Youth Wiki

Entwicklung kultureller und kreativer Kompetenzen

Erwerb kultureller und kreativer Kompetenzen durch Bildung und Fortbildung

Die Förderung kultureller und kreativer Kompetenzen ist ein Ziel jeder kulturellen Bildungsmaßnahme in Deutschland, gleich, ob es sich um formale oder nicht formale Maßnahmen handelt. Alle bisher geschilderten gesetzlichen Grundlagen, politischen Strategien und Förderprogramme zielen hierauf ab. Während in der Schule tendenziell eher die Wissensvermittlung im Vordergrund steht, bieten vor allem Kultureinrichtungen Möglichkeiten der Rezeption künstlerischer Werke oder kulturellen Erbes. Kulturelle Kinder- und Jugendbildung im nicht formalen Bereich betont vor allem die Förderung eigener Gestaltungsfähigkeiten von Kindern und Jugendlichen. Hier werden in allen Sparten inklusive (neue) Medien Angebote gemacht, bei denen sich Kinder und Jugendliche selbst künstlerisch-kulturell betätigen können. Bei dieser Schilderung handelt es sich jedoch um eine grobe Unterscheidung, die nicht in jedem Einzelfall zutreffend sein muss. 

Die Anerkennung des Stellenwerts kultureller Bildung im Bereich der Jugendarbeit, auch in anderen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, im Elementarbereich und in der Schule sowie anderen Bildungsbereichen hat sich in den letzten 20 Jahren deutlich erhöht. Seitdem wird (wieder) stärker von verschiedenen gesellschaftlichen und beruflichen Gruppen sowie in verschiedenen Politikbereichen diskutiert, was damit gemeint ist, welche Konzepte damit verbunden sein sollen und welche Wege als richtig gelten, mehr jungen Menschen eine Teilhabe zu ermöglichen. Besonders stark wird damit argumentiert, dass kulturelle Bildung Sekundär- und Transfereffekte hervorruft, die zur Entwicklung von Kompetenzen junger Menschen, zu ihren beruflichen Aussichten und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen. Auch der 15. Kinder- und Jugendbericht stellte fest: „Kulturelle Bildungsangebote bieten ein wichtiges Lernfeld für junge Menschen. Sie vermitteln künstlerische Fähigkeiten ebenso wie Kreativität, Ausdrucksfähigkeit, Toleranz und soziale Kompetenzen – wichtige Voraussetzungen für Partizipation und gesellschaftliche Integration.“ 

Vor allem auf Länderebene gibt es einzelne Programme, die die Talente junger Menschen fördern. Beispiel:

JeKits (Nordrhein-Westfalen): „JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ ist ein Programm in Nordrhein-Westfalen für die Grundschule, das auf der Kooperation von Schule und außerschulischem Partner (wie z.B. einer Musikschule oder einer Tanzinstitution) basiert. Mit dem Programm werden alle Kinder einer JeKits-Schule erreicht. JeKits hat drei alternative Schwerpunkte: Instrumente, Tanzen oder Singen. JeKits will Kindern die Erfahrung des Instrumentalspiels, des Tanzens oder des Singens als ästhetisches Handeln in der Gruppe ermöglichen. JeKits will möglichst vielen Kindern in Nordrhein-Westfalen, unabhängig von ihren persönlichen und sozio-ökonomischen Voraussetzungen, den Zugang zu musikalischer bzw. tänzerischer Bildung eröffnen. JeKits will die kommunale Bildungslandschaft mit einer systematisch gepflegten Kooperation von Schule und außerschulischen Partnern nachhaltig bereichern. Im Schuljahr 2018/19 nehmen 187 Kommunen in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 1000 Grundschulen am JeKits-Programm teil. Das Programm wird von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen mit über 11 Millionen Euro jährlich gefördert.

Spezielle Fortbildungen für Fachkräfte aus Bildung, Kultur und dem Jugendbereich

Lehrerinnen und Lehrer benötigen als Voraussetzung, um an Schulen zu unterrichten, ein Fachstudium. Um ein Lehramtsstudium in den künstlerischen Schulfächern aufzunehmen, ist eine erfolgreiche künstlerische Eignungsprüfung die Vorrausetzung.

