Youth Wiki

Verwaltung und Steuerung

Steuerung

Hauptakteure

Informationen über das System der institutionalisierten Gesundheitsförderung in der Bundesrepublik Deutschland sind auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verfügbar.

Allgemeine Verteilung der Zuständigkeiten

Die zentrale Rolle bei der Vorbereitung und Ausarbeitung von Gesetzesvorhaben auf Bundesebene fällt dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zu. Im BMG wird die Gesundheitspolitik der Bundesregierung konzipiert und in Rechtsvorschriften umgesetzt.

Mit dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen verfügt die Bundesregierung beziehungsweise das BMG über ein wissenschaftliches Beratergremium, das mit seinen Gutachten starken Einfluss auf die gesundheitspolitische Diskussion ausübt.

Die Bundesländer beziehungsweise die zuständigen Länderministerien spielen vor allem in zwei Bereichen des deutschen Gesundheitswesens eine zentrale Rolle: in der stationären Versorgung und im öffentlichen Gesundheitsdienst. Ein wichtiger Schwerpunkt der Länderaktivitäten liegt auf der Prävention, also den Maßnahmen und Initiativen zum Erhalt und zur Förderung der Gesundheit der Bevölkerung beziehungsweise spezifischer Zielgruppen wie beispielsweise Kinder und Jugendliche.

Zu den traditionellen Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes gehören Vorsorge und Gesundheitsfürsorge (wie beispielsweise Einschulungsuntersuchungen, Schwangeren- und Mütterberatung), gemeindenahe psychiatrische und sozialpsychiatrische Versorgung, Überwachungs- und Beratungsaufgaben in den Bereichen Hygiene, Infektionskrankheiten, Arzneimittelverkehr und Umweltmedizin. Die genannten Aufgaben werden in der Regel von den Gesundheitsämtern in den Kreisen und Städten beziehungsweise spezialisierten Einrichtungen auf Bezirks- oder Landesebene ausgeübt.

Eine in den letzten Jahren verstärkt ausgebaute Aufgabe ist die Gesundheitsberichterstattung, die auf Landes- und teilweise auch auf kommunaler Ebene stattfindet. Die Gesundheitsberichterstattung liefert Daten und Fakten zur gesundheitlichen Situation der Bevölkerung beziehungsweise zu Strukturen und Leistungen des Gesundheitswesens. Auf Bundesebene wird die Gesundheitsberichterstattung vom Robert Koch-Institut wahrgenommen.

Organisation und Aufgaben ihrer öffentlichen Gesundheitsdienste haben die Bundesländer in Landesgesetzen geregelt.

Besonders charakteristisch für das deutsche Gesundheitssystem ist die wichtige Rolle, die den Verbänden und Körperschaften im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beziehungsweise der von der GKV finanzierten Gesundheitsversorgung zukommt. Der Staat hat die unmittelbare Gestaltung und administrative Steuerung an selbstverwaltete Körperschaften und deren Verbände delegiert. Diese übernehmen damit auch eine wichtige Funktion in der Präventions- und Beratungsarbeit für die Zielgruppe Kinder- und Jugendliche.

Gesundheitsministerkonferenz

In der föderalen Struktur der Bundesrepublik sind die Bundesländer für den Öffentlichen Gesundheitsdienst zuständig. Damit ein bundeseinheitliches Verwaltungshandeln sichergestellt ist, wurde im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz (Vorsitz 2020: Berlin) die Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden eingerichtet. Diese ist in 11 Arbeitsgruppen (AG) aufgegliedert:

  • AG Rettungswesen
  • AG Suchthilfe
  • AG Umweltbezogener Gesundheitsschutz
  • AG Gesundheitsberichterstattung, Prävention, Rehabilitation und Sozialmedizin
  • AG Arzneimittel-, Apotheken-, Transfusions- und Betäubungsmittelwesen
  • AG Berufe des Gesundheitswesens
  • AG Psychiatrie
  • AG Infektionsschutz
  • AG Medizinprodukte
  • AG Krankenhauswesen (einschließlich Pflegesatzfragen)
  • EU-Arbeitsgruppe.

