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Haupttrends zu jungen Menschen in Bildung und Ausbildung

Ergebnisse des Bildungsberichts 2016

Der Bildungsbericht 2016  greift erneut das Thema „Bildung und Migration“ auf. Die Bildungsbeteiligung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ist insgesamt angestiegen und hat sich weiter angenähert, auch bei den 16- bis unter 30- Jährigen. 2005 lag die Beteiligungsquote für 16- bis unter 30- Jährige mit Migrationshintergrund noch deutlich unter jener der Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund. 2014 nahmen Personen mit Migrationshintergrund anteilig vergleichbar oft an Bildung teil, aber häufiger in niedriger qualifizierenden Bildungsgängen.

Rund 1,1 Millionen Schüler/-innen besuchen kombinierte Schularten mit mehr als einem Bildungsgang (2006: 700.000). Vor allem Jugendliche aus sozioökonomisch schwachen Elternhäusern verbessern ihre Leistungen, mit einem Fortschritt von mehr als einem Lernjahr in der Lesekompetenz. Die Risikogruppe der leseschwachen 15-Jährigen ist 2012 mit 15% um 8 Prozentpunkte kleiner als noch 2000. Demgegenüber verlassen nur 6% die Schule, ohne zumindest einen Hauptschulabschluss erreicht zu haben. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind an niedriger qualifizierenden Schularten deutlich überrepräsentiert. Wird jedoch der sozioökonomische Hintergrund berücksichtigt, so besuchen 15-Jährige mit und ohne Migrationshintergrund 2012 zu vergleichbaren Anteilen die jeweiligen Bildungsgänge. Dies entspricht einer Verbesserung der Situation seit dem Jahr 2000. Auch der Anteil der Studienberechtigten mit und ohne Migrationshintergrund, die ein Studium aufnehmen, liegt etwa auf gleichem Niveau. Seit 2005 ist der Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund bis 2013 auf 24% angestiegen. Der größte Anteil kommt aus europäischen Staaten außerhalb der EU (Türkei, Westbalkan-Staaten, Russische Föderation), gefolgt von EU-15-Staaten, den übrigen EU-28-Staaten und Asien (je 4%).

Ausländische Jugendliche verlassen nach wie vor mehr als doppelt so häufig die Schule ohne Hauptschulabschluss und erreichen dreimal seltener die Hochschulreife. Wenn sie im Hochschulsystem sind, gibt es nur relativ geringe Unterschiede zwischen Studierenden mit und ohne Migrationshintergrund bei den Übergängen nach dem ersten Studienabschluss. In der beruflichen Ausbildung sind die Vertragsauflösungsquoten bei ausländischen Auszubildenden bis zu 50% höher als bei deutschen.

Herausforderungen im Bildungsbereich

Die im Bildungsbericht 2014 als zentral benannte Herausforderungen bleiben weiter bestehen und gewinnen aufgrund aktueller Entwicklungen, z.B. Zuwanderung durch Flüchtlinge, weiter an Bedeutung. Dazu gehören unter anderem die Weiterentwicklung der Ganztagsangebote in Schule und Hort, die Organisation des Übergangs von allgemeinbildender Schule zur Berufsausbildung, das Verhältnis von beruflicher Bildung und Hochschulbildung sowie die Schaffung eines inklusiven Bildungssystems.

Auch der Chancenspiegel 2017 als ergänzendes Instrument der Bildungsberichterstattung stellt fest, dass alle Bundesländern ihre Schulsysteme insgesamt leistungsstärker und chancengerechter gemacht haben, dies aber auf unterschiedlichem Niveau und mit unterschiedlichen Schwachstellen. Die Chancen benachteiligter Schüler haben sich ebenfalls verbessert, bleiben aber die große Herausforderung für die Schulpolitik, insbesondere der Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft.

Schulabbrecher/-innen

Der Indikatorenbericht 2016 zur nachhaltigen Entwicklung in Deutschland  weist den Anteil der frühen Schulabgänger/-innen (18- bis 24-Jährige) mit 9,8% aus und liegt damit unter dem an die Strategie „Europa 2020“ angepassten Ziel von 10%. Gemeint sind hier Personen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, die weder über eine Hochschulzugangsberechtigung wie Abitur oder Fachhochschulreife noch über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen und die auch nicht an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen.

Weitere Informationen sind erhältlich im Education and Training Monitor 2016 (PDF, 4,3 MB)

Organisation des Bildungs- und Ausbildungssystem

Die deutsche Schulpolitik liegt im Hoheitsbereich der Bundesländer. Daher gibt es in Deutschland kein einheitliches Schulsystem. Es bestehen unterschiedliche Systeme und Regelungen in jedem der 16 Bundesländer.

In Deutschland besteht Schulpflicht. Sie ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Die allgemeine Schulpflicht besteht länderübergreifend bis zur Volljährigkeit. Sie umfasst eine Vollzeitschulpflicht (Primar- und Sekundarstufe I) und eine Berufsschulpflicht. Beispiele :

 

Bundesland Schulpflicht Vollzeitschulpflicht Berufsschulpflicht  
Baden-Württemberg bis zum Ende des 18. Lebensjahrs Vier Jahre Gundschule, fünf Jahre aufbauende Schule Für die Dauer des Ausbildungsverhältnisses, sofern Ausbildung vor Ende der Berufsschulpflicht begonnen  
Bremen Zwölf Jahre Mindestens zehn Jahre oder bis zum Erreichen der erweiterten Berufsbildungsreife oder des Mittleren Schulabschlusses auf einer allgemeinbildenden Schule Für die Dauer des Ausbildungsverhältnisses  
Hessen Bis zum Ende des 21. Lebensjahres Neun Jahre Für die Dauer des Ausbildungsverhältnisses  
Nordrhein-Westfalen Bis zum Ende des Schuljahrs, in dem das 18. Lebensjahr vollendet wird Zehn Jahre für Primar- und Sekundarstufe I, neun Jahre für Gymnasien (da Sek I a.d. Gymnasium nur bis zum Abschluss der 9. Klasse); zehntes Jahr der Vollzeitschulpflicht kann durch das erste Jahr der Fachklasse der Berufsschule ersetzt werden Für die Dauer des Ausbildungsverhältnisses, sofern Ausbildung vor Vollendung des 21. Lebensjahrs begonnen  
Sachsen In der Regel zwölf Jahre Neun Jahre Für die Dauer des Ausbildungsverhältnisses, sofern Ausbildung vor Ende der Berufsschulpflicht begonnen  
Thüringen In der Regel zwölf Jahre Neun Jahre Für Auszubildende bis zum Ende des Schuljahrs, in dem das 21. Lebensjahr vollendet wird  

Weitere Informationen:

Wichtige Konzepte

Inklusion: Wenn im Bildungsbereich von Inklusion gesprochen wird, dann ist damit gemeint, dass Menschen mit und ohne Behinderungen in allen Bildungseinrichtungen von Anfang an gemeinsam lernen. Aufgabe des Bildungssystems ist es, durch Bereitstellen von speziellen Mitteln und Methoden einzelne Lernende besonders zu unterstützen und zu fördern und das System an die Bedürfnisse der Lernenden anzupassen und nicht umgekehrt.

Jugendarbeit: Jugendarbeit umfasst Lern – und Sozialisationshilfen außerhalb von Schule und Beruf. Sie spricht Jugendliche direkt an. Die Angebote werden von den Jugendlichen freiwillig wahrgenommen. Jugendarbeit ist ein Feld sozialen Lernens. Es unterstützt junge Leute dabei, ihre Persönlichkeit eigenverantwortlich zu entwickeln und in die Gesellschaft hineinzuwachsen. Sie vermittelt gesellschaftliche Werte. Außerdem eröffnet, begleitet, unterstützt und qualifiziert sie Bildungsprozesse. Diese sind als Prozesse der Selbstentwicklung zu verstehen.  

Medienkompetenz: Medienkompetenz im Sinne Dieter Baackes steht nicht für ein subjektiv−individualistisch verkürztes Konstrukt, sondern für ein Gestaltungsziel auf überindividueller, gesellschaftlicher Ebene innerhalb eines Diskurses zur Informationsgesellschaft.

Non-formales Lernen: Eine allgemein anerkannte Definition für den Begriff ‚non-formales Lernen‘ gibt es nicht. Die im Kontext non-formalen Lernens verwendete Definition orientiert sich an den gängigen Begriffen, die von europäischen und internationalen Einrichtungen verwendet werden.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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