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Sozialpolitik / Jugendsozialarbeit

WorldSkills 2017: Deutsche Talente nehmen an Berufe-Weltmeisterschaften in Abu Dhabi teil

Jemand schreibt Begriffe wie "Ausbildung, Studium, job und Karriere" auf eine Tafel
Bild: © Marco2811 - Fotolia.com

Insgesamt 42 deutsche Berufstalente nehmen an den 44. Berufe-Weltmeisterschaften in Abu Dhabi teil. Mit ihrem Können repräsentieren sie bis zum 19. Oktober das deutsche duale Bildungssystem. Mehr als 70 Mitglieder und Partner engagieren sich in der Initiative World Skills Germany für Berufsorientierung und exzellente Berufsbildung.

Die Bundeskanzlerin ist Schirmherrin der deutschen Berufe-Nationalmannschaft. Internationale Wettbewerbe finden nicht nur im Sport statt. Auch die besten Berufsfachkräfte der Welt kämpfen alle zwei Jahre um Weltmeistertitel. Die deutsche Berufe-Nationalmannschaft tritt bei den Berufsweltmeisterschaften in Abu Dhabi gegen die Konkurrenz aus 77 Ländern an.

Leidenschaftlich und exzellent arbeiten

Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind die Besten ihres Fachs in Deutschland. Dabei sind zum Beispiel Anlagentechniker, CNC-Fräser, Dekorationsmaler, Elektroniker, Konditoren, Mechatroniker, Stuckateure und Webdesigner.

An jedem Wettkampftag stehen andere Aufgaben an. Unter hohem Zeitdruck und unter den Augen der Experten-Jury fertigen sie präzise Werkstücke, kochen Menüs oder programmieren Software. Bei den Wettbewerben der Zweier-Teams kommt es auf exzellentes Zusammenspiel an. Hohe Konzentrationsfähigkeit, genaues Arbeiten, Leidenschaft und Zielstrebigkeit sind gefragt, um einen der vorderen Plätze zu erreichen.

Hohe Qualität der dualen Ausbildung zeigen

„Die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zeigen, was sie können, und sich mit der internationalen Konkurrenz messen. Damit stärken sie die Attraktivität der dualen Ausbildung und machen unser hochwertiges Bildungssystem weltweit noch sichtbarer“, schreibt Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Grußwort. Sie ist Schirmherrin der deutschen Berufe-Nationalmannschaft.

Die in Deutschland häufigste Form der Ausbildung ist die betriebliche Ausbildung – auch duale Ausbildung genannt. Sie findet an zwei Ausbildungsorten statt: im Betrieb und in der Berufsschule. Industrie, Handwerk und Handel bilden Fachkräfte in rund 330 dualen Berufen aus. Wer eine Berufsausbildung hat, hat gute Karrierechancen und kann viele Wege gehen – Meister werden, studieren oder sich selbstständig machen. Das deutsche duale System gilt weltweit als Erfolgsmodell. Es trägt dazu bei, dass Deutschland die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa hat.

Bestens vorbereitet in die Wettbewerbe

Im Team wollen sie ihr Bestes geben, möglichst viele Titel und sehr gute WM-Platzierungen in Abu Dhabi erkämpfen. Kfz-Mechatroniker Sebastian Knopf will Gold mit nach Hause bringen. Bei der Europameisterschaft in Göteborg 2016 gewann er eine Bronzemedaille.

Für CNC-Fräserin Eva-Maria Wahl ist die Teilnahme an der WM schon ein großer Erfolg. Auch den jungen Autolackierer Jonas Heinze haben bereits die Vorbereitungen auf die Berufe-WM enorm bereichert. Wir fliegen mit hohen Erwartungen nach Abu Dhabi", sagt Jens Bielicke, Chef-Bundestrainer im Team. Viele Stunden – auch in ihrer Freizeit – haben die WM-Teilnehmer in Werkstätten, Bundesleistungszentren und Ausbildungseinrichtungen verbracht. Handgriffe und Abläufe wurden wieder und wieder geübt.

Bei der WM 2015 in Sao Paulo errang das deutsche Team zweimal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze und 19 Diplome ("Medaillon for Excellence").

Berufstalente entdecken und fördern 

Trainiert und betreut werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von den Bundestrainern und Coaches des Vereins WorldSkills Germany. Der Verein hat sich die Aufgabe gesetzt, junge Berufstalente zu entdecken und zu Bestleistungen zu bringen. Mehr als 70 Mitglieder und Partner – darunter viele Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung – engagieren sich für exzellente Berufsbildung. Das Bundesbildungsministerium fördert die Teilnahme der deutschen Mannschaft bei den Berufsweltmeisterschaften.

WM-Teilnehmer als Vorbilder für Berufsorientierung 

Die WM-Teilnehmer zeichnen sich durch fachliches Können und Begeisterung für ihren Beruf aus. Sie können Vorbilder sein für Jugendliche, die sich beruflich orientieren. Viele ehemalige deutsche Champions und Teilnehmer an Berufe-Welt- und Europameisterschaften arbeiten in leitenden Positionen oder sind selbst Unternehmer. Die WM-Teilnahme 2011 habe ihn dazu gebracht, sein Wissen an Praktikanten und Lehrlinge weiterzugeben, sagt Vincent Wicker. Der Karosserie- und Fahrzeugbaumeister begleitet als Experte WM-Teilnehmer Mirko Betz nach Abu Dhabi.

Das Engagement von WorldSkills Germany reicht über die Förderung der Besten hinaus: Zur Berufsorientierung können Schülerinnen und Schüler in Trainingscamps ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Talente für verschiedene Berufe testen. Auf der Plattform des Bundesbildungsministeriums "Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar" können sich Jugendliche über Ausbildungsberufe informieren. Auszubildende erklären in Videos ihren Beruf und geben Tipps zur Berufsorientierung.

Mehr Informationen finden sich auch unter www.worldskillsgermany.com.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 14.10.2017