Youth Wiki

Aktuelle Debatten und Reformen

Anstehende politische Entwicklungen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands e.V. (BVKJ), die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ) und die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. (DGSPJ) unter dem Dach der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DAKJ) haben im März 2017 das gemeinsame Positionspapier Gleiche gesundheitliche Chancen für Kinder und Jugendliche in Deutschland – Handlungsempfehlungen (PDF 314 KB) verabschiedet. Es benennt Chancen zur Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen und ihrer Familien und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen für die nächste Legislaturperiode. Es wird außerdem unterstützt durch den Verband leitender Kinder- und Jugendärzte und Kinderchirurgen Deutschlands e.V. (VLKKD).

In einer Stellungnahme vom März 2017 zu Prävention, Kinderschutz und Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen (PDF 257 KB) fragt das Bundesjugendkuratorium (BJK) nach Chancen und Grenzen der Prävention. Es regt an, den Begriff der Förderung von Gesundheit und Wohlergehen stärker in den Blick zu nehmen. Für die Querschnittsaufgabe eines gesunden und sicheren Aufwachsens sei eine breite Verantwortungsübernahme nötig, die nicht auf Gesundheitspolitik und Kinder- und Jugendhilfe begrenzt bleibt. Die Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums befasst sich mit den aktuellen Gesetzen und Konzepten, die das Ziel der Prävention von Kindern und Jugendlichen verfolgen.

In dem am 21.06.2016 veröffentlichten „Lagebericht zur Situation der Flüchtlingskinder in Deutschland“ (PDF 1,2 MB) moniert UNICEF die Situation der Flüchtlingskinder und fordert eine Verbesserung ihrer – auch gesundheitlichen – Versorgung.

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. hat 2016 einen offenen Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages geschrieben zu ihrer Petition (Petition 57180) für die Einsetzung einer/eines Kinderbeauftragten des Bundestages (PDF 182 KB), um ihre Forderung zu unterstreichen.

Am 25. Juli 2015 trat das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz; PDF 150 KB) in Kraft. Mit dem Gesetz wird auch die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen gestärkt. Unter anderem werden die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche weiterentwickelt und der Impfschutz verbessert.

Seit 1. Juni 2015 wird ein E-Learning-Programm Grundkurs Kinderschutz in der Medizin entwickelt. Der Grundkurs zielt auf eine nachhaltige und qualitativ hochwertige an der Alltagspraxis orientierte Weiterbildung medizinischer Fachkräfte [Zielgruppen: Ärztinnen und Ärzte, Psychologische Psychotherapeut(inn)en, Kinder- und Jugendpsychotherapeut(inn)en, Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-innen, Physiotherapeut(inn)en, andere Angehörigen der Gesundheitsberufe] in Fragen des Kinderschutzes. Sie sollen einen Überblick über die aktuelle Rechtslage, die Gesetzesänderungen, die Epidemiologie und Diagnostik von Misshandlungsformen erhalten. Sie sollen in die Lage versetzt werden, Anzeichen von sexuellem Missbrauch zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
Projektleitung: Universitätsklinikum Ulm Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Laufzeit: bis 30. Juni 2018

Seit 1. Dezember 2014 arbeitet eine Arbeitsgruppe an der Erstellung einer Leitlinie zu Kindesmisshandlung, -missbrauch, -vernachlässigung unter Einbindung der Jugendhilfe und Pädagogik. Hier wirken auch die Partner aus dem Bereich Kinderschutz bzw. der Jugendhilfe mit. Die neue Leitlinie soll Ärztinnen und Ärzten einen aktuellen Handlungsleitfaden auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse geben. Damit sollen ärztliche Entscheidungen zur Diagnostik, zur Therapie sowie zur Einleitung weitergehender Maßnahmen einschließlich der Kooperation mit anderen Berufsgruppen unterstützt werden. Die Leitlinie soll die Schnittstelle zu Kooperationen mit anderen Berufsgruppen, insbesondere aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, einschließen.
Projektleitung: Klinik und Poliklinik für Allgemeine Pädiatrie und Poliklinik am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn inne
Laufzeit: bis 31. Dezember 2017

Eine Expertengruppe des Zentrums Eigenständige Jugendpolitik (seit Dezember 2014 Koordinierungsstelle „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“) stellt in ihren Empfehlungen „Das Wohlbefinden Jugendlicher in Schule und außerschulischen Lern- und Bildungsorten“ (PDF 1,5 MB) die Frage in den Mittelpunkt, wie sich das Zusammenspiel von schulischen und außerschulischen Lern- und Bildungsorten am Wohlbefinden von Jugendlichen orientieren kann. Dabei geht es um subjektive Zuversicht und sichere Zukunftsperspektiven, um Erfahrungen, die Selbstwirksamkeit ermöglichen, um die Qualität von Beziehungen, um freie Räume und frei verfügbare Zeit, um Wahlmöglichkeiten und Entscheidungsfähigkeit sowie um faire Zugänge zu Lern- und Bildungsorten.

Laufende Diskussionen

Kostenfreies Essen in allen Schulen

Die Fraktion Die Linke fordert in einem Antrag vom Januar 2019 eine „zukunftsweisende und soziale Ernährungspolitik - Besonders für Kinder" (PDF 164 KB). Die Abgeordneten legen dazu einen Antrag vor, der unter Beteiligung des Bundes eine kostenfreie Verpflegung in allen Schulen und Kindertagesstätten fordert, die den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entsprechen soll. Die Kinder und Jugendlichen sollen zudem in den Einrichtungen durch gemeinsames Kochen und Zubereiten der Mahlzeiten sowie den Anbau von Nahrungsmitteln in Schulgärten einbezogen werden, um eine anwendungsorientierte Ernährungsbildung zu gewährleisten. Die Linksfraktion möchte außerdem eine verbindliche Reduktionsstrategie für Zucker-, ungesättigte Fettsäure- und Salzanteile in Fertiglebensmitteln festschreiben lassen, die sicherstellt, dass es zu keinem Austausch von wertgebenden hin zu billigen Inhalts- oder Zusatzstoffen kommt, sondern eine Qualitätssteigerung das Ziel ist. Die Bundesregierung soll zudem ein Verbot für an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung und für zucker- und kalorienreiche Fertiglebensmittel, Fastfood, Süßwaren, salzige Snacks und Softdrinks im Lebens- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) gesetzlich verankern.  

Bildungsoffensive für besseres Essen

Die FDP-Fraktion fordert in einem Antrag vom Mai 2019 (PDF 126 KB) die Bundesregierung dazu auf, für mehr Bildung, Bewegung und besseres Essen zu sorgen. Die Abgeordneten plädieren darin für eine Bildungsoffensive in Kindertagesstätten und Schulen, um frühzeitig Ernährungswissen zu vermitteln. In diese Bildungsoffensive soll auch die Erwachsenenbildung einbezogen werden, weil Eltern Vorbilder seien. Die FDP empfiehlt ferner, das EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch auszuweiten und finanziell aufzustocken. 

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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