Youth Wiki

Austausch zwischen Jugendlichen und Politik zu globalen Themen

Austausch auf nationaler Ebene

Konsultationsprozesse zwischen den Ressorts sind durch die Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien (GGO) geregelt. Die Ministerien können diese entsprechend frei gestalten. Um Jugendliche und junge Erwachsene in den Dialog mit der Politik einzubinden, werden beispielsweise Jugendkonferenzen durchgeführt:

  • Jugendpolitiktage 2019 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Berlin: Dort können Jugendliche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft über politische Fragen zu diskutieren und ihre Positionen formulieren.
  • Jugendkonferenz „Wir bewegen die Welt von morgen“ (April 2017) von IJAB, Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung und Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin: Jugendliche diskutierten zu Chancen, Möglichkeiten und Programme des Internationalen Jugendaustauschs und tauschten sich mit der damaligen Bundesministerin für Jugend, Manuela Schwesig, aus. Empfehlungen der Jugendkonferenz (PDF 902 KB)
  • Jugendkongress Biodiversität (Juni 2017) des Bundesumweltministeriums, Bundesamts für Naturschutz (BfN) und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück: 180 junge Menschen im Alter von 16 und 27 Jahren tauschten sich zu Themen der biologischen Vielfalt und Nachhaltigkeit aus, um sie an der Diskussion und der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu beteiligen. Sie diskutierten mit Fachleuten, Multiplikator(inn)en und der Politik (damalige Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks sowie BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel).

Ein weiteres Beispiel ist die Einbeziehung nichtstaatlicher Akteure und der Zivilgesellschaft in die Diskussionen um die Nachhaltigkeitsstrategie. Der in diesem Zusammenhang geführte Dialog der Bundesregierung zur Nachhaltigkeit umfasste auch die Beteiligung von Jugendlichen, um ihre Ideen und Meinungen auszudrücken. Im Januar 2017 wurde dann die Neufassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zur Umsetzung der Agenda 2030 verabschiedet. Ebenso wurde ein breiter Dialog (direkt und online) in der Entwicklung des Klimaschutzplans 2050 (PDF 3,4 MB), unter anderem mit Bürger(inne)n, darunter junge Menschen (18-35 Jahre) geführt.

Das Bundesumweltministerium (BMU) lancierte Anfang 2017 das Projekt „Erdballkunde – Jugend macht Umwelt". Hier werden Projekte und Aktionen umgesetzt, die sich an Jugendliche und junge Erwachsene richten. Ihnen wird die Möglichkeit geboten, sich an Umweltpolitik zu beteiligen und mit ihren Themen und Fragestellungen auseinanderzusetzen. Das Projekt begleitet den langfristigen Ansatz des Bildungsservice des BMU, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in die Aktivitäten des Ministeriums einzubeziehen.

Im Rahmen der nationalen Plattform zur Lenkung der Umsetzung des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung wirken im Fachforum Non-formales und informelles Lernen/Jugend auch Vertreter/-innen verschiedener Jugendverbände mit. Die Federführung hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Seit 2012 gibt es im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt Jugendbotschafter/-innen. Sie werden vom Bundesumweltministerium berufen. Ihre Aufgabe ist es, die Ziele der UN-Dekade Biologische Vielfalt zu verbreiten und in Diskussionen einzubringen und die Begeisterung für Biodiversität weiterzugeben.

Im UNICEF-Juniorbeirat beraten Kinder und Jugendliche UNICEF Deutschland bei Aktionen und Projekten. Zudem bietet UNICEF seit 2016 Jugendlichen die Möglichkeit, sich durch verschiedene Aktionen für eine bessere Zukunft von Kindern und Jugendlichen weltweit einzusetzen.

Das Aktionsbündnis Anerkennung International setzt sich für die Anerkennung von Kompetenzen ein, die im Rahmen von internationaler Jugendarbeit erworben werden. Mit unterschiedlichen Aktionen (zum Beispiel dem Aktionstag zum internationalen Jugendaustausch am 8. Juni 2017) möchte das Aktionsbündnis zeigen, welche Potenziale die internationale Jugendarbeit für junge Menschen und die Gesellschaft eröffnet.

Auf Bundesländerebene bieten und boten zum Beispiel Jugendbeiräte bei den Nachhaltigkeitsstrategien von Baden-Württemberg, Hessen (bis 2014) und Thüringen (Jugendforum des Beirats für Nachhaltige Entwicklung) Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit Vertreter(inne)n aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu Fragen des nachhaltigen Handelns auszutauschen. In Brandenburg wurde im Zuge der Erarbeitung und weiteren Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie 2013 und 2014 ein Jugendforum durchgeführt.

