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Israel erteilt Kindern das Recht auf eigene Entscheidung über Namenswechsel

Blondes Mädchen, das in Megafon schreit.
Bild: Uwe Annas - Fotolia

Das israelische Parlament - die Knesset - hat im Februar 2014 ein Gesetz verabschiedet, das Kindern ab 10 Jahren das Recht gibt, über einen Namenswechsel selbst zu entscheiden. Ausgelöst wurde diese Entscheidung durch den Antrag eines Mädchens, dessen Eltern es 'Trauer' (Avelut) genannt hatten.

Die Verfasserin des Gesetzesentwurfes, die Parlamentsabgeordnete Adi Koll von der liberalen Partei Yesh Atid (zweitstärkste Partei im derzeitigen israelischen Parlament), bezog sich bei der Begründung, warum sie dieses Gesetz vorgeschlagen hatte, ausdrücklich auf den Antrags des Mädchens. Sie forderte dazu auf, das Gesetz zu unterstützen, um Kindern, die sich durch die Namensgebung ihrer Eltern der Lächerlichkeit ausgesetzt fühlen, die Möglichkeit zu geben, diesen Zustand zu ändern.

Mit dem neuen Gesetz erhalten Kinder ab 10 Jahren die Chance, ihre Namen zu ändern, auch wenn ihre Familien nicht damit einverstanden sind.

Das Gesetz wurde im israelischen Parlament mit 45 zu 6 Gegenstimmen verabschiedet. Es sieht außerdem vor, dass Eltern zukünftig den Namen ihres Kinders nicht ohne Zustimmung des Kindes selbst ändern können. Die Abgeordnete Koll sieht den eigenen Namen als untrennbaren Bestandteil der eigenen Identität an. Und deshalb könne sie auch nicht akzeptieren, dass es rechtens ist, wenn Eltern einfach so den Namen ihres Kindes ändern können, ohne dieses dazu anzuhören.

Quelle: Israel Hayom, gesehen 6.3.14

INT 3.0 – Namensnennung CC BY 3.0

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