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Förderung der sozialen Inklusion durch Kultur

Es gilt als gesellschaftlicher Konsens, dass kulturelle Bildung soziale Inklusion befördern und Ausgrenzung, Diskriminierung und Armut bekämpfen helfen soll (vgl. Positionspapier der Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung vom Februar 2011 Kultur öffnet Welten: Mehr Chancen durch Kulturelle Bildung (PDF, 66,8 KB)).

Förderung der Gleichstellung und Einbindung Jugendlicher durch kulturelle Maßnahmen 

Die Träger kultureller Kinder- und Jugendbildung haben das Selbstverständnis, dass kulturelle Bildungsangebote „den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen nach Selbstentfaltung, Mitgestaltung und Gemeinschaft Raum (gibt). Zugleich unterstützen sie junge Menschen dabei, Kompetenzen wie Kreativität, Kritikfähigkeit, Selbstbewusstsein, Toleranz und Verantwortungsbereitschaft zu entwickeln. Kulturelle Bildung ermöglicht so Persönlichkeitsentwicklung sowie gesellschaftliche, politische und kulturelle Beteiligung.“ Diese Überzeugung ist ein grundlegendes Qualitätsmerkmal außerschulischer kultureller Bildung, sie prägt alle Maßnahmen und Angebote kultureller Bildung, ihre Begründung, Formate und Methoden sowie das pädagogische Handeln. Auch alle Förderprogramme in Deutschland legen dieses Verständnis, unter anderem als Förderziel, zugrunde.   

Bekämpfung von Diskriminierung und Armut durch kulturelle Aktivitäten

Die Inklusion benachteiligter junger Menschen durch und in kulturelle Bildung ist ein wichtiges Ziel der Träger kultureller Bildung und der Politik sowie vieler Förderprogramme. Das Ziel, dass in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung Diversität anerkannt und Inklusion gelebt werden
Beispielhafte Programme auf Bundesebene sind:

  • Bildungspaket
    Das so genannte Bildungspaket (Leistungen für Bildung und Teilhabe) sieht Leistungen vor, die insbesondere Kindern, Jugendlichen und junge Erwachsenen zusteht, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe erhalten oder deren Eltern den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen. Auch wer Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhält, kann einen Anspruch auf Mittel des Bildungspakets haben. Zudem kann ein Anspruch auf Leistungen des Bildungspakets nach dem SGB II bestehen, wenn das Kind bzw. seine Eltern zwar ansonsten keine der genannten Sozialleistungen beziehen, jedoch die spezifischen Bildungs- und Teilhabebedarfe des Kindes nicht decken können. Das Bildungspaket unterstützt gezielt 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche. Es sieht u.a. Zuschüsse für bedürftige Kinder vor, die in der Freizeit bei Maßnahmen im Bereich Sport, Spiel und Kultur mitmachen möchten. Dafür steht monatlich ein Betrag von insgesamt bis zu 10 Euro zur Verfügung, zum Beispiel für Mitgliedsbeiträge oder Gebühren oder im Ausnahmefall auch für Ausrüstungsgegenstände. Die Umsetzung des Bildungspakets wird vor Ort in den Kreisen und kreisfreien Städten organisiert. Die konkrete Umsetzung des Bildungspakets kann in den Kreisen und kreisfreien Städten unterschiedlich sein.
  • Auch das Bundesprogramm Kultur macht stark - Bündnisse für Bildung soll junge Menschen adressieren, die als benachteiligt gelten können. 
  • Von 2017 bis 2019 förderte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) neun Praxisprojekte, die erprobten, wie Kulturelle Bildung einen Beitrag dazu leisten kann, das gesellschaftliche Zusammenleben für alle Menschen ohne Ausgrenzungen und Diskriminierungen zu gestalten. Die Erfahrungen aus den modellhaften Projekten wurden publiziert. 

Der Zuzug einer großen Anzahl an Geflüchteten (Höchststand 2015) war Anlass für das Bundesministerium für Bildung und Forschung, auf die wichtige Rolle kultureller Bildung zur Förderung einer „Integrationskultur“ hinzuweisen. Organisatoren der kulturellen Bildung stehen noch immer vor großen Herausforderungen in diesem Bereich. Es gibt bereits eine Sammlung an Formaten und Konzepten für dieses Praxisfeld, aber dabei „gilt es Menschen mit Fluchterfahrung nicht zur Zielgruppe pädagogischer Bemühungen und zu Objekten des Handelns der Mehrheitsgesellschaft zu machen, sondern sie als Beteiligte, Gesprächspartner*innen, als Lehrende und Lernende, als Akteur*innen wahrzunehmen.“ Darüber hinaus sind verschiedene Fördermöglichkeiten für Projekte verfügbar, allerdings ist noch keine Plattform oder Datenbank speziell für Projekte von, mit oder für Geflüchtete vorhanden.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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