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BVKJ: "Rotes Licht für Moped-Führerschein ab 15"

“Wenn die Bundesregierung wie geplant den Moped-Führerschein für 15-jährige einführt, nimmt sie damit in Kauf, dass junge Menschen sterben oder schwer verletzt werden." Mit diesen Worten reagierte am Freitag Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e. V.) auf die Pläne der Bundesregierung, den Moped-Führerschein für 15-jährige einzuführen.

Dr. Wolfram Hartmann: “Aus kinder- und jugendärztlicher Sicht ist der Moped-Führerschein mit 15 unverantwortlich. 15-jährige können die Gefahren im Straßenverkehr noch nicht angemessen einschätzen und darauf reagieren. Sie neigen zudem zu risikohaftem Verhalten. Das ist entwicklungspsychologisch und neurologisch gut belegbar. Die Fähigkeit, das eigene Verhalten riskanten Situation anzupassen, entwickelt sich in der sensiblen Phase der Pubertät. Diese Entwicklung ist mit 15 Jahren noch in vollem Gange. Sie kann mit Fahrunterricht, wie sich das die Experten vorstellen, nicht beschleunigt werden. Erst mit etwa 16 Jahren ist es vertretbar, dass Jugendliche Moped fahren dürfen. Dann allerdings auch nur nach entsprechender Schulung und natürlich gut geschützt mit Helm. Aus diesem Grunde darf das Gesetz nicht in Kraft treten. Die Bundesregierung sollte aus den Erfahrungen in Ästerreich lernen. Dort existiert der Moped-Führerschein mit 15 schon einige Jahre und hat verheerende Folgen: In den Jahren 2000 bis 2007 ist die Zahl der Verunglückten von 50 auf fast 1800 pro Jahr gestiegen - also auf das 36-fache. 

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e. V.)

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