Es gibt keine explizite Arbeitsgruppe für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche. Thematisch spielt die Zielgruppe aber sicherlich in der einen oder anderen AG eine Rolle.

Sportministerkonferenz

Die Sportministerkonferenz ist die Interessenvertretung der Bundesländer im Sport. Sie dient der Koordinierung der Interessen der Bundesländer zur Sportentwicklung  mit den Aufgaben der Europäischen Union des Bundes, der Kommunen und des gemeinnützigen Sports. Vorsitz 2017: Saarland.

Ressortübergreifende Zusammenarbeit

Gesundheitskonferenzen

Gesundheitskonferenzen stellen ein besonderes gesundheitspolitisches Managementinstrument dar. Die Etablierung von Gesundheitskonferenzen in Deutschland geht im Wesentlichen auf Förderprogramme von einzelnen Ländern oder kommunale Initiativen zurück, die in verschiedenen Phasen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten seit den 90er Jahren einsetzten. Die Implementierungsstrategien reichten in den Ländern von regionalen Einzelaktionen bis hin zu einer flächendeckenden Einführung in allen Kreisen.

Kommunale Gesundheitskonferenzen sind Steuerungsgremien, die über bedarfsorientierte, kommunale Analysen und Handlungsempfehlungen zur Gesundheit beraten und über deren Umsetzung entscheiden. Die Kommunalen Gesundheitskonferenzen und die dazugehörigen Arbeitskreise verhandeln gemeinsam über kommunale Stärken und Schwächen, stellen den Bedarf fest und suchen nach passenden Lösungen. Hier kommt auch die Zielgruppe Kinder und Jugendliche ins Spiel.

Kooperationen und Partnerschaften

Die Zuständigkeiten von Bund und Ländern in der föderalen Struktur der Bundesrepublik setzen der direkten Förderung von Kooperationen und Partnerschaften auf Bundesebene enge Grenzen. Zur Zusammenarbeit zwischen Schule und Sport gibt es Vereinbarungen zwischen den zuständigen Länderministerien und den jeweiligen Landessportbünden.

Auf Bundesebene haben der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Kultusministerkonferenz (KMK)  gemeinsame Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Schulsports 2017 – 2022 (PDF, 255 KB) verabschiedet, die auch Empfehlungen und Anregungen zur Kooperation zwischen Schulen und Vereinen enthalten.

Es gibt eine Reihe von Vereinbarungen zwischen Sportorganisationen und zum Beispiel Krankenkassen bezüglich der Übernahme von Kursgebühren für Angebote im Gesundheitssport.

Um eine gesunde Lebensumwelt der Menschen zu unterstützen, kooperieren mehrere Ministerien (für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; für Gesundheit; für Ernährung und Landwirtschaft) und Bundesoberbehörden (Bundesamt für Strahlenschutz, Bundesinstitut für Risikobewertung, Robert Koch-Institut, Umweltbundesamt) im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG). Es fördert Forschungsprojekte und Informationskampagnen im Bereich Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz. Hauptzielgruppe des Programms sind Kinder und Jugendliche.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

Weitere Themen

Jugendpolitik im Allgemeinen
Free Photos - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Freiwilliges Engagement
jp26jp - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Soziale Inklusion
Wokandapix - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Partizipation
aedrozda - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Allgemeine und berufliche Bildung
ernestoslava - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Kreativität und Kultur
Boadecia - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Jugend in der Welt
manseok - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Jugendarbeit
© ehrenberg - AdobeStock
Youth Wiki

Das Youth Wiki wird in Deutschland umgesetzt von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Die Verantwortung für den Inhalt des Youth Wiki in Deutschland trägt allein IJAB. Die EU-Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

Gefördert von: