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Sozialpolitik

Zunehmende Einkommensungleichheit: AWO fordert Politik zum gegensteuern auf

Kleinfamilie auf Centstücken die auf Geldscheinen stehen
Bild: © kathrinm - fotolia.com

Die Entkopplungstendenzen gefährden den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, kritisert der AWO Bundesverband e.V. mit Blick auf den aktuellen WSI-Verteilungsbericht. Der Wohlfahrtsverband fordert insbesondere eine konsequente Bekämpfung des Niedriglohnsektors und eine höhere Besteuerung von Spitzeneinkommen und Vermögen. Zur Prävention und Bekämpfung von Armutsrisiken müsse zudem eine teilhabeorientierte soziale Infrastruktur zur Verfügung stehen und weiter ausgebaut werden.

Angesichts der Veröffentlichung des WSI-Verteilungsberichts 2019 erklärt der Vorstandsvorsitzende der AWO, Wolfgang Stadler: „Der aktuelle Verteilungsbericht macht wieder einmal deutlich, dass trotz der günstigen Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituation Einkommensungleichheit und Armut in Deutschland erneut zugenommen haben. Wir beobachten diese Trends mit großer Besorgnis, denn solche Entkopplungstendenzen gefährden den sozialen Zusammenhalt in Deutschland spürbar.“

Lücke zwischen Arm und Reich nimmt zu

Der Verteilungsbericht kommt zu dem Ergebnis, dass die Lücke zwischen Arm und Reich weiter zugenommen hat. Wichtiger Treiber dieser Entwicklung ist laut des Berichts eine weitere Spreizung der Löhne, vor allem an den Rändern der Einkommensverteilung: Während die untersten Einkommensgruppen im Betrachtungszeitraum real Einkommensverluste zu verzeichnen hatten und von einer Entkopplung der allgemeinen Lohnentwicklung bedroht sind, waren in oberen Einkommensgruppen Zuwächse möglich. Zudem ist im Betrachtungszeitraum die Armutslücke, also der Einkommensbetrag, der armen Haushalten im Schnitt fehlt, um über die Armutsgrenze zu kommen, stark angewachsen.

Entwicklungen ernst nehmen und wirksam politisch gegensteuern

„Einkommensarmut widerspricht unserem Anspruch, über Arbeit gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Wir fordern daher politische Maßnahmen, die diese Entwicklungen ernst nehmen und wirksam gegensteuern,“ kommentiert Wolfgang Stadler weiter. „Hierzu gehören eine konsequente Bekämpfung des Niedriglohnsektors, eine Stärkung der Tarifbindung sowie eine höhere Besteuerung von Spitzeneinkommen und Vermögen. Zur Prävention und Bekämpfung von Armutsrisiken muss zudem eine teilhabeorientierte soziale Infrastruktur zur Verfügung stehen und weiter ausgebaut werden.“

Weitere Informationen zum WSI-Verteilungsbericht stehen in der Berichterstattung auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung. Im Nachgang zur Veröffentlichung äußerte sich auch der Paritätische Wohlfahrtsverband und fordert eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung, die die Teilhabe armer Kinder konsequent und umfassend sicherstellt.

Quelle: AWO Bundesverband e.V. vom 07.10.2019

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