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Grenzüberschreitende Mobilitätsprogramme

EU-Programme

Für Jugendliche aus Deutschland, die sich im Ausland freiwillig engagieren möchten, sind folgende EU-Programme besonders relevant:

  • EU-Aid-Freiwilligen-Programm: Das Programm richtet sich an Personen mit abgeschlossener Ausbildung. Dies können auch Berufsanfänger sein, meistens wird aber Erfahrung vorausgesetzt. Alle Freiwilligen werden umfangreich auf den Einsatz im Bereich Humanitäre Hilfe vorbereitet.

Als Entsendeorganisationen in Deutschland wurden 2015 das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) anerkannt. Diese Anerkennung gilt bis November 2018 (PDF 303 KB).

Das THW war bisher am Pilotprojekt 'Volunteers in Capacity Building (VinCaB)' (2012/2013) beteiligt. Das Pilotprojekt wurde gemeinsam vom Deutschen Roten Kreuz und THW mit den Rotkreuzgesellschaften aus Bulgarien, Finnland, Großbritannien, Kroatien, Lettland und den Niederlanden sowie den Zivilschutzorganisationen MSB aus Schweden und DUSZ aus Kroatien entwickelt. Danach wurden bisher noch keine weiteren Freiwilligen vom THW über das EU-Aid Volunteers-Programm entsandt (Stand Oktober 2018).

Seitens des DRK liegen keine statistischen Angaben zum EU-Aid-Freiwilligenprogramm (PDF 1,2 MB) vor. Für den Zeitraum 2019-2020 sind 18 Positionen in sechs Ländern (Peru, Togo, Mosambik, Vietnam, Bangladesch, Philippinen) zu besetzen.

Andere grenzüberschreitende Programme

  • weltwärts

    Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts ist ein Angebot des Bundes. Zuständig ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). 'weltwärts' wurde 2008 in Deutschland eingeführt. Der Freiwilligendienst richtet sich an junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren.

    Die aktuell gültige Förderleitlinie zur Umsetzung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes 'weltwärts' trat zum 1. Januar 2016 in Kraft. Sie beschreibt Ziele und Rahmenbedingungen des Programms, die pädagogische Begleitung, die Süd-Nord-Komponente, Begleit- und Rückkehrmaßnahmen sowie rechtliche und finanzielle Bedingungen.

    Der Freiwilligendienst kann in den sogenannten Entwicklungs- oder Schwellenländern geleistet werden. In einigen Ländern wird 'weltwärts' wegen der schwierigen Rahmenbedingungen oder Sicherheitslage nicht angeboten.
        
    Statistiken 'weltwärts' 2017: 3.706 Freiwillige entsendet, davon 69,6% weiblich.

    Nach Bundesländern
    Nordrhein-Westfalen846 Freiwillige
    Baden-Württemberg701 Freiwillige
    Bayern437 Freiwillige
    Niedersachsen390 Freiwillige
    Hessen325 Freiwillige
    Berlin203 Freiwillige
    Rheinland-Pfalz150 Freiwillige
    Sachsen144 Freiwillige
    Schleswig-Holstein137 Freiwillige
    Hamburg104 Freiwillige
    Brandenburg67 Freiwillige
    Sachsen-Anhalt54 Freiwillige
    Thüringen49 Freiwillige
    Bremen und Bremerhaven41 Freiwillige
    Mecklenburg-Vorpommern34 Freiwillige
    Saarland16 Freiwillige
    Hauptzielorte
    Indien391 Freiwillige
    Südafrika346 Freiwillige
    Peru272 Freiwillige
    Bolivien261 Freiwillige
    Tansania231 Freiwillige
    Nach Regionen
    Lateinamerikarund 44%
    Afrikarund 36%
    Asien19%
    Osteuropaknapp 2%

    Haupteinsatzbereiche/-themenfelder: Bildung, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Umwelt- und Gesundheitsbereich, Umwelt- oder Tierschutz, Landwirtschaft, Förderung von Menschenrechten, Demokratie und Frieden.

