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Sozialpolitik / Bildungsforschung

Zahl der Azubis in NRW auf neuem Tiefstand – neue Broschüre zur Berufsbildung erschienen

Ein junger Mann ist als Auszubildender auf einer Baustelle.
Bild: © goodluz - Fotolia.com

Die Zahl der Auszubildenden im dualen System erreichte Ende 2016 in NRW mit 297.219 einen neuen Tiefstand. 40 Jahre zuvor wurden 355.089 Auszubildende gezählt. Diese und weitere Informationen zur beruflichen Bildung an Rhein und Ruhr hat der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes in einer neuen Broschüre veröffentlicht.

In  Deutschland  sind  das  Bildungssystem  und  der  Arbeitsmarkt  vergleichsweise  gut aufeinander abgestimmt, wie zuletzt die internationale OECD-Studie „Bildung auf  einen  Blick  2017“  bestätigte.  Die  duale  Ausbildung  gehört  zu  einer  der  Säulen im deutschen Bildungssystem. Das Besondere an der dualen Ausbildung sind die Verzahnung von schulischer und betrieblicher Ausbildung, der starke Praxisbezug  und  der damit verbundene reibungslose Übergang  von der Schule in das Berufsleben. Eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung eröffnet den Absolventinnen und Absolventen eine berufliche Perspektive als Fachkraft. Trotz der hohen Anerkennung, die das System der dualen  Ausbildung  genießt, sinkt die Zahl der Auszubildenden seit Jahren. Gleichzeitig steigt die Zahl der Studierenden stetig. Neben diesem Trend zur akademischen Ausbildung stellt auch der demografische Wandel Unternehmen, Politik und Verwaltung vor große Herausforderungen: Insbesondere in ländlichen Regionen beklagen Unternehmen den Fachkräftemangel.

Die Broschüre „NRW (ge)zählt: Berufsbildung in Nordrhein-Westfalen“ enthält wesentliche Kennzahlen zur dualen  Ausbildung in Nordrhein-Westfalen auf Basis der Berufsbildungsstatistik. Neben der Entwicklung der Auszubildendenzahl wird die schulische und berufliche Vorbildung der Nachwuchskräfte näher beleuchtet. Weiterhin werden die verschiedenen Ausbildungsbereiche und häufig besetzte  Ausbildungsberufe dargestellt. 

Weiterhin erfährt man in dieser Publikation u.a.:

  • Seit dem Beginn der Aufzeichnung der Berufsbildungsstatistik im Jahr 1976 befinden sich jeweils mehr Männer als Frauen in der dualen Ausbildung.
  • Der Frauenanteil war 2016 mit 37,4 Prozent genauso hoch wie 1976.
  • Die Auszubildenden in Nordrhein-Westfalen sind erfolgreich: 89,9 Prozent bestanden im Jahr 2016 ihre Abschlussprüfung. Bei Frauen war die Erfolgsquote mit 91,9 Prozent höher als bei Männern (88,6 Prozent).
  • Auf Platz eins der Ausbildungsberufe stand bei den weiblichen Nachwuchskräften 2016 die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement, bei den männlichen Auszubildenden dominierte die Berufsausbildung zum Kfz- Mechatroniker.
  • Im Jahr 2016 wurden 113 973 neue Ausbildungsverträge geschlossen; 40,4 Prozent und damit die meisten Auszubildenden besaßen die (Fach-) Hochschulreife.
  • 6,8 Prozent der Auszubildenden hatten einen ausländischen Pass. Bei den weiblichen Auszubildenden lag der Anteil mit 7,3 Prozent höher als bei den männlichen (6,5 Prozent).
  • 2016 waren mehr als zwei Drittel der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag bereits mindestens 19 Jahre alt.
  • Im Jahr 2016 hatten 2,3 Prozent der Auszubildenden bereits vor Ausbildungsantritt eine weitere duale Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Die von  IT.NRW  herausgegebene Broschüre (PDF, 1,3 MB) steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.
 
Quelle: Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) vom 11.04.2018