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Kinderrechte / Kinder- und Jugendpolitik

„Wer über Kindersoldaten redet, darf über Waffenexporte nicht schweigen“

Vier Kinder sind mit Waffen ausgestattet
Bild: © Oleg Zabielin - Fotolia.com

Das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes fordert ein vollständiges Verbot von Kleinwaffenexporten. Weltweit gibt es rund 250.000 Kindersoldaten, die vornehmlich mit leichten Waffen wie dem deutschen G3 ausgerüstet werden. Der Bundestagsausschusses für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung informierte sich über die Lage von Kindersoldaten in der vergangenen Woche.

Schutz von Kindern in Krisengebieten

Anlässlich einer Anhörung des Bundestagsausschusses für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AWZ) zur Lage von Kindersoldaten kritisiert das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes, dass Deutschland nach wie vor den Export von Kleinwaffen erlaubt. »Weltweit gibt es rund 250.000 Kindersoldaten. Sie werden ausgerüstet mit leichten Waffen wie dem deutschen G3. Wenn wir heute über die Demobilisierung von Kindersoldaten diskutieren, sollten wir bedenken, dass deutsche Waffen in Kriegen und Konflikten eingesetzt werden, in denen auch Kinder als Soldaten kämpfen müssen«, erklärte terre des hommes-Kinderrechtsexperte Ralf Willinger in der Anhörung.

terre des hommes begrüßt uneingeschränkt, dass die Bundesregierung entwicklungspolitische Projekte zum Schutz von Kindern in Kriegsgebieten fördert. Sieht aber insbesondere beim Thema Reintegration ehemaliger Kindersoldaten erheblich größeren Handlungsbedarf – beispielsweise in den Krisenregionen im Nahen und Mittleren Osten, in Zentralafrika, in Kolumbien oder Myanmar. Junge Menschen, die als Soldaten eingesetzt wurden, brauchen Hilfe bei der Traumabewältigung und beim Aufbau einer beruflichen Perspektive.

Kinder kämpfen mit deutschen Waffen

„Umso problematischer ist es, dass in Ländern wie Irak, Afghanistan, Myanmar, Kolumbien, Jemen, Somalia oder Sudan massenhaft Kleinwaffen deutschen Fabrikats im Einsatz sind. Auch Kinder und Jugendliche kämpfen mit dem Maschinengewehr MG3 von Rheinmetall, dem Sturmgewehr G3 und der Maschinenpistole MP5 von Heckler & Koch, den Pistolen Walther P99 oder Sig Sauer SP 2022“, kritisierte Willinger.

terre des hommes fordert deshalb einen generellen Exportstopp von Kleinwaffen und dazugehöriger Munition. „Wer Kinder schützen und Friedensprozesse initiieren will, muss auch die Ausfuhr von Kleinwaffen und Munition stoppen und ein restriktives Rüstungsexportkontrollgesetz durchsetzen“, so Ralf Willinger.

Weiterführende Informationen stehen bei terre des hommes zur Verfügung.

Quelle: terre des hommes vom 10.10.2018

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