Youth Wiki

Aktuelle Debatten und Reformen

Anstehende politische Entwicklungen

Die Frage der Wahl zwischen einer acht- oder neunjährigen Lernzeit an Gymnasien (G8 / G9) ist immer wieder ein Thema von Debatten. Bayern wird zum Schuljahr 2018/2019 das neunklassige Gymnasium wieder einführen bzw. die Option eröffnen, die Lernzeit individuell auf acht Jahre zu verkürzen.  Auch Nordrhein-Westfalen diskutiert nach der Landtagswahl 2017  wieder über die Möglichkeit der Wiedereinführung von G9.

Ein inklusives Bildungssystem in Deutschland ist weiterhin Thema von Debatten und Diskussionen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat den notwendigen Rahmen dafür geschaffen, dass Lehrkräfte die für inklusive Bildung nötigen Kompetenzen erwerben können. Dazu gehören die Empfehlung ‚Inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen‘ (PDF 114 KB), die überarbeiteten ‚Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften‘ (PDF, 218 KB) in der Fassung von 2014 sowie die ‚Ländergemeinsamen inhaltlichen Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung‘ (PDF 1,4 MB), die unter Inklusionsperspektive überarbeitet wurden. Anfang 2015 hat die KMK gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz umfassende Empfehlungen zur Lehrerbildung für eine Schule der Vielfalt (PDF 205 KB) ausgesprochen.

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. hat Empfehlungen ‚Von der Schulbegleitung zur Schulassistenz in einem inklusiven Schulsystem‘ (PDF 108 KB) verabschiedet. Er empfiehlt die Weiterentwicklung der Schulbegleitung zu einer qualifizierten Schulassistenz in den Formen systemische Assistenz und persönliche Assistenz zur schulischen Teilhabe. Auch die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) hat mit ihrer Resolution ‚Für eine inklusive Bildung in Deutschland‘ zu einer systematischen Umsetzung inklusiver Bildung im deutschen Bildungssystem aufgerufen. Sie fordert unter anderem den Bundestag und die Bundesregierung auf, ein mit Bundesländern und Kommunen abgestimmtes und mit ausreichenden Ressourcen versehenes Programm zur Förderung der inklusiven Bildung entlang der gesamten Bildungsbiographie aufzulegen.

Laufende Diskussionen

Ein weiteres wichtiges Thema in der aktuellen Bildungsdebatte ist die digitale Bildung. Im Juni 2017 haben sich dazu die Bundesländer zu den Eckpunkten einer Bund-Länder-Vereinbarung zur Unterstützung der Bildung in der digitalen Welt im Bereich der Schule ('DigitalPakt Schule') bekannt. Der Bund hat für den Ausbau der IT-Infrastruktur in den allgemeinbildenden Schulen, beruflichen Schulen und sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen (Schulen) in öffentlicher und freier Trägerschaft rund fünf Milliarden Euro im Zeitraum von 2018 bis 2022 in Aussicht gestellt. Bereits im Dezember 2016 hatte die Kultusministerkonferenz die Strategie 'Bildung in der digitalen Welt' (PDF 137 KB) als ein Handlungskonzept für die zukünftige Entwicklung der Bildung in Deutschland vorgelegt.

Auch im System der beruflichen Bildung spielt die digitale Bildung eine Rolle. Daher begrüßen die Kultusministerkonferenz, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Gewerkschaftsbund den Ausbau der IT-Infrastruktur in Schulen in einer gemeinsamen Erklärung (PDF 167 KB). Sie werden sich dafür einsetzen, die Kooperation von Betrieben und berufsbildenden Schulen auch in organisatorischen, didaktischen und methodischen Fragen weiter zu intensivieren.

Um mehr Bildungsgerechtigkeit und -chancen zu schaffen, wurde das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) reformiert. Mit Beginn des Schuljahres 2016 beziehungsweise des Wintersemesters 2016/2017 wurden Bedarfssätze und Einkommensfreibeträge angehoben.

Handlungsbedarf besteht bei der Verbesserung der Ausbildungschancen junger Menschen mit Migrationshintergrund sowie geflüchteten jungen Menschen und deren Integration in die berufliche Bildung. Sie stehen auch im besonderen Fokus der Allianz für Aus­ und Weiterbildung. Eine weitere Herausforderung ist aus bildungspolitischer Sicht die Nichtbesetzung von Berufsausbildungsstellen für das jeweilige aktuelle Ausbildungsjahr, aber auch der Rückgang bei Ausbildungsbetrieben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat dies zum Anlass genommen, um im Rahmen des JOBSTARTER plus Programms besonderes Augenmerk auf die Unterstützung von kleinen und mittelständischen Betrieben (KMU) zu richten. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt die KMU bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen (PDF 1,9 MB).

Außerdem hat sich die Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) im Mai 2017 mit einem Beschluss (PDF 665 KB) dafür ausgesprochen, Familien mit Hilfe der Digitalisierung stärker zu unterstützen.

In ihrer Erklärung zur Integration von jungen Geflüchteten durch Bildung (PDF 103 KB) vom 6. Oktober 2016 formuliert die Kultusministerkonferenz Ziele und Herausforderungen, um junge schulpflichtige Geflüchtete rasch in die Regelklassen der Schule zu integrieren, bedarfsgerechte Unterstützungs- und Förderangebote für den Einstieg in eine Berufsausbildung zu bieten und Studieninteressierte und entsprechend qualifizierte Geflüchtete durch eine zielgerichtete Beratung und Studienorientierung zu unterstützen.

Weitere Informationen zu aktuellen politischen Entwicklungen und Reformen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung bietet auch das Eurydice-Kapitel Germany: Ongoing Reforms and Policy Developments.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

Weitere Themen

Jugendpolitik im Allgemeinen
Free Photos - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Freiwilliges Engagement
jp26jp - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Soziale Inklusion
Wokandapix - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Partizipation
aedrozda - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Gesundheit und Wohlbefinden
Khamkor - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Kreativität und Kultur
Boadecia - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Jugend in der Welt
manseok - pixabay.com Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter
Jugendarbeit
© ehrenberg - AdobeStock
Youth Wiki

Das Youth Wiki wird in Deutschland umgesetzt von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Die Verantwortung für den Inhalt des Youth Wiki in Deutschland trägt allein IJAB. Die EU-Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

Gefördert von: