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Sozialpolitik / Jugendsozialarbeit

Wie kann Ausbildung in Zeiten des digitalen Wandels aussehen?

Stehtische und Informationsbanner, dazwischen stehen sich unterhaltenden Personen
Bild: © Leif-Henrik Piechowski „Forum Ausbildung 4.0“: Beim Markt der Möglichkeiten konnte man sich über digitale Lernmethoden der 15 Aussteller informieren.

Um Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Berufsausbildung und wichtige Kernkompetenzen der Auszubildenden ging es in Stuttgart beim „Forum Ausbildung 4.0“ des Baden-Württembergischen Wirtschaftsministeriums. Die Veranstaltung am 5. März drehte sich um die Fragen, wie Ausbildung 4.0 aussehen und wie Bund, Land, Wissenschaft und Wirtschaft dazu beitragen können, um die berufliche Ausbildung digital und zukunftsfähig aufzustellen. Erarbeitete Lösungsansätze wurden vorgestellt.

„Forum Ausbildung 4.0“

„Für unsere Unternehmen ist essentiell, dass die Inhalte der Ausbildungsberufe der technologischen Entwicklung und insbesondere der Digitalisierung entsprechen. Dafür sind wir gut gerüstet, da die Initiative zur Modernisierung der Ausbildungsberufe von der Wirtschaft und den Gewerkschaften ausgeht. Zugleich ist die Digitalisierung eine große Chance für die Unternehmen, um junge Menschen für die Ausbildung zu gewinnen. Eine Ausbildung, die neuestes digitales Knowhow vermittelt, ist für junge Menschen hoch attraktiv“, betonte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Beispiele sind die Ausbildungsberufe der industriellen Metall- und Elektroindustrie sowie die Ausbildungsberufe Orthopädieschuhmacher und Orthopädieschuhmacherin, Hörakustiker und Hörakustikerin und Kaufmann beziehungsweise Kauffrau im E-Commerce.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Dieter Spath, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und des Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart sowie Präsident von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), und Dr. Martin Krämer, Mitglied des Vorstands der SICK AG, sprach die Ministerin in einer Podiumsdiskussion über die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Berufsausbildung und wichtige Kernkompetenzen der Auszubildenden. „In allen rund 330 Ausbildungsberufen ist der Kern weiterhin die Erlangung der beruflichen Handlungsfähigkeit. Die Auszubildenden lernen, Probleme zu erkennen, zu analysieren und zu lösen. Gerade diese Fähigkeiten sind in der digitalen Transformation besonders wichtig“, so Hoffmeister-Kraut.

Modellprojekte zur Digitalisierung in der beruflichen Ausