung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
Laufzeit: Seit 1. April 2011
Zielgruppen: Sieht Leistungen vor, die insbesondere Kindern, Jugendlichen und junge Erwachsenen zustehen, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe erhalten oder deren Eltern den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen. Auch wer Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhält, kann einen Anspruch auf das Bildungspaket haben. Zudem kann ein Anspruch auf Leistungen des Bildungspakets nach dem SGB II bestehen, wenn das Kind bzw. seine Eltern zwar ansonsten keine der genannten Sozialleistungen beziehen, jedoch die spezifischen Bildungs- und Teilhabebedarfe des Kindes nicht decken können.
Das Bildungspaket sieht u.a. Zuschüsse für folgende Bereiche vor:

  • Mehraufwendungen für Mittagessen in Kita, Schule und in der Kindertagespflege;
  • bedürftige Schülerinnen und Schüler können Lernförderung in Anspruch nehmen, wenn nur dadurch das wesentliche Lernziel erreicht werden kann;
  • bedürftige Kinder sollen in der Freizeit nicht ausgeschlossen sein, sondern bei Sport, Spiel und Kultur mitmachen. Dafür steht monatlich ein Betrag von insgesamt bis zu 10 Euro zur Verfügung, zum Beispiel für Mitgliedsbeiträge oder Gebühren oder im Ausnahmefall auch für Ausrüstungsgegenstände;
  • um die Anschaffung von persönlichen Gegenständen zu erleichtern, die für den Schulbesuch benötigt werden (z. B. Schulranzen, Schreib-, Rechen- und Zeichenmaterialien), wird den Familien zweimal im Schuljahr ein Zuschuss gezahlt;
  • zudem werden die Kosten ein- und mehrtägiger Ausflüge von Schulen, Kitas und Kindertagespflege übernommen (z. B. für Klassenfahrten);
  • Aufwendungen für Schülerbeförderung, die nicht anderweitig abgedeckt werden, werden übernommen.

Die Umsetzung des Bildungspakets wird vor Ort in den Kreisen und kreisfreien Städten organisiert. Die konkrete Umsetzung des Bildungspakets kann in den Kreisen und kreisfreien Städten unterschiedlich sein.

Spezielle Programme für die soziale Integration von Jugendlichen

Förderung der Jugendsozialarbeit

Im Rahmen der grundständigen Kinder- und Jugendarbeit nach SGB VIII wird die Jugendsozialarbeit auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene gefördert. Die Förderetats sind vor allem der Kinder- und Jugendplan des Bundes, die Landesjugend(förder)pläne sowie die kommunale Kinder- und Jugendförderung. Während die Jugendarbeit grundsätzlich allen Jugendlichen zur Verfügung steht, befasst sich die Jugendsozialarbeit als eine Leistung der Kinder- und Jugendhilfe im Speziellen mit jungen Menschen, die sozial benachteiligt oder individuell beeinträchtigt sind. Das kann leistungsschwache Schüler, Kinder mit Migrationshintergrund als auch Menschen mit psychischen Problemen betreffen. Ziel ist es, die Heranwachsenden in ihrer Schul- und Berufsausbildung sowie Eingliederung in die Arbeitswelt zu unterstützen und die allgemeine soziale Integration zu fördern. Hierzu gibt es vor Ort ein breites Angebotsspektrum: von Beratungsstellen für arbeitslose Jugendliche über berufsbezogene „Schnupperkurse" bis hin zu Arbeits- und Qualifikationsmaßnahmen.

ESF-Modellprogramm „JUGEND STÄRKEN im Quartier"

Das Programm „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und aus Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.
Zielgruppen: benachteiligte junge Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf. Die Angebote richten sich insbesondere an junge Menschen zwischen 12 und 26 Jahren, denen eine Perspektive für die Zukunft fehlt und die durch andere Angebote besonders schwer zu erreichen sind, zum Beispiel schulverweigernde Jugendliche oder Abbrecherinnen und Abbrecher von Arbeitsmarktmaßnahmen sowie junge neu Zugewanderte mit besonderem Integrationsbedarf.
Maßnahmen: Das Programm fördert junge Menschen bei der (Re-)Integration in Schule, Ausbildung, Arbeit und Gesellschaft. Die Teilnehmenden sollen mit niedrigschwelligen Angeboten aktiviert und ihre Kompetenzen und Persönlichkeit gestärkt werden. Das Modellprogramm kombiniert verschiedene sozialpädagogische Angebote, die passgenau entsprechend der Bedarfslage der Zielgruppen in der Kommune ausgestaltet werden können.
Schwerpunkte: „Soziale Stadt“ und vergleichbare Brennpunkte. In der Förderrunde 2015-2018 setzen 178 Modellkommunen Projekte zur Förderung junger Menschen durch öffentliche und freie Träger im Bereich Jugendsozialarbeit um.
Förderung: Der Bund beteiligt sich mit rund 115 Millionen Euro aus dem ESF und 5 Millionen Euro Bundesmitteln.