Lehrerfortbildung

Für bereits unterrichtende Lehrkräfte werden auf Bundesländerebene von verschiedenen Anbietern Lehrerfortbildungen für den Fachunterricht angeboten. Zudem gibt es Fortbildungen im Rahmen von Sonderprogrammen. Einige betreffen auch die Förderung der Kooperation zwischen Schulen und außerschulischen Partnern kultureller Bildung. 

Beispiele für Lehrer-Fortbildungen aus den Bundesländern:

  • Baden-Württemberg: Die Akademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater Schloss Rotenfels ist die zentrale Aus- und Fortbildungseinrichtung des Landes für die Belange der künstlerischen Fächer. Sie versteht sich als eine praxisbezogene Begegnungsstätte für Pädagogen/Pädagoginnen, Schüler/-innen, Künstler/-innen und Fachleute aus allen Bereichen des schulischen und kulturellen Lebens. Sie unterstützt die Schulen bei der ästhetisch-kulturellen Projektentwicklung durch Fortbildungen und schulbezogene Veranstaltungen. Ihr Anliegen ist es, als Bindeglied zwischen Schulen und Kultureinrichtungen/Kulturpartnern vermittelnd und beratend tätig zu sein. Mit den Lehrerfortbildungsveranstaltungen, die sich neben den praktisch-bildnerischen auch mit den theoretisch-reflektierenden Aspekten des Faches Bildende Kunst sowie mit den Inhalten des Theaters, des Tanzes und der angrenzenden Bereiche befassen, beteiligt sich die Landesakademie an der zentralen amtlichen Lehrerfortbildung in Baden-Württemberg.
  • Sachsen: Die KOST (Kooperation Schule und Theater in Sachsen) bietet in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Bildungsinstitut und der Sächsischen Bildungsagentur verschiedene Fortbildungen im Bereich des Darstellenden Spiels und des Schultheaters an.
  • Bayern: Fortbildungsangebote für kulturelle Bildung gibt es für die Bereiche „Musik“, „Kunst, Tanz, Theater und Film“, „Museumspädagogik und Denkmal“ sowie „Neue Medien“. Die Angebote werden gebündelt beim Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultur.
  • Hessen: Das Projektbüro Kulturelle Bildung, angesiedelt beim Hessischen Kultusministerium, bietet Fortbildungen zu Themen wie „Kreative Unterrichtspraxis“, Musik und Darstellendes Spiel.

Außerschulische kulturelle Kinder- und Jugendbildung

In der außerschulischen kulturellen Kinder- und Jugendbildung werden Fortbildungen von fast allen Fachverbänden und Landesvereinigungen Kulturelle Kinder- und Jugendbildung angeboten. Auf Bundesländerebene gibt es außerdem Fortbildungsakademien für kulturelle Bildung bzw. spezielle Kunstsparten, beispielsweise die 23 Bundes- und Landesmusikakademien oder die theaterpädagogischen Zentren. Außerdem gibt es drei bundesweit arbeitende Fortbildungsakademien: 

  1. Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW in Remscheid, 
  2. Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, 
  3. Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen.

Alle drei Akademien bieten Fortbildungsprogramme für verschiedene Professionen in Schule, Kindergarten/Kita, Jugendarbeit und Kultur. 

Daneben gibt es Fortbildungsangebote bei Fortbildungs- und Beratungsstellen sowie im Rahmen von Sonderprogrammen. Beispiele:

  • In Nordrhein-Westfalen informiert das Projekt ProQua der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW (Laufzeit 2018-2022). ProQua bietet die fachpädagogische Begleitung des bundesweiten Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung” und gestaltet bundesweit und dezentral Fachkonferenzen zu Querschnittsthemen und übergreifenden Fragestellungen der kulturellen Bildung mit dem Ziel, Bildungschancen von benachteiligten Kindern und Jugendlichen durch Qualifizierung der Fachkräfte zu erreichen. Die Veranstaltungen richten sich an Fachkräfte, Multiplikator(inn)en sowie ehrenamtlich Engagierte. Inhalte der Fachkonferenzen orientieren sich an Qualitätsentwicklungen und Interessen der lokalen Bündnisse in „Kultur macht stark”. 
  • Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) bietet Fachkonferenzen und Materialien zur Qualitätsentwicklung an. Der Bereich jugend.kultur.austausch der BKJ berät, fördert und qualifiziert internationale Jugendkultur- und Fachkräftebegegnungen.

Schaffung eines qualitätsvollen Zugangs zu kreativen Räumen

Kulturelle Bildung in der Jugendarbeit

Laut SGB VIII. Artikel 11 Absatz 3 (Sozialgesetzbuch Achtes Buch - Kinder- und Jugendhilfe, SGB VIII) ist die kulturelle Jugendbildung ein Schwerpunkt der Jugendarbeit und eine besondere Leistung, die von den Kinder- und Jugenddiensten zu erbringen ist.

Kulturelle Jugendbildung kann Bestandteil jeder Art von Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit sein. Innerhalb der Jugendarbeit gibt es Organisationen und Einrichtungen, die auf kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche spezialisiert sind. Sie sind in 57 bundesweiten Dachorganisationen sowie über 900 Landesorganisationen zusammengefasst und umfassen circa 70.000 Einzelorganisationen und -einrichtungen auf lokaler Ebene. Sie reichen von Literatur, Musik, Theater, Tanz und Rhythmik oder bildnerisches Gestalten bis hin zu Fotografie, Medien, Spiel und Zirkus. Diese Träger sind Einrichtungen mit eigenen Häusern, beispielsweise Jugendmusikschulen, Jugendkunstschulen, Literaturhäuser oder Kinder- und Jugendtheater und mobile Einrichtungen (Spielmobile) sowie Organisationen ohne eigene Veranstaltungshäuser (in der Regel Vereine und Verbände). 

Kulturelle Bildung als Teil der Schulbildung 

In allen Zielparagrafen der Schulgesetze der Länder wird das Recht auf Bildung, Erziehung und individuelle Förderung sowie auf kulturelle Teilhabe festgeschrieben, hier gezeigt am Beispiel des Schulgesetzes Nordrhein-Westfalen. In § 1(1) heißt es, dass jeder junge Mensch ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung hat und dieses Recht nach Maßgabe dieses Gesetzes gewährleistet wird. § 2 (4) umfasst den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule, der besagt, dass die Schule die zur Erfüllung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Werthaltungen vermittelt. Dabei berücksichtigt sie die individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler. Sie befähigt sie dazu, verantwortlich am sozialen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Leben teilzunehmen und ihr eigenes Leben zu gestalten.“

So formulierte die Kultusministerkonferenz in ihrer Empfehlung zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung vom 10.10.2013 (PDF, 208 KB): „Kulturelle Bildung ist für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen unverzichtbar. Sie verbessert die Bedingungen für eine gelingende Bildungsbiografie und ermöglicht den Erwerb kognitiver und kreativer Kompetenzen. Sie trägt zur emotionalen und sozialen Entwicklung aller Heranwachsenden und zu ihrer Integration in die Gemeinschaft bei und ist somit Grundbedingung gesellschaftlicher Teilhabe.“ Im Bildungsbericht der Bundesregierung 2012 wurde betont, dass die kulturelle Bildung „dazu beiträgt, Individuen zu einem selbstbestimmten Leben, zur Entdeckung und Entfaltung ihrer expressiven Bedürfnisse sowie zur aktiven Teilnahme an Kultur zu befähigen. In einer Welt, deren soziale, politische und ökonomische Prozesse von einer Fülle ästhetischer Medien geprägt werden, wird kulturelle/musisch-ästhetische Bildung zu einer wichtigen Voraussetzung für autonome und kritische Teilhabe an Gesellschaft und Politik.“  Gleichzeitig wurde Kulturelle Bildung als ein Bildungsbereich mit eigenständigen Zielen beschrieben. 

Kulturelle Teilhabe bzw. kulturelle Bildung wird in der Schule über curriculare Festlegungen vor allem im Fächerkanon sichergestellt. Die jeweiligen Schulfächer sind in der Regel: Musikunterricht, Kunstunterricht (Schwerpunkt Bildende Kunst), Deutschunterricht (Literatur), in einigen Bundesländern und ausgewählten Schulformen auch Darstellendes Spiel (Theater), Tanz oder Darstellen und Gestalten.

Eine im Rahmen des Projektes mapping//kulturelle-bildung (PDF, 17,5 MB) erstellte Lehrplananalyse ergab, dass in den einzelnen Bundesländern der Anteil der Unterrichtsstunden für kulturelle Bildung im Schuljahr 2007/08 im Durchschnitt bei ungefähr 72 Stunden lag. In Relation zu den Gesamtunterrichtsstunden ergibt sich damit ein durchschnittlicher Anteil der kulturellen Bildung am Gesamtunterricht von etwa 9,8 %. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass bei der Lehrplananalyse in der Tat nur die expliziten künstlerischen Fächer berücksichtigt wurden, der kulturelle Bildungsanteil in den Unterrichtsfächern jedoch höher ist, da dieser auch für andere Unterrichtsfächer relevant ist. Hier ist allerdings der künstlerisch-kreative Anteil schwer abgrenzbar, wie z.B. bei den sprachlichen Schulfächern oder auch dem Fach Geschichte (bezogen auf Kulturgeschichte).  „Neben dem curricularen Angebot existieren auch freiwillige kulturelle Bildungsleistungen in der Schule, wie zusätzliche künstlerische Angebote außerhalb des Unterrichts, so z.B. Schulbüchereien, Schulchöre, -orchester oder Theater-Arbeitsgemeinschaften (AG). In der Schulstatistik wird die Bereitstellung dieser zusätzlichen Angebote nicht erfasst. Der bisherige Besuch solcher Angebote wird jedoch im Jugend-KulturBarometer unter den 14- bis 24-Jährigen ermittelt. Danach lag der Anteil der jungen Leute, die mindestens einmal in ihrem Leben eine entsprechende künstlerisch-kreative schulische AG besuchten, bei 56 %. Rechnet man hier noch als Grenzfall den Besuch der Internet-AG (z.B. im Zuge der Homepagegestaltung) zu künstlerisch-kreativen Angeboten, liegt der Anteil für 2010/11 bei 62 %.“ Die Unterschiede in den Schulsystemen und der Stellung künstlerischer Schulfächer in den Lehrplänen lassen kaum die Erhebung von Daten zu Stundenanteilen zu.

Schulen können sich im Rahmen ihrer gesetzlich geregelten Gestaltungsmöglichkeiten ihr Angebot erweitern oder ein kulturelles Schulprofil geben. Dann können beispielsweise die künstlerisch-kulturellen Schulfächer einen besonderen Stellenwert erhalten (beispielsweise einen größeren Stundenanteil) oder es können künstlerisch-kulturelle Wahlfächer und extracurriculare Arbeitsgemeinschaften angeboten werden. Verbreitet gibt es auch, z.T. regelmäßige, extracurriculare und außerunterrichtliche Angebote in Kooperation mit außerschulischen Partnern wie Einrichtungen und Organisationen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung oder Kultureinrichtungen sowie einzelnen Künstlerinnen/Künstlern.

Kulturelle Bildung im Kulturbereich 

Kulturelle Bildung gilt – neben anderen Aufgaben – auch als (gesellschaftlicher) Auftrag der öffentlichen Kultureinrichtungen in Deutschland. Es gibt jedoch keine rechtliche Verankerung dafür, ebenso wenig wie für eine flächendeckende Verbreitung. Im Grundgesetz wird die Förderung von Kunst und Kultur als freiwillige Aufgabe der Bundesländer festgelegt („Kulturhoheit“), die, zum Teil gestützt durch die jeweiligen Landesverfassungen, auch weitere rechtliche Grundlagen und öffentliche Finanzierungsmöglichkeiten schaffen. 

Den Bereich Kunst und Kultur decken in Deutschland eine große Bandbreite von Akteuren und Kultureinrichtungen ab. Dazu zählen Bibliotheken, Theater, Museen, Orchester, Chöre, Verlage, die Filmindustrie, Fernsehen, Radio und Teile des Internets, auch die Musik- oder Volkshochschule, jeweils in öffentlicher oder privater Trägerschaft, sowie Künstlerinnen und Künstler aller Sparten. Der Bildungsauftrag wird jeweils sehr unterschiedlich verstanden und umgesetzt. Das Verständnis reicht von einer konsequenten Besucherorientierung, um möglichst viele Menschen zu erreichen, bis hin zu pädagogisch gestalteten Bildungsangeboten.

Die Tatsache, dass die Förderung von Kunst und Kultur eine freiwillige Aufgabe der öffentlichen Hand ist, ist in Deutschland nicht unumstritten. Es wird immer wieder eine Verankerung im Grundgesetz verlangt: „Auch wenn dies bislang noch keinen ausdrücklichen Eingang ins Grundgesetz gefunden hat (…), so definieren doch mehrere höchstrichterliche Rechtsprechungen des Bundesverfassungsgerichts und der Artikel 35 des Einigungsvertrages Deutschland explizit als ‚Kulturstaat'. Hieraus leitet sich der kulturelle Bildungsauftrag ab. Deshalb fördert die öffentliche Hand in Deutschland Kunst und Kultur im Bund, in den einzelnen Bundesländern und in den Kommunen jedes Jahr mit rund acht Milliarden Euro. Öffentliche Theater beispielsweise werden in Deutschland durchschnittlich zu rund 84 Prozent subventioniert, nur 16 Prozent erwirtschaften sie aus eigener Kraft.“ 

Förderung von Jungunternehmertum im kulturellen und kreativen Bereich 

Programme und vor allem Preise bieten Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern Stipendien, Öffentlichkeit und finanzielle Unterstützung. Programme und Preise gibt es auf Bundesebene, auf Landesebene und regionaler oder lokaler Ebene. Beispiele für Preise, Programme o.ä. für junge Künstlerinnen und Künstler:

  • Jugend musiziert ist ein seit 1964 in Deutschland ausgetragener Musikwettbewerb für Kinder und Jugendliche. Neben der künstlerischen Herausforderung des Wettbewerbs geht es bei „Jugend musiziert" auch um die Begegnung musikbegeisterter Jugendlicher. Der Wettbewerb gliedert sich in drei Phasen: Aus mehr als 160 Regionalwettbewerben gehen die Teilnehmenden der Landeswettbewerbe hervor. Erste Landespreisträgerinnen und Landespreisträger werden zum Bundeswettbewerb weitergeleitet. Auf allen drei Wettbewerbsebenen werden Urkunden und Preise vergeben. Darüber hinaus vergeben Stiftungen, Organisationen, Institutionen und Privatpersonen Förderprämien, Sonderpreise und Stipendien. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zeichnet die Preisträgerinnen und Preisträger des Bundeswettbewerbs aus. 
  • Der Deutsche Jugendfotopreis entdeckt und fördert junge Fototalente und unterstützt sie dabei, die Fotografie als eine persönliche und künstlerische Ausdrucksform zu entwickeln. Dies geschieht mit Auszeichnungen, Workshops, Ausstellungen und Veröffentlichungen. Seit seiner Gründung haben weit mehr als 50.000 Medienmacher am Deutschen Jugendfotopreis teilgenommen, Einzelne ebenso wie Fotogruppen. Der Deutsche Jugendfotopreis wurde 1961 gegründet und wird vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veranstaltet. Zu den weiteren Förderern zählen u.a. der Photoindustrie-Verband e.V. und photokina.
  • Fonds Soziokultur „Der Jugend eine Chance“: Mit dem Förderprogramm des Fonds Soziokultur für junge Kulturinitiativen werden junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren gefördert, die sich zu einer Initiative oder einem Verein zusammengeschlossen haben.
  • Das Festival junger Künstler Bayreuth bringt 1950 Nachwuchs aus aller Welt zusammen. Junge Künstlerinnen und Künstler organisieren und bespielen das Festival. In über 60 Jahren kamen rund 25.000 junge Menschen aus 80 Nationen nach Bayreuth. Die enge Zusammenarbeit von jungen Künstler(inne)n und Kulturmanager(inne)n ist ein wichtiger Teil der Ausbildung.
  • Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen vergibt einen Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler. Es werden 14 Einzelpreise in Höhe von jeweils 7.500 Euro aus den Sparten Malerei, Grafik, Bildhauerei; Dichtung, Schriftstellerei; Komposition, Dirigat, Instrumentalmusik; Theater: Regie, Schauspiel, Gesang, Tanz, Bühnenbild; Film: Regie, Bühnenbild, Kameraführung; Medienkunst; Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur, Städtebau, Design vergeben.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

Weitere Themen

Jugendpolitik im Allgemeinen
Free Photos - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Freiwilliges Engagement
jp26jp - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Soziale Inklusion
Wokandapix - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Partizipation
aedrozda - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Allgemeine und berufliche Bildung
ernestoslava - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Gesundheit und Wohlbefinden
Khamkor - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Jugend in der Welt
manseok - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Jugendarbeit
© ehrenberg - AdobeStock
Youth Wiki

Das Youth Wiki wird in Deutschland umgesetzt von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Die Verantwortung für den Inhalt des Youth Wiki in Deutschland trägt allein IJAB. Die EU-Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

Gefördert von: