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Kinderrechte / Kinder- und Jugendpolitik

Kinderrechte ins Grundgesetz – Öffentlicher Appell zum Tag des Grundgesetzes

Ein Junge schaut mit der Nasenspitze durch ein in einer Papierwand aufgerissenes Fenster.
Bild: Alexas_Fotos/pixabay (CC0)   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

UNICEF Deutschland und zahlreiche namhafte Unterstützerinnen und Unterstützer wenden sich zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai mit einem öffentlichen Appell an die Politik. Sie fordern darin, mit der Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz die rechtliche Grundlage für ein kinderfreundliches Deutschland zu schaffen.

Jedes Kind hat Rechte. Doch im deutschen Grundgesetz, das morgen 71 Jahre alt wird, kommen die Kinderrechte bis heute nicht vor. Zum Tag des Grundgesetzes ruft UNICEF Deutschland mit einem erneuten öffentlichen Appell zur Aufnahme der Kinderrechte in die deutsche Verfassung auf.

„Die Rechte und Interessen von Kindern werden hierzulande noch immer nicht ausreichend berücksichtigt. Dies hat uns nicht zuletzt die Covid-19-Pandemie vor Augen geführt“, erklärt Georg Graf Waldersee, Vorsitzender von UNICEF Deutschland bei der Veröffentlichung des Aufrufs. „Deshalb ist es an der Zeit, die Kinderrechte im deutschen Grundgesetz zu verankern und damit den Bedürfnissen der Kinder und ihren besonderen Rechten endlich mehr Aufmerksamkeit und Nachdruck zu verschaffen – nicht nur in der gegenwärtigen Krise.“

Rechte und Interessen von Kindern mehr Nachdruck verleihen 

Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern des Appells gehören bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und dem Kulturbereich sowie Fachleute und ehrenamtlich Engagierte. Sie appellieren an die Bundesregierung sowie an die Mitglieder des Bundestags und des Bundesrats an dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben festzuhalten, die Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen.

In dem Appell heißt es: „Die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz bedeutet, das Wohl von Kindern in den Mittelpunkt zu stellen, Kinder als eigenständige Rechtsträger anzuerkennen, Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe den Rücken zu stärken, Kinder besser zu schützen und zu fördern sowie Kinder anzuhören und zu beteiligen, wenn es um ihre Belange geht.“

Vielen Kindern in Deutschland geht es gut – aber längst nicht allen

Trotz vieler Fortschritte in den vergangenen Jahren haben auch in Deutschland noch immer nicht alle Kinder die gleichen Chancen ihre Rechte zu verwirklichen. Vielmehr besteht die Gefahr, dass ein beträchtlicher Teil der Kinder weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird. Armut, mangelnde Bildungschancen und Gewalt in der Familie sind für viele junge Menschen Alltag. UNICEF Deutschland befürchtet, dass sich die Situation vieler Kinder in Folge der Covid-19-Pandemie deutlich verschlechtern könnte.

„Unsere Gesellschaft kann sich nicht damit abfinden, auch nur ein einziges Kind abzuhängen“, so Graf Waldersee weiter. „Wir brauchen eine junge Generation, die auf die Herausforderungen des Alltags heute und auf die Welt von morgen gut vorbereitet ist. Es ist unsere Pflicht, Bedingungen zu schaffen, unter denen Kinder bestmöglich geschützt und gefördert werden und ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten gut entfalten können. Kinderrechte im Grundgesetz stärken die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Ihre Verankerung in unserer Verfassung liegt im Interesse unserer Kinder, ihrer Familien und unserer ganzen Gesellschaft.“

Der vollständige Appell „Kinderrechte ins Grundgesetz“ steht bei UNICEF Deutschland zur Verfügung. Dort finden sich auch eine Liste der Unterzeichner/-innen sowie weitere Informationen zum Thema.

Quelle: Deutsches Komitee für UNICEF e.V. vom 22.05.2020 

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