    Die Freiwilligenbefragung von 2017 (PDF 470 KB) als Teil des weltwärts-Qualitätssystems ergab mit Blick auf die in der Förderleitlinie angestrebten Zielgruppen folgende Ergebnisse: 81 % der befragten Freiwilligen begannen den Freiwilligendienst im Anschluss an die Schulzeit, 94 % hatten die Schule mit dem Abitur abgeschlossen, 4 % hatten ein Fachabitur. 17 % haben eine Berufsausbildung abgeschlossen oder angefangen. Der Anteil junger Menschen mit Migrationshintergrund betrug 12 %. Etwa 2 % der Befragten hatten sowohl eine anerkannte als auch eine nicht anerkannte Behinderung oder Beeinträchtigung. Die Teilhabe behinderter Menschen bleibt weiterhin ein wichtiges Thema für die Weiterentwicklung des Programms.

    Drei Kompetenzzentren unterstützen weltwärts-Entsendeorganisationen dabei, wenig oder kaum erreichte Zielgruppen anzusprechen. Diese sind:

    • InVia Köln e.V. als Kompetenzzentrum für Menschen mit Berufsausbildung im Freiwilligendienst 'weltwärts'. Der Verein unterstützt Entsendeorganisationen dabei, den Anteil der Freiwilligen mit abgeschlossener Berufsausbildung und/oder vergleichbarer persönlicher Eignung im weltwärts-Programm zu erhöhen.
    • bezev e.V. als Kompetenzzentrum Inklusion zur Unterstützung von Entsendeorganisationen bei der inklusiven Gestaltung ihres Freiwilligenprogrammes und Beratung von jungen Menschen mit Beeinträchtigung über einen Freiwilligendienst im Ausland.
    • Das Kompetenzzentrum Menschen mit Migrationshintergrund (KOMI) hat im Juni 2017 seine Arbeit aufgenommen. Es spricht gezielt junge Menschen an, die einen sogenannten Migrationshintergrund oder eine internationale Familiengeschichte haben, sich als People of Color oder Neue Deutsche verstehen oder aus Einwandererfamilien kommen, da diese im weltwärts-Programm noch unterrepräsentiert sind.

    Seit Ende 2013 können auch Freiwillige aus dem Ausland im Rahmen von 'weltwärts' nach Deutschland (Süd-Nord-Komponente) kommen. Eine Pilotphase lief bis Ende 2016.
    Statistiken 2017: 564 Freiwillige. Hauptausreiseländer:

    • Mexiko: 39 Freiwillige
    • Kolumbien: 37 Freiwillige
    • Indien: 34 Freiwillige
    • Südafrika: 31 Freiwillige
    • Tansania: 30 Freiwillige

    Alle Organisationen, die Freiwillige entsenden, durchlaufen am Anfang einen Anerkennungsprozess beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA). Anerkannt werden können gemeinnützige Organisationen mit entwicklungspolitischer Ausrichtung. Diese werden nach folgenden Kriterien beurteilt:

    • Gemeinnützigkeit
    • Vertretbare Verwaltungskosten
    • Personelle Kapazität
    • Finanzielle Kapazität
    • Entwicklungspolitische Ziele und Kompetenz

    Seit 2013 sind alle weltwärts-Entsendeorganisationen verpflichtet, sich einem bestehenden Qualitätsverbund anzuschließen. Sie können auch mit anderen Entsendeorganisationen einen Qualitätsverband gründen.

    Die Entsendeorganisation sind verpflichtet, sich einer externen Prüfung bzw. Zertifizierung durch externe Prüfinstanzen zu unterziehen. So wird sichergestellt, dass die Entsendeorganisationen die Anforderungen des Qualitätskatalogs an den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst als Lerndienst einhalten. Folgende Prüfinstanzen dürfen Entsendeorganisationen im weltwärts-Programm prüfen:

    Weiterführende Links

  • kulturweit

    Der kulturelle Freiwilligendienst 'kulturweit' ist ein Angebot der Deutschen UNESCO-Kommission. Er wird vom Auswärtigen Amt (AA) gefördert. 'kulturweit' besteht seit 2009. Der Freiwilligendienst richtet sich an Jugendliche zwischen 18 und 26 Jahren. 'kulturweit' basiert auf dem Freiwilligen Sozialen Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes (JFDG).

    Alleinstellungsmerkmal von 'kulturweit' ist der kultur- und bildungspolitische Schwerpunkt. Der Freiwilligendienst kann in den sogenannten Entwicklungs- oder Schwellenländern geleistet werden. In einigen Ländern wird 'kulturweit' wegen der schwierigen Rahmenbedingungen oder Sicherheitslage nicht angeboten. Ausführende Einrichtungen von 'kulturweit' sind:

    • der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD),
    • das Deutsche Archäologische Institut (DAI),
    • die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK)
    • die Deutsche Welle (DW),
    • das Goethe-Institut (GI),
    • der Pädagogische Austauschdienst (PAD) in enger Kooperation mit der Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA).

    Die Auslandsinstitute, -einrichtungen und -abteilungen der ausführenden Institutionen stellen vor Ort Einsatzplätze zur Verfügung.

    Statistiken kulturweit 2017: 512 Freiwillige mit 'kulturweit' ins Ausland entsendet, davon 100 männliche Jugendliche. 281 Jugendliche waren Abiturient(inn)en, 212 Studierende sowie 19 Jugendliche, die schon berufstätig, in der Ausbildung oder Arbeit suchend waren. Um zum Beispiel mehr Auszubildende zu erreichen, arbeitet kulturweit mit der Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung (IBS) zusammen.

    Hauptzielregionen: Lateinamerika (31%), Osteuropa (26%), GUS-Staaten (15%), Afrika (14%), Südostasien (7%), Asien (4%), Naher Osten (1%), andere (2%).

    Die meisten Einsätze erfolgten an Partnereinrichtungen des Pädagogischen Austauschdienstes, gefolgt von den Einrichtungen des Goethe-Instituts, den Auslandsabteilungen des DAAD und den UNESCO-Nationalkommissionen. Die wenigsten Einsätze erfolgten in den Auslandseinrichtungen der Deutschen Welle sowie des Deutschen Archäologischen Instituts.

    Im Oktober 2018 wurde kulturweit um einen neuen Programmschwerpunkt erweitert. Mit der Programmlinie ‚naturweit‘ können junge Freiwillige an Einsatzorten wie den UNESCO-Weltnaturerbestätten, Geoparks und Biosphärenreservaten weltweit ihr Verständnis für die enge Beziehung zwischen Mensch und Umwelt vertiefen.

    'kulturweit' wurde zuletzt 2017 zertifiziert und erhielt zum vierten Mal das Qualitätssiegel 'quifd'. Dafür wurde der Freiwilligendienst von Quifd, der Agentur für Qualität in Freiwilligendiensten geprüft. Die von Quifd angesetzten Qualitätsstandards (PDF 352 KB) bezogen sich unter anderem auf die Auswahl der Freiwilligen und der Einsatzstellen, die Zusammenarbeit zwischen Entsendeorganisation und Partnerorganisationen, die Vereinbarung mit den Freiwilligen, die Organisation des Auslandsdienstes, das pädagogische Konzept und die Vorbereitung des Freiwilligendienstes, die Nachbereitung des Freiwilligendienstes, etc.

    'kulturweit' hat die Leitlinien 'Fair berichten' entwickelt. Ziel ist, den Freiwilligen eine verantwortungsbewusste Haltung hinsichtlich ihrer Berichte und Erzählungen zu vermitteln. Seit 2013 ist 'Fair berichten' fester Bestandteil des pädagogischen Begleitprogramms. Außerdem werden Freiwillige und Einsatzstellen regelmäßig dazu befragt, wie sie den Freiwilligendienst bewerten. Laut kulturweit Magazin 2017/2018 würden rund 97% der Freiwilligen den Freiwilligendienst weiterempfehlen.

  • Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)

    Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) wurde Ende 2010 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vorgestellt. Die Richtlinie zur Umsetzung des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (PDF 76,9 KB) vom 20.12.2010 (geändert am 17. April 2014, zuletzt geändert am 25. Mai 2018) regelt Rahmenbedingungen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes in Bezug auf Freiwillige, Pädagogische Begleitung, Träger und Einsatzstellen, Vereinbarung, Bescheinigung und Zeugnis, Absicherung der Freiwilligen, Ableistung des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes als Anderer Dienst im Ausland und Datenschutz.

    Zielgruppe und Zielregionen

    Der IJFD richtet sich an junge Leute, die bei Beginn des Freiwilligendienstes die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und bis Dienstende noch nicht 27 Jahre alt sind. Je nach Bundesland ist das mit 16 Jahren möglich, manchmal auch schon mit 15 Jahren. Die Entscheidung über die Entsendung Minderjähriger trifft der jeweilige Träger des IJFD.
    Junge Ausländer können auch einen IJFD machen. Mehr Informationen auch weiter unten unter Siehe auch „Rechtliche Rahmenbedingungen für Freiwillige aus dem Ausland“.

    Der IJFD kann in allen Ländern der Welt geleistet werden. Voraussetzung dafür ist, dass es vom Auswärtigen Amt keine Reisewarnung für das Land gibt oder sonstige Sicherheitsbedenken bestehen.

    Statistiken für den IJFD (Quelle: BAFzA)

    ZeitraumZahl der entsendeten Freiwilligen
    2013/143090
    2014/153397
    2015/163188
    2016/172969
    2017/182755

    Die meisten Freiwilligen sind zwischen 18 und 24 Jahre alt. Hauptzielländer sind: Frankreich, Großbritannien, USA, Israel und Spanien.

    Einsatzstellen und Qualitätssicherung

    Die Organisationen, die einen IJFD anbieten möchten, müssen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) eine Anerkennung beantragen. Um anerkannt zu werden, müssen sie:

    • gemeinnützig sein,
    • eine juristische Person sein,
    • ihren Sitz in Deutschland haben,
    • grundsätzlich Erfahrung in Auslandsdiensten haben,
    • den Verpflichtungen auf Grund der IJFD-Richtlinie nachkommen,
    • ein pädagogisches Gesamtkonzept nachweisen.

    Ebenso müssen die Einsatzstellen bzw. die Einsatzplätze, wo die Freiwilligen im Ausland eingesetzt werden sollen, vom BAFzA anerkannt sein. Vorher dürfen die Freiwilligen dorthin nicht ausreisen. Zur Sicherung der Qualität wird hier bei der Bearbeitung der Anträge eine Stellungnahme des Auswärtigen Amtes zu den beabsichtigen Einsatzstellen eingeholt.

    Ebenso muss sich der Träger eines IJFD zur Qualitätssicherung und -entwicklung einer zentralen Stelle für Qualitätsmanagement anschließen.

  • Deutsch-Französischer Freiwilligendienst

    Der Deutsch-Französische Freiwilligendienst (DFFD) ist ein Angebot des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW). Er begann 2007 als Pilotprojekt. Das Deutsch-Französische Jugendwerk wurde von den Regierungen in Deutschland und Frankreich beauftragt, einen Deutsch-Französischen Freiwilligendienst zu schaffen. Der DFFD richtet sich junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren, unabhängig vom Bildungsabschluss und der sozialen Herkunft.

    Der DFFD stützt sich auf den französischen 'Service Civique' und für einen Großteil der Angebote auch auf den deutschen Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD). Er beruht auf Gegenseitigkeit. Ein deutscher und ein französischer Freiwilliger werden gleichzeitig ins jeweilige Partnerland entsandt. Im Laufe ihres Freiwilligendienstes nehmen die Freiwilligen an mehreren Begleitseminaren teil. Dort werden sie von einem deutsch-französischen Team betreut.

    Einsatzbereiche: Schulbereich, Hochschulbereich, Sozialer Bereich, Ökologischer Bereich, Sport, Kultur, Gebietskörperschaften, beim DFJW.

    Je nach Einsatzbereich unterscheiden sich die Bewerbungsformalitäten. Auch kann ein bestimmtes Niveau an Sprachkenntnissen verlangt werden.

    2014 machten 192 Jugendliche einen Deutsch-Französischen Freiwilligendienst.

    Freiwillige, die über das Deutsch-Französische Jugendwerk einen DFFD (Schulbereich, Hochschulbereich, beim DFJW) absolvierten:

    • 2014/2015: 22 (weiblich), 8 (männlich) aus Frankreich nach Deutschland. 19 (weiblich), 11 (männlich) aus Deutschland nach Frankreich.
    • 2015/2016: 32 (weiblich), 12 (männlich) aus Frankreich nach Deutschland. 31 (weiblich), 8 (männlich) aus Deutschland nach Frankreich.

    Freiwilligen-Zahlen aus dem von Vereinen getragenen DFFD:

    • 2014/15: insgesamt 65 Freiwillige aus Frankreich nach Deutschland. 67 Freiwillige aus Deutschland nach Frankreich.
    • 2015/16: insgesamt 76 Freiwillige aus Frankreich nach Deutschland. 80 Freiwillige aus Deutschland nach Frankreich.

    Da der DFFD sich sowohl am französischen 'Service Civique' als auch am Internationalen Jugendfreiwilligendienst orientiert, müssen sich die Träger bei den zuständigen Behörden anerkennen lassen. Für den französischen Teil des DFFD ist die französische 'Agence du Service Civique' zuständig. Für den deutschen Teil des DFFD erfolgt die Anerkennung beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA). Die Einsatzstellen in Frankreich müssen auch vom BAFZA zugelassen werden. Die Träger müssen jeweils Sachberichte erstellen und bei den für sie zuständigen Einrichtungen einreichen.

    Eine Lenkungsgruppe trifft sich jährlich, um den Stand des Programms zu besprechen und dessen Qualität zu verbessern.

    Das Deutsch-Französische Jugendwerk als Träger des IJFD hat sich einem Zertifizierungsprozess der QUIFD - Agentur für Qualität in Freiwilligendiensten unterzogen und das Qualitätssiegel Quifd (Qualität in Freiwilligendiensten) erhalten.

    Weiterführende Links zu Freiwilligen-Statistiken

Rechtliche Rahmenbedingungen für Freiwillige aus dem Ausland

Die Teilnahme von Freiwilligen aus dem Ausland ist in den gesetzlich geregelten beziehungsweise geförderten Freiwilligendiensten (z. B. Bundesfreiwilligendienst, Europäischer Freiwilligendienst, Freiwilliges Soziales und Ökologisches Jahr, weltwärts, kulturweit, Deutsch-Französischer Freiwilligendienst) möglich. Sie wird teilweise gesondert gefördert und bietet unterschiedliche Rahmenbedingungen für ausländische Freiwillige.

Die Voraussetzungen für eine Teilnahme an einem Freiwilligendienst in Deutschland werden auf Basis der Kriterien des jeweiligen Förderprogramms festgelegt. Dies geschieht teilweise in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen im Ausland. Zu den erforderlichen Unterlagen gehören meist ein Aufenthaltstitel, der zur Erwerbstätigkeit berechtigt, sowie für Drittstaatsangehörige ein Visum. Das Visum muss im Heimatland beantragt werden. Es kann speziell für die Teilnahme an einem Freiwilligendienst in Deutschland ausgestellt werden. Eventuell wird auch ein polizeiliches Führungszeugnis aus dem Heimatland verlangt. Je nach Einsatzstelle sind auch grundlegende Deutschkenntnisse nachzuweisen.

Europäischer Freiwilligendienst

Jugendliche, die einen Europäischen Freiwilligendienst (EFD) in Deutschland machen möchten, müssen ihren ständigen Wohnsitz in einem der Erasmus+-Programmländer haben. Bei der Teilnahme von Jugendlichen eines Landes außerhalb der Europäischen Union sind die Visumsbestimmungen vorher zu prüfen. Gegebenenfalls ist ein Visum erforderlich.

weltwärts

Jugendliche, die im Rahmen der Süd-Nord-Komponente des weltwärts-Programms nach Deutschland kommen, benötigen:

  • Visa und andere Dokumente zur Einreise: Reisepass; Visumsantrag; Lebenslauf; Motivationsschreiben mit Angabe zur beruflichen Perspektive nach dem Freiwilligendienst; Vereinbarung über den Freiwilligendienst mit Angaben zu Verpflegung und Unterkunft; ggf. Nachweis über Grundkenntnisse der deutschen Sprache oder Nachweis, dass der Spracherwerb durch Sprachkurse nach Einreise sichergestellt wird. Die Koordinierungsstelle weltwärts erstellt, sofern von der Aufnahmeorganisation erbeten, Unterstützungsschreiben für die deutschen Botschaften. Diese Schreiben sind jedoch keine Einladungen. Viele Aufnahmeorganisationen legen ebenfalls Einladungsschreiben bei.
  • Aufenthaltserlaubnis oder ähnliche Dokumente: Um bei der Ausländerbehörde die Aufenthaltserlaubnis zu beantragen, muss der Freiwillige sich vorher beim Einwohnermeldeamt mit einer Adresse angemeldet haben und diese bei der Krankenkasse gemeldet haben.
  • Versicherungen: Freiwillige im Rahmen der Süd-Nord-Komponente sind in Deutschland sozialversicherungspflichtig. Sie leisten formalrechtlich einen Bundesfreiwilligendienst im Sinne des Bundesfreiwilligendienstgesetzes (BFDG). Die Versicherungsleistungen für die Süd-Nord-Freiwilligen umfassen: gesetzliche Sozialversicherung, Unfallversicherung in einer Berufsgenossenschaft, Betriebshaftpflichtversicherung sowie private Haftpflicht- und Unfallversicherung. In einigen Ländern ist außerdem für die Visumserteilung vonnöten, eine Reisekrankenversicherung für die Hin- und Rückreise nachzuweisen. Alle Beiträge zur Sozialversicherung werden von der Aufnahmeorganisation oder der Einsatzstelle gezahlt.

Deutsch-Französischer Freiwilligendienst

Freiwillige im Rahmen des Deutsch-Französischen Freiwilligendienstes (DFFD) unterliegen den Förderrichtlinien des Deutsch-Französischen Jugendwerks (PDF 774 KB). Der DFFD ist für Jugendliche aus Frankreich rechtlich gesehen ein französischer Service Civique. Teilnehmen dürfen alle Jugendlichen, die ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort in Frankreich haben, sowie alle französischen Staatsbürger/-innen, die sich vorübergehend nicht in Frankreich aufhalten. Für Jugendliche, die weder die französische noch eine EU-Staatsbürgerschaft haben, ist gegebenenfalls ein Visum für die Einreise nach Deutschland erforderlich.

Incoming BFD und FSJ/FÖJ

Jugendliche aus dem Ausland können auch am Bundesfreiwilligendienst und an den Jugendfreiwilligendiensten (PDF 4,3 MB) teilnehmen. Ihnen kann speziell für die Teilnahme an den Freiwilligendiensten eine Aufenthaltserlaubnis nach § 18 des Aufenthaltsgesetzes erteilt werden. Grundkenntnisse der deutschen Sprache sind von Vorteil.

Weiterführende Links

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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