Kindertagesbetreuung / Recht

Betreuungsgeld-Debatte: BDL fordert Ausbau der Kita-Plätze im ländlichen Raum

Nur noch zwei Jahre. Dann erwerben Eltern mit dem ersten Geburtstag ihres Kindes auch einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Was kommt dann? Eine Klagewelle? Katrin Biebighäuser sieht sich nicht als Wahrsagerin, wenn sie feststellt, dass die Bundesrepublik – insbesondere aber die ländlichen Räume – von dem Ziel eines flächen- und bedarfsdeckenden Angebots zur Kinderbetreuung noch meilenweit entfernt sei. „Vor diesem Hintergrund ist ein Betreuungsgeld der falsche Schritt“, stellt die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) fest.

Seit Jahren fordert der größte Jugendverband im ländlichen Raum den Auf- und Ausbau einer qualitativ guten Betreuung für Kinder auch außerhalb der Ballungsgebiete. „Wir reden hier nicht darüber, dass Familien ihren Nachwuchs in Kindertagesstätten geben müssen. Wir reden über den beschlossenen Ausbau der Betreuungsstruktur bis 2013“, macht Katrin Biebighäuser klar. Vorgesehen sind Betreuungsangebote für 35 Prozent der Ein- bis Dreijährigen. Zurzeit reichen diese für rund 23 Prozent der Kinder dieser Altersstufe aus. – Mit deutlichem Defizit in den westlichen Bundesländern.

„Es wäre ein fatales Zeichen, wenn die Regierung das Betreuungsgeld mit Biegen und Brechen umsetzt. Das wirkt wie ein Ablasshandel: Betreuungs¬geld gegen die Pflicht zur Schaffung ausreichender Kinderbetreuungs¬möglichkeiten“, so die BDL-Bundesvorsitzende. Es zeuge nicht von politischem Fingerspitzengefühl, wenn durchgeboxt werde, was Teile der Regierung sowie zahlreiche Verbände ablehnen, heißt es in dem  Jugendverband.

Das Gros der Mitglieder des Bundes der Deutschen Landjugend möchte auch in Zukunft in den ländlichen Räumen leben und wünscht sich Kinder. „Gleichzeitig sind wir eine gut ausgebildete Generation, die auch in Zukunft Familie, Arbeit und Ehrenamt in Einklang bringen möchten. Hierzu brauchen wir eine verlässliche und gute Kinderbetreuung“, so Katrin Biebighäuser.

Der Bund der Deutschen Landjugend setzt sich für Lebens- und Bleibeperspektiven junger Menschen in den ländlichen Räumen ein. „Eine vorhandene soziale Infrastruktur ist für uns wichtig, wird aber in Zukunft immer wichtiger werden, um Fach- und Führungskräfte für die ländlichen Räume zu gewinnen. Dies haben wir unter anderem beim Thema Ärztemangel immer wieder deutlich gemacht.“, so die BDL-Vorsitzende.

Quelle: Bund der Deutschen Landjugend (BDL)

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