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Kinderarbeit

Studie zu Einfluss der Pandemie auf arbeitende Kinder erschienen

Jugendlicher geht mit gebeugtem Kopf durch dunkle Unterführung
Bild: Warren Wong - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Zum internationalen Tag gegen ausbeuterische Kinderarbeit am 12. Juni mahnt die Kindernothilfe: Erstmals nach 20 Jahren steigt die Zahl der weltweit arbeitenden Kinder. Zudem verschärft die COVID-19-Pandemie die katastrophale Situation vieler Mädchen und Jungen. Das zeigen auch Ergebnisse der zweiten Kindernothilfe-Studie „Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Leben von arbeitenden Kindern und Jugendlichen“.

Kindernothilfe-Vorstandsvorsitzende Katrin Weidemann betont: „Der weltweite Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit wird immer härter. Kinder sind die größten Verlierer dieser Krise und werden in ihrer Entwicklung ausgebremst. Dabei haben Mädchen und Jungen ein Recht darauf geschützt und gehört zu werden.“

Studie mit Fallbeispielen von Kinder und Jugendlichen

Wie sich ihre Situation verändert hat, erzählen Mädchen und Jungen, die an der Studie in sechs Ländern mitgewirkt haben. Die 15-jährige Mary aus Kenia hat wie viele ihrer Freunde vor der Pandemie Kleinigkeiten auf der Straße verkauft. Durch Covid-19 sind Tätigkeiten wie diese weggebrochen. „Viele meiner Freunde machen jetzt gefährliche Jobs. Manche arbeiten sogar im Drogenhandel.“ Die 17-jährige Alejandra aus Bolivien berichtet: „Online-Unterricht ist ein Problem, denn viele von uns haben weder Telefon- noch Internetzugang. Nur ganz wenige aus meiner Klasse sind versetzt worden.“

Sorge wächst, dass Kinder nicht mehr zur Schule gehen können

Kindernothilfe-Partner befürchten, dass viele Kinder gar nicht mehr in der Lage sind, wieder zur Schule zu gehen und stattdessen unter ausbeuterischer Arbeit leiden. Weiterhin haben es viele schwer, menschenwürdige Arbeit zu finden. Nach einem aktuellen Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) mit UNICEF, ist die Zahl der betroffenen Kinder durch Kinderarbeit auf 160 Millionen gestiegen. Diese Zunahme von 8,4 Millionen Mädchen und Jungen in den vergangenen vier Jahren, könnte sich durch die Coronapandemie noch einmal auf weitere neun Millionen betroffene Kinder steigern, so der Bericht.

„Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen setzen wir uns für den Schutz von Mädchen und Jungen vor ausbeuterischer Kinderarbeit weltweit ein“, so Katrin Weidemann, „Kinderschutzzentren, Zugang zu Bildung sowie die Unterstützung von Familien tragen maßgeblich dazu bei, den betroffenen Kindern und Jugendlichen einen Weg aus dem Leben mit ausbeuterischer Kinderarbeit zu bieten.“

Die Kindernothilfe als Mitglied der Alliance 8.7 unterstützt das gemeinsame Ziel der ILO bis 2025 Kinderarbeit weltweit abzuschaffen.

Die Studie „Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Leben von arbeitenden Kindern und Jugendlichen“ vom Juni 2020 sowie die Nachfolgebefragung vom Juni 2021 stehen auf der Internetseite der Kindernothilfe zur Einsicht bereit.

Quelle: Kindernothilfe vom 10.06.2021

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