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Entwicklungspsychologische Grundlagen und Anforderungen an Hilfeplanung – Von der Vermutung zur Handlungssicherheit

von: 15.09.2021 13:00 Uhr
bis: 22.06.2022 13:00 Uhr

Handlungsfeld:

  • Förderung der Erziehung in der Familie
  • Hilfen zur Erziehung

Veranstaltungsart: Weiterbildung

Strukturebene: Bund

Kurzbeschreibung:

Die ersten Jahre im Leben eines Kindes sind besonders bedeutsam, denn in dieser Zeit werden entscheidende Grundlagen für seinen weiteren Lebensweg gelegt. Fehlende Zuwendung, Vernachlässigung und Misshandlung in dieser Zeit hinterlassen Spuren und wirken sich auf die gesamte Entwicklung aus. Deshalb benötigen Fachkräfte, die für die Begleitung und Beratung von Familien verantwortlich sind, umfangreiches Wissen, um die Bedürfnisse von Säuglingen und Kleinkindern wahrzunehmen, Auffälligkeiten zu verstehen und frühe Warnzeichen für ungünstige Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die Einschätzung der Situation von kleinen Kindern nicht leicht ist. Mitunter wird ein Risiko schon als Tatsache postuliert, oder aber es wird eine Kindeswohlgefährdung übersehen. Deshalb ist es unser Anliegen, nicht vordergründig das Verhalten oder die Verhältnisse der Eltern zu bewerten, sondern Fachkräfte zu befähigen, die physiologischen, motorischen und kommunikativen Ausdrucksformen kleiner Kinder zu verstehen, Interaktionen zwischen ihnen und ihrer Bezugsperson zu beobachten und auf der Basis entwicklungspsychologischer Kenntnisse einzuschätzen. So kann auf mögliche Gefährdungen hingewiesen und Unterstützung organisiert werden. In unserer Weiterbildung wird ein Basis- und Handlungswissen vermittelt, welches dazu befähigt:

  • auf Familien mit Säuglingen und Kleinkindern zuzugehen, ihre Belastungen zu erkennen, und ihre Ressourcen wertschätzend zu stärken und zu unterstützen,
  • Eltern in unterschiedlichen Lebenssituationen beim Aufbau einer vertrauensvollen und zuverlässigen Beziehung zu ihrem kleinen Kind zu unterstützen,
  • frühe Verhaltens- und Entwicklungsrisiken zu erkennen und Interventionen zu entwickeln,
  • Prävention anzubieten und damit zur Senkung der Kosten für spätere Hilfen beizutragen frühzeitig Kindeswohlgefährdung einzuschätzen und in Kooperation mit anderen Helfern professionell zu handeln.

Unter dem Motto SEHEN – VERSTEHEN – HANDELN wird in einer fachlich heterogenen Teilnehmergruppe gearbeitet, mit Respekt und Neugier gegenüber den Anderen, mit Möglichkeiten zum Üben und mit Anregungen zur regionalen Kooperation und Vernetzung von Hilfen in der frühen Kindheit. Warum haben wir dieses Motto für unsere Weiterbildungen gewählt? Erfahrungen zeigen, wie schwer es Fachkräften fällt, in Interaktionen zwischen Kind und Bezugsperson ihre Aufmerksamkeit auf das Kind zu zentrieren. Besonders, wenn Eltern ein aus Sicht der Professionellen unangemessenes Verhalten zeigen, wird schnell interpretiert und bewertet. Umgekehrt wird, wenn wir mit dem Verhalten der Eltern einverstanden sind, die Not eines Kindes nicht erkannt, obwohl es deutliche Signale sendet. Deshalb stellen wir das Verhalten des Kindes in den Mittelpunkt und üben an Hand von Videoaufnahmen, genau zu beschreiben, was wir SEHEN. Auf der Basis entwicklungspsychologischen Wissens und fachlicher Erfahrungen versuchen wir, kindliches Verhalten zu VERSTEHEN. Genaues Beobachten und das Verstehen des Gesehenen sind Voraussetzungen, um professionell zu HANDELN, zum Beispiel Eltern zu befähigen, die Bedürfnisse ihres Kindes besser zu erkennen oder andere Fachkräfte davon zu überzeugen, dass Hilfen für die Familie notwendig sind.

Link zur Veranstaltung: https://www.erev.de/media/falter_entwicklungspsychologische_grundlagen_2021_2022.pdf

Weitere Informationen zur Veranstaltung: Programmfalter

Veranstalter: Evangelischer Erziehungsverband e.V.

Veranstaltungsort:
Burkardushaus - Tagungszentrum am Dom Am Bruderhof 1
97070 Würzburg

Kontakt zum Veranstalter:
Petra Wittschorek
Telefon: 0511 390 881 15
p.wittschorek@DontReadMeerev.de

Schlagworte:
Entwicklungspsychologie, Kleinkind, Säugling