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Verwaltung und Steuerung

Steuerung

Hauptakteure

Bundesebene

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ist das zuständige Ministerium auf Bundesebene, wenn es um das Thema Arbeitsmarkt und Jugendbeschäftigung geht. Es nennt als seine Kernaufgaben die Bereiche Arbeitssicherung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Dazu gehören Bereiche wie die Arbeitsförderung, die Arbeitsvermittlung, die Auszahlung von Arbeitslosengeld, die Gewährleistung einer Grundsicherung für Arbeitsuchende, die Umsetzung von Modellprogrammen, die Beschäftigung von Fachkräften aus dem Ausland, Arbeitsmarktstatistiken sowie die Sicherung einer altersgerechten Arbeitswelt. Das BMAS ist auch für die Einrichtung und Verwaltung der EU-Jugendgarantie (PDF 561 KB) sowie für die Koordinierung der Partnerschaften auf allen Ebenen und in allen Branchen zuständig. Es ist zudem zuständig für die Erstellung der Fortschrittsberichte.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat eine allgemeine bzw. koordinierende Kompetenz für den Bereich der beruflichen Bildung. Für die betriebliche außerschulische Berufsbildung ist der Bund zuständig.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt und fördert Programme und Initiativen zur Stärkung unternehmerischer Kompetenz in Schulen und von Start-ups.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) betreut federführend das Kinder- und Jugendhilfegesetz (Sozialgesetzbuch Achtes Buch, SGB VIII). Es unterstützt benachteiligte Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund dabei, ihre Lebenssituation zu verbessern. Das BMFSFJ kooperiert dabei mit anderen Bundesministerien, den Bundesländern und kommunalen Einrichtungen sowie mit Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, um die Interessen von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Arbeitsfeldern, wie Bildung, Gesundheit und Beschäftigung zu vertreten.

Länderebene

Auf Ebene der Bundesländer sind es die jeweiligen Landesministerien für Bildung, Arbeit, Soziales sowie Wirtschaft, die für die Themenfelder Berufliche Bildung, Beschäftigung und Förderung von Unternehmertum zuständig sind. Für das Bildungswesen sind vor allem die Bundesländer zuständig (Bildungshoheit der Bundesländer). Dadurch unterscheiden sich die Schulsysteme in Deutschland von Bundesland zu Bundesland. Für die Berufsausbildung in den Schulen und für die Berufsschulen sind die Bundesländer bzw. die jeweiligen Landesministerien für Bildung verantwortlich.

Ministerkonferenzen

Zur Förderung gemeinsamer Interessen der Bundesländer im Bildungsbereich trägt die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) bei, die sich regelmäßig trifft. Dabei geht es um die Vereinheitlichung und Vergleichbarkeit von Zeugnissen und Abschlüssen, die Sicherung von Qualitätsstandards in Schule, Berufsbildung und Hochschule sowie die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen der Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Die Arbeits- und Sozialministerkonferenz berät zu Fragen der Beschäftigung und Sozialpolitik. Sie dient der Zusammenarbeit der Bundesländer und der Koordinierung der Interessen der Bundesländer zwischen den Ressorts sowie der Zusammenarbeit mit dem Bund. Vorsitz 2019: Mecklenburg-Vorpommern.

Die Wirtschaftsministerkonferenz ist ein wichtiges Instrument der wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern. Hier kommen die Wirtschaftsminister/-innen der Bundesländer zusammen und beraten und fassen Beschlüsse zu wirtschaftspolitischen Fragen oder Themen mit wirtschaftspolitischem Bezug. Vorsitz 2019/20: Bremen.

Öffentliche Einrichtungen

Die Bundesagentur für Arbeit ist der wichtigste Dienstleister am Arbeitsmarkt. Sie ist zuständig für die beitragsfinanzierte Arbeitslosenversicherung (gemäß Drittes Buch Sozialgesetzbuch, SGB III) und die steuerfinanzierte Grundsicherung für Arbeitsuchende (gemäß Zweites Buch Sozialgesetzbuch, SGB II). Sie erbringt Leistungen am Arbeits- und Ausbildungsmarkt für Bürger/-innen sowie Unternehmen und Einrichtungen. Bundesweit gibt es ein flächendeckendes Netz von Agenturen für Arbeit. Diese sind für den Bereich Arbeitslosenversicherung zuständig. Die Jobcenter kümmern sich um die Grundsicherung für Arbeitsuchende. Die Jobcenter sind eine gemeinsame Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit und eines kommunalen Trägers. Sie vermitteln und beraten, unterstützen bei der beruflichen Eingliederung, der Berufsausbildung, Weiterbildung und Beschäftigungsaufnahme, wenn man arbeitslos war.

Das Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB) ist eine Einrichtung des Bundes, die für die Politik, die Wissenschaft und die Praxis beruflicher Bildung tätig ist. Die Aufgaben des Instituts werden durch den § 90 des Berufsbildungsgesetzes definiert. Dazu gehört unter anderem, durch wissenschaftliche Forschung zur Berufsbildungsforschung beizutragen. Die Fachstelle Übergänge in Ausbildung und Beruf ist beim BIBB angesiedelt.

Akteure der Jugendhilfe

Im Rahmen der Jugendberufshilfe unterstützen Träger der Jugendhilfe sozial benachteiligte und individuell beeinträchtigte Jugendliche im Übergang Schule - Berufsausbildung und Ausbildung – Erwerbsleben. Die Jugendberufshilfe bietet eine Vielzahl staatlicher Leistungen und Angebote zur beruflichen und sozialen Eingliederung. Wichtige Ansprechpartner sind:

Die vorgenannten und weitere Akteure haben sich im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit zusammengeschlossen.

Allgemeine Verteilung der Zuständigkeiten

Das Grundgesetz regelt die Zuständigkeiten und Kompetenzen zwischen Bund und Bundesländern. Die Bundesländer haben das Recht der Gesetzgebung, soweit das Grundgesetz dem Bund nicht Befugnisse verleiht.

Informationen zu den Zuständigkeiten und der Zusammenarbeit auf Bundes- und Bundesländerebene im Zusammenhang mit dem Berufsbildungssystem bietet die Plattform Eurydice sowie die Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Weiterführende Informationen zur Zusammenarbeit und Zuständigkeiten im Bereich Beschäftigung und Berufliche Bildung bieten:

Ressortübergreifende Zusammenarbeit

Die Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien regelt die Grundsätze für die Organisation der Bundesministerien und ihre Zusammenarbeit. Die Bundesländer unterstützen und ergänzen die Arbeitsmarktpolitik des Bundes. Bund und Länder arbeiten in sogenannten Bund-Länder-Arbeitsgruppen zusammen. Dort werden Themen von aktueller Bedeutung, zum Beispiel auch zu Beschäftigung, diskutiert und Verbesserungsvorschläge und Empfehlungen erarbeitet.

In jedem Bundesland wirkt ein so genannter Kooperationsausschuss gemäß § 18b Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II). Er besteht aus der zuständigen obersten Landesbehörde und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Der Ausschuss koordiniert die Umsetzung der Grundsicherung für Arbeitsuchende auf Landesebene.

Das „Arbeitsbündnis Jugend und Beruf“ (PDF 3 MB) trägt zur Kooperation zwischen Akteuren vor Ort bei, den Trägern der Arbeitsförderung und der Grundsicherung für Arbeitsuchende sowie den Kommunen und den Schulträgern - beim Übergang von der Schule in den Beruf. Ziel des Arbeitsbündnisses ist auch die Verbesserung der Zusammenarbeit mit weiteren Partnern vor Ort wie z. B. Schulen, Unternehmen, Kammern, Gewerkschaften oder Arbeitgeberverbänden.

In der Allianz für Aus- und Weiterbildung engagierten sich bis 2018 der Bund, die Bundesagentur für Arbeit, die Bundesländer, die Wirtschaft und die Gewerkschaften für ein qualitativ hochwertiges duales Ausbildungssystem, um leistungsstarke Jugendliche, junge Menschen mit schlechteren Startchancen, Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie Menschen mit Behinderung gleichermaßen in betriebliche Ausbildung zu integrieren. Der aktuelle Koalitionsvertrag (PDF 8,3 MB) für die 19. Legislaturperiode (2017 – 2021) sieht die Weiterführung der Allianz für Aus- und Weiterbildung vor. Die Webseite der Allianz bietet Informationen über die Länderbündnisse im Bereich der beruflichen Bildung und Beschäftigung.

An der Schnittstelle Übergang Schule-Beruf arbeiten staatliche und nicht-staatliche Akteure zusammen. Dazu gehören Sozialleistungsträger wie die Agenturen für Arbeit, Jobcenter und Jugendämter sowie Schulen, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften. Im Kontext Übergang Schule-Beruf arbeitet die Bundesagentur für Arbeit mit der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) im Rahmen einer Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung zusammen. Über das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT können Schulen und Unternehmen zusammenarbeiten. Die lokalen Agenturen für Arbeit und Jobcenter arbeiten bei der Planung von Qualifizierungsmaßnahmen mit Arbeitgebern, Kammern und Verbänden zusammen, um auf regionale Bedarfe einzugehen.

Jugendberufsagenturen

Die Jugendberufsagenturen sind ein Instrument, um die Akteure aus Jugendhilfe und Arbeitsverwaltung zusammenzubringen. Im Rahmen der Umsetzung der Jugendgarantie wird angestrebt, die Zusammenarbeit der zuständigen Einrichtungen für die Leistungen der verschiedenen Sozialgesetzbücher - II (Grundsicherung), III (Arbeitsförderung) und VIII (Kinder- und Jugendhilfe) - zu verbessern. Im Januar 2017 gab es in Deutschland 289 Bündnisse dieser Art. Das Konzept der Hamburger Jugendberufsagentur dient vielerorts als Vorbild.

Weitere Informationen zur Arbeit der Jugendberufsagenturen gibt es im Bericht „Jugendberufsagenturen und die Vermittlung von jungen Erwachsenen in Ausbildung und Arbeit“ (PDF 438 KB) des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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