Im Rahmen der Umsetzung seiner entwicklungspolitischen Leitlinien hat das Bundesland Bremen das Junge entwicklungspolitische Forum (Jep) eingerichtet, um junge Menschen stärker an der lokalen Entwicklungszusammenarbeit zu beteiligen.

Austausch auf internationaler Ebene

Jährlich begleiten zwei Jugenddelegierte die Delegation der deutschen Bundesregierung zur Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) nach New York. Dort treten sie gemeinsam mit Jugenddelegierten aus anderen Ländern für die Interessen Jugendlicher ein. Die deutschen UN-Jugenddelegierten nehmen als Vertreter von Nichtregierungsorganisationen an der Sitzung der UN-Kommission für soziale Entwicklung (CSocD) teil. Jugenddelegierte werden in Deutschland für ein Jahr ausgewählt. Sie durchlaufen ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren. Das Jugenddelegiertenprogramm steht unter der Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. und des Deutschen Nationalkomitees für internationale Jugendarbeit (DNK).

Die Jugenddelegierten für nachhaltige Entwicklung arbeiten in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium (BMU) als Initiator des Programms. Sie sind eng vernetzt mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Jugenddelegierten begleiten die deutsche Regierungsdelegation zu den UN-Verhandlungen über Nachhaltige Entwicklung und zum High-Level Political Forum on Sustainable Development. Das Programm steht unter der Trägerschaft des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR).

Deutschland schickt regelmäßig Vertreter/-innen zu den EU-Jugendkonferenzen, die im Rahmen der halbjährlichen EU-Ratspräsidentschaften der Europäischen Union stattfinden. Ansprechpartner ist das DNK. Die Jugendvertreter/-innen haben die Aufgabe, Themen anzusprechen, die Jugendliche bewegen, um den Dialog zwischen Politik und Jugend zu verbessern. Das DNK vertritt die deutschen Jugendorganisationen auch im multilateralen Bereich: in der Bodensee-Benelux-plus-Kooperation, im Europäischen Jugendforum, im Jugendforum der Europäischen Union, im Ostsee-Jugendforum sowie im Europarat. Diese Arbeitsgemeinschaft wird gebildet vom Deutschen Bundesjugendring, von der Deutschen Sportjugend und dem Ring Politischer Jugend.

In der Vergangenheit haben deutsche Jugendliche an den Jugendgipfeln im Vorfeld von G7/G8- und G20-Regierungsgipfeln teilgenommen. Sie boten eine Jugendperspektive auf die politische Agenda der Regierungsgipfel und förderten einen jugendspezifischen Blick. 2015 trafen sich Jugendliche aus aller Welt beim internationalen Jugendgipfel J7 in Berlin unter dem Motto „Responsibility to Act“ (Verantwortung zu Handeln). Sie diskutierten, was ihre Regierungen und sie selbst für nachhaltige Entwicklung tun können. Dann haben die Jugendlichen ihre in einem Positionspapier (PDF 216 KB) erarbeiteten Ergebnisse Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damaligen Bundesjugendministerin Manuela Schwesig vorgestellt und mit ihnen darüber diskutiert. 2017 fand der G20-Gipfel in Deutschland statt. Davor trafen sich Jugendliche zum Jugendgipfel J20 in Berlin. Dort sprach die Bundeskanzlerin mit den Jugendlichen, um ihre Vorschläge anzuhören und zu diskutieren.

Auch an der UN-Biodiversitätskonferenz beziehungsweise an der UN-Klimakonferenz nehmen deutsche Jugenddelegationen teil.

Bundesländer

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen lädt seit 2001 Jugendliche aus Deutschland, Polen und Frankreich zu einem trilateralen Jugendgipfel ein. Er findet jährlich abwechselnd in den drei europäischen Regionen Hauts-de-France (Frankreich), Schlesien (Polen) und Nordrhein-Westfalen statt. Die Jugendlichen arbeiten an einem aktuellen europäischen Thema und diskutieren mit Politikern aus den drei befreundeten Regionen. 2019 steht die Begegnung unter dem Thema „Gelebte Vielfalt – Engagement für sozialen Zusammenhalt“ . Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) in Dortmund betreut und begleitet die Jugendlichen aus Nordrhein-Westfalen im Auftrag der Landesregierung.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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