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Ein Radiotipp:Das erste deutsche Jugendgerichtsgesetz wird erlassen

Ein digitales Radio
Bild: Leo Cinezi   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Ein Radiotipp zur Verabschiedung des Jugendgerichtsgesetzes im Jahre 1923.

Im Mittelalter ließ man sich als Teeny besser nichts zu schulden kommen: Bereits mit 13 Jahren konnte man am Galgen baumeln! Bei den Römern waren Kinder sogar schon ab einem Alter von sieben Jahren strafmündig. Erst im 19. Jahrhundert entdeckt man die Kindheit als eigenständigen Lebensabschnitt und erkennt: Kindern wird das Unrechtsbewusstsein nicht in die Wiege gelegt, sie müssen es erlernen.

Erziehung vor Strafe: das ist auch die Grundidee des ersten deutschen Jugendgerichtsgesetzes, das der Reichstag 1923 auf den Weg bringt. Strafmündig sind Jugendliche seitdem erst mit 14, eine Ermessensfrist gilt bis zum 18. Lebensjahr. Die wahre Revolution liegt aber woanders. Parallel zum neuen Jugendstrafrecht wird schon damals eine Jugendgerichtshilfe beschlossen: Jugendämter sollen sich um hartnäckige Problemfälle kümmern. Eine Erfolgsgeschichte, könnte man meinen – doch angesichts immer krasserer Fälle von Jugendgewalt wächst heute die Kritik: Manchen Jugendlichen sei mit klarer Strafe mehr geholfen, als mit zu viel Verständnis.

Sendetermin: Samstag, 16. Februar 2013, ZeitZeichen
9.05 - 9.20 Uhr, WDR 5 Mitschnitt für Schule und Weiterbildung,
Weitere Sendetermine:
16. Februar, ab 17.45 Uhr, WDR 3

Quelle: WDR