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WDR-Kinderrechtepreis 2012: Gewinner stehen fest

Den 1. Preis erhält ein Projekt gegen Mädchenmorde in Indien. Der 2. Preis geht an einen Verein, der sich intensiv um gewaltgeschädigte Kinder in Frauenhäusern kümmert. Mit dem 3. Preis wird ein Schulbauernhof für behinderte und nichtbehinderte Kinder geehrt. Eine besondere Anerkennung hat die Jury ausgesprochen für ein Schülerprojekt gegen die Ausbeutung von Kinderarbeitern bei der Kakaoernte.

Der „WDR-Preis für die Rechte des Kindes“ wird seit 1996 alle zwei Jahre vergeben und ist mit insgesamt 5500 Euro dotiert. Er zeichnet Projekte in Nordrhein-Westfalen aus, die sich vorbildlich für die Umsetzung der UN-Kinderrechtekonvention einsetzen. Schirmherr ist in diesem Jahr der Kölner Musiker Wolfgang Niedecken. Der Preis wird 2012 zum neunten Mal vergeben, die Verleihung findet am 23. September im Rahmen des traditionellen Festes zum Weltkindertag in Köln statt.

Neben Schirmherr Wolfgang Niedecken gehörten der Jury der WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz und mehrere Fachleute von Kinderorganisationen an. Daneben wurden die Preisträger von einer gleichberechtigten Kinderjury aus kompetenten Kindern zwischen neun und  zwölf Jahren ausgewählt. 

Die Preisträger: 
1. Preis:
Der 1. Preis (3000 Euro) geht an die Andheri-Hilfe in Bonn für das Projekt „Kein Mädchen ist unerwünscht“, das sich vielfältig und nachhaltig gegen Mädchenmorde in Indien einsetzt. Dort werden Tausende Mädchen gezielt abgetrieben oder als Babys ermordet, weil sie als Kostenfaktor gelten, während Jungen den Unterhalt der Familie sichern. Mit konkreten Aktionen rettet Andheri die neugeborenen Mädchen und durch gleichzeitige Förderung der Frauenerwerbstätigkeit gelingt es, langfristig die Einstellungen gegenüber Frauen zu verändern. Die Jury hob hervor, dass das Recht auf Leben das grundlegendste Kinderrecht ist und diese Initiative den Blick auf die nach wie vor große Benachteiligung von Mädchen weltweit legt. Weiter lobte sie den strukturellen Ansatz und den langen Atem des Projekts.
Mehr Informationen zum Projekt: www.andheri-hilfe.de.

2. Preis:
Mit dem 2. Preis (1500 Euro) wird der Verein Kinderhaus von „Frauen helfen Frauen“ in Köln ausgezeichnet, der sich gezielt um Kinder kümmert, die mit ihren Müttern vor häuslicher Gewalt ins Frauenhaus geflohen sind. Diese Kinder haben selbst extreme Erfahrungen gemacht und leiden oft unter Ängsten. Im abgeschirmten Frauenhaus sind sie zwar geschützt vor Gewalt, aber müssen mit der Trennung von ihrem  normalen Alltag fertig werden. Der Verein Kinderhaus sieht die Kinder nicht als „Betreuungsproblem“ im Frauenhaus, sondern als Menschen mit eigenem Hilfebedarf. Die Jury lobte, dass durch die verschiedenen Unterstützungsangebote die Kinder ihre schweren Erlebnisse verarbeiten, neues Selbstbewusstsein aufbauen und Zukunftsperspektiven entwickeln können. Das Kinderrecht auf Schutz vor Gewalt und auf Entwicklung werde hier besonders gut umgesetzt.

3. Preis:
Den 3. Preis (1000 Euro) erhält die Naturwerkstatt NaBeBA in Waltrop.
Hier wird auf einem besonders barrierefrei und vielfältig gestalteten Schulbauernhof die Möglichkeit geschaffen, dass alle Kinder gemeinsam Naturerfahrungen sammeln, ganz gleich, ob behindert oder nicht behindert, und unabhängig von den familiären Möglichkeiten. Die Jury hob hervor, dass hier gegenseitige Anerkennung und Respekt vor der Natur vermittelt und die Rechte auf Bildung, gesunde Umwelt, gute Ernährung und auf die Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderung umgesetzt werden.  

Besondere Anerkennung:
Eine besondere Anerkennung sprach die Jury aus für die Initiative Schokofair an der Montessori-Hauptschule Hermannplatz in Düsseldorf. Hier haben Schüler aus eigenem Antrieb umfangreiche Aktionen gestartet, um auf die unmenschliche Ausbeutung von Kinderarbeitern bei der Kakaoernte aufmerksam zu machen. Die Jury betonte, dass sich hier Schüler freiwillig für ein wichtiges kinderpolitisches Anliegen engagieren. Die Kinderjury fand es besonders wichtig, öffentlichen Druck aufzubauen, damit „ es den Schokoherstellern nicht länger piepegal ist, ob Kinder durch ihr Profitstreben kaputt gehen“. 

Quelle: WDR, PM vom 01.06.2012

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