ESF-Bundesprogramm Berufseinstiegsbegleitung

Für das Bundesprogramm Berufseinstiegsbegleitung zeichnet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales verantwortlich.
Laufzeit: 15.11.2014-31.07.2022
Zielgruppe: insbesondere leistungsschwächere Schüler/innen, die einen Hauptschulabschluss anstreben und voraussichtlich Schwierigkeiten haben werden, diesen zu erreichen und/oder Probleme beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung haben werden (einschließlich Inklusion). Außerdem Schüler/innen, die einen Förderschulabschluss anstreben, sofern eine anschließende Berufsausbildung möglich erscheint.
Ziel: junge Menschen in eine Berufsausbildung einzugliedern.
Maßnahmen: Die Berufseinstiegsbegleiter/innen unterstützen junge Menschen kontinuierlich und individuell von der Schule bis in die Berufsausbildung. Die Maßnahmen beginnen in den Vorabgangsklassen allgemeinbildender Schulen und reichen bis zu sechs Monate in die Berufsausbildung hinein. Gelingt der nahtlose Übergang nicht, erfolgt die Begleitung im Übergangsbereich bis zu 24 Monate. Die einzelnen Schritte zielen dabei auf

  • das Erreichen des Schulabschlusses,
  • die Verbesserung der Berufsorientierung und -wahl sowie
  • die Aufnahme und Stabilisierung eines Berufsausbildungsverhältnisses ab.

Für die Schuljahre 2014/2015 bis 2018/2019 ist vorgesehen, rund 113.000 junge Menschen an knapp 3000 Schulen mit der Berufseinstiegsbegleitung zu unterstützen.

Programme für die soziale Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund

Jugendmigrationsdienste

Bundesweit beraten und unterstützen mehr als 450 Jugendmigrationsdienste (JMD) junge Menschen mit Migrationshintergrund (zwischen 12 und 27 Jahren) und junge geflüchtete Menschen, die eine dauerhafte Bleibeperspektive in Deutschland haben. Pädagogische Fachkräfte in den Jugendmigrationsdiensten unterstützen diese jungen Menschen auf ihrem Weg in der Schule, bei der Ausbildung und in der Arbeitswelt, um ihnen Chancengerechtigkeit und Teilhabe zu eröffnen. Gemeinsam mit den Jugendlichen werden Ziele definiert und passgenaue Angebote gesucht, damit jeder einzelne seine Ziele erreichen kann. Bundesweit gibt es über 450 Einrichtungen mit über 850 Mitarbeiter(inne)n. Jährlich erreichen sie rund 120.000 junge Menschen. Die Zusammenarbeit mit Schulen, Betrieben und den Eltern ist dabei besonders wichtig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten nicht nur die jungen Menschen selbst, sondern auch deren Eltern zu Fragen der Bildung und Ausbildung. Sie arbeiten eng mit der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) zusammen.

Zur Optimierung der Integrationsprozesse wird seit 2011 flächendeckend und trägerübergreifend die webbasierte Software "I-mpuls JMD" eingesetzt, die auch eine Evaluation der Arbeit ermöglicht. Die Arbeit in den Jugendmigrationsdiensten wird regelmäßig den aktuellen Entwicklungen und Bedarfen angepasst.

Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur gesellschaftlichen und sozialen Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern (Förderrichtlinie Integration)

Zum 1. März 2010 traten die gemeinsamen Förderrichtlinien des Bundesministeriums des Innern und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Förderung von Maßnahmen zur gesellschaftlichen und sozialen Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern (Förderrichtlinie Integration; PDF 59,6 KB) in Kraft. Projekte zur Partizipation und Kompetenzsteigerung von Zuwanderinnen und Zuwanderern stehen im Vordergrund, die sich sinnvoll mit bereits bestehenden kommunalen Angeboten ergänzen. Dabei ist eine Mitwirkung von Migrantenorganisationen besonders erwünscht. Es werden innovative und niedrigschwellige Vor-Ort-Maßnahmen zur gesellschaftlichen und sozialen Integration von jungen Zuwanderinnen und Zuwanderern gefördert. Die Förderung umfasst praxisnahe Angebote zur Stärkung der sozialen Kompetenzen und der Erziehungskompetenz, zum bürgerschaftlichen Engagement, zur interkulturellen Kompetenz, zur Verbesserung der gleichberechtigten Teilhabe von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund sowie zur Kriminalitäts- und Suchtprävention.

Zuwendungsempfänger sind Verbände, Vertriebeneneinrichtungen, Kirchen, anerkannte Träger der politischen Bildung, Migrantenselbstorganisationen, Kommunen und Einrichtungen, die in der Arbeit mit jungen Zuwanderinnen und Zuwanderern auf überregionaler, regionaler oder lokaler Ebene tätig sind. Die Durchführung der Förderung erfolgt durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Initiative „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) haben am 5. Februar 2016 die gemeinsame Qualifizierungsinitiative für junge, nicht mehr schulpflichtige Flüchtlinge gestartet. Das Ziel ist es, durch ein umfassendes Qualifizierungs- und Betreuungssystem sowie eine intensive fachliche Berufsorientierung und Berufsvorbereitung Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge sowie Asylbewerber oder Geduldete mit Arbeitsmarktzugang an eine Ausbildung im Handwerk heranzuführen. Die Flüchtlinge sollen in einem mehrstufigen Verfahren – Integrationskurs, allgemeiner und dann vertiefter Berufsorientierung – für die Einmündung in eine betriebliche Ausbildung im Handwerk gefördert werden.

Richtlinien „Garantiefonds Hochschule“

Mit den Richtlinien „Garantiefonds Hochschule" unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend junge Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Flüchtlinge und Zugewanderte auf dem Weg zur Hochschulreife und ins Studium. Gefördert werden insbesondere studienvorbereitende Deutschsprachkurse, die mit einem Zertifikat abschließen und auf die Hochschule vorbereiten beziehungsweise einen Hochschulabschluss ermöglichen. Auch die Teilnahme an Sonderlehrgängen zur Erlangung der deutschen Fachhochschul- beziehungsweise Hochschulreife sowie die Teilnahme am Studienkolleg und Vorbereitungskurse zum Studienkolleg sind förderfähig. Die Kurse bauen auf den Integrationskursen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge auf und ergänzen die aktuellen Sprachfördermaßnahmen zur Integration von hochqualifizierten Flüchtlingen.

Zum 1. Januar 2017 traten neue „Richtlinien zur Förderung junger Zuwanderinnen und Zuwanderer zur Vorbereitung und Durchführung eines Hochschulstudiums Garantiefonds – Hochschulbereich (RL-GF-H)" in Kraft. Sie regeln, dass künftig zum förderberechtigen Personenkreis auch die nachreisenden Ehegattinnen und Ehegatten von Asylberechtigen und anerkannten Flüchtlingen gehören. Das Angebot fokussiert sich zudem stärker als bisher auf den vor-universitären Bereich.

Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen"

Das Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen" hat zum Ziel, Patenschaften zwischen geflüchteten und hier lebenden Menschen zu fördern und zu unterstützen. Für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollen über die Patenschaften hinaus Gastfamilien und Vormundschaften gewonnen werden

Bundesländer

Die Bundesländer haben eigene Förderprogramme zur Integration, zu deren Zielgruppe auch Jugendliche gehören. Weitere Informationen auf den relevanten Webseiten von Landesregierungen beziehungsweise Landesministerien:

Förderung

Alle weiter oben aufgeführten Förderprogramme werden durch öffentliche Gelder aus Bundes- (Bundesprogramme), Landes- (Landesprogramme) oder Kommunaletats finanziert und oft auch kofinanziert. Die Förderung erfolgt auf der Grundlage jeweils spezifischer Förderrichtlinien, die für jedes Programm Ziele und Bedingungen formulieren. Die Vergabe erfolgt außerdem aufgrund gesetzlicher (auch haushaltsrechtlicher) Grundsätze.

Dort, wo Informationen dazu vorliegen, sind Förderetats der oben beschriebenen Programme angegeben.

Dort, wo Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds in die Förderprogramme einfließen, ist dies für die oben beschriebenen Programme angegeben.

Förderung der Jugendverbände

Im Rahmen der grundständigen Kinder- und Jugendarbeit nach SGB VIII werden Jugendverbände auf Bundes-, Landes- und Kommunaler Ebene gefördert. Die Förderetats sind vor allem der Kinder- und Jugendplan des Bundes, die Landesjugend(förder)pläne sowie die kommunale Kinder- und Jugendförderung. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert die bundeszentralen Strukturen der Jugendverbände. In Jugendverbänden wird Jugendarbeit von jungen Menschen selbst organisiert, gemeinschaftlich gestaltet und mitverantwortet. Sie bringen Anliegen und Interessen junger Menschen zusammen. Auf der Ebene der Länder werden ihre Zusammenschlüsse in Landesjugendringen, auf der kommunalen Ebene Stadt- oder Kreisjugendringe, auf allen drei Ebenen werden die Einzelverbände gefördert.

Qualitätssicherung

Evaluationsvorhaben werden in Bezug auf Verfahren, Fragestellungen, Indikatoren etc. unterschiedlich gestaltet. Entsprechend unterschiedlich sind die Ergebnisse. Wo bekannt, werden diese Punkte bei den Einzelevaluationen der jeweiligen Programme im Zusammenhang mit der Beschreibung der Programme unter Spezielle Programme für schutzbedürftige Jugendliche genannt.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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