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Kinderrechte / Kinder- und Jugendpolitik

Internationaler Gipfel kinderfreundlicher Kommunen: Stadtoberhäupter aus aller Welt bekennen sich zur Verwirklichung der Kinderrechte

Junger Mann sitzt auf Dach und blickt über Großstadt
Bild: © kantver - Fotolia.com

Mehr als 100 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus über 40 Ländern weltweit haben beim ersten Gipfeltreffen Child Friendly Cities („Kinderfreundliche Kommunen“) in Köln eine Erklärung für mehr Kinderfreundlichkeit verabschiedet. Ziel ist es, das Aufwachsen und die Entwicklungsmöglichkeiten von Mädchen und Jungen in urbanen Lebensräumen zu verbessern und die Umsetzung der Kinderrechte auf lokaler Ebene voranzubringen.

Der erste Internationale Gipfel kinderfreundlicher Kommunen fand vom 15. bis 18. Oktober 2019 in Köln statt. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus 40 Ländern verabschiedeten eine Erklärung für mehr Kinderfreundlichkeit. Zu den Unterzeichnenden gehören u.a. die Stadtoberhäupter von Köln/Deutschland; Barranquilla/Kolumbien; Tirana/Albanien; Madrid/Spanien; Seoul/Südkorea; Stuttgart/Deutschland; Montreal/Kanada; Cardiff/Großbritannien und Surabaya/Indonesien.  

In der Kölner Erklärung verpflichten sich die Stadtoberhäupter dazu, konkrete, nachhaltige und messbare Resultate für Kinder zu erzielen, die Beteiligung von Kindern und jungen Menschen am gesellschaftlichen und politischen Leben zu fördern sowie die Meinung von Mädchen und Jungen in politischen Prozessen zu berücksichtigen.

Kölner Erklärung unterstreicht zentrale Bedeutung von Kommunen

Die stellvertretende UNICEF-Exekutivdirektorin Charlotte Petri Gornitzka sagte: „Die Kölner Erklärung unterstreicht die zentrale Bedeutung, die Städte und Gemeinde spielen, um die nachhaltigen Entwicklungsziele auch im unmittelbaren Lebensumfeld von Kindern und Jugendlichen zu erreichen. Sie ist ein Leitfaden für prosperierende, inklusive, grüne Städte und Gemeinden, in denen Jungen und Mädchen gesund und sicher aufwachsen können. Wir müssen Kinder und Jugendliche ernst nehmen und sie unterstützen. Wir müssen uns gemeinsam mit ihnen engagieren. Und wir müssen ihrem Beispiel folgen.”

Auf Einladung der Stadt Köln und UNICEF brachte der Kölner Gipfel erstmalig über 550 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Fachleute sowie Kinder und Jugendliche aus Städten und Gemeinden aus mehr als 60 Ländern zusammen, um Maßnahmen zur Stärkung der Kinderrechte auf lokaler Ebene zu verabreden.

Bild: UNICEF/Wogram

Aufwachsen und Wohl von Kindern und Jugendlichen vor Ort

„Unser Handeln auf kommunaler Ebene hat großen Einfluss auf das Aufwachsen und das Wohl von Kindern und Jugendlichen“, betonte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. „Und doch sind sich viele Lokalpolitiker nicht der Rolle bewusst, die sie einnehmen können und müssen, um dafür zu sorgen, dass die Rechte, Bedürfnisse und Wünsche von Kindern und Jugendlichen auf lokaler Ebene ausreichend berücksichtigt werden. Der Kölner Gipfel sendet ein wichtiges Signal für mehr Kinderfreundlichkeit in Kommunen weltweit.“

Zum Abschluss des Gipfels präsentierten die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen ihre Forderungen in einem Manifest unter dem Namen „Our cities. Our lives. Our future”. Das Manifest beinhaltet Eckpunkte, um die Kinderrechte zum Maßstab kommunaler Politik zu machen.

„Kinder, Jugendliche, Eltern und die gesamte Gesellschaft müssen gemeinsam ein Umfeld schaffen, dass gut für uns alle ist“, sagte Brianna (18) aus Belize, Mitglied des Kinder- und Jugendbeirats des Gipfeltreffens.

Kinderrechte als Maßstab kommunaler Politik

Die „Child Friendly Cities Mayors‘ Declaration“ umfasst die folgenden Ziele, um Kommunen kinderfreundlicher zu gestalten:

  • Jedes Kind und jeder junge Mensch wird in seiner Kommune und von den örtlichen Behörden wertgeschätzt, respektiert und fair behandelt;
  • Die Meinung, Bedürfnisse und Prioritäten eines jeden Kindes und eines jeden jungen Menschen werden in Gesetzen, Richtlinien, Budgets und Entscheidungen, die sie betreffen, gehört und berücksichtigt;
  • Jedes Kind und jeder junge Mensch hat Zugang zu qualitativ hochwertigen sozialen Grundleistungen;
  • Jedes Kind und jeder junge Mensch wächst in einer sicheren, gesunden und sauberen Umwelt auf;
  • Jedes Kind und jeder junge Mensch hat das Recht, am Familienleben sowie an Spiel- und Freizeitmöglichkeiten teilzunehmen.

Initiative Kinderfreundliche Kommunen

Die von UNICEF ins Leben gerufene Initiative Child Friendly Cities („Kinderfreundliche Kommunen“) verfolgt seit 1996 das Ziel, Kommunen weltweit kinderfreundlicher zu gestalten und die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld zu verbessern. Bis heute erreicht die Initiative 30 Millionen Kinder in 40 Ländern.

Weltweit wachsen immer mehr Kinder und Jugendliche in Städten und Gemeinden auf. Heute ist schon jeder dritte Stadtbewohner ein Kind. Bis zum Jahr 2050 werden sieben von zehn Mädchen und Jungen in einem urbanen Umfeld zuhause sein.

Das Manifest „Our cities. Our lives. Our future”. (PDF, 275 KB) steht bei UNICEF als Download zur Verfügung. Weitere Informationen zum Gipfeltreffen finden sich außerdem in der Berichterstattung auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe.

Quelle: Deutsches Komitee für UNICEF e.V. vom 18.10.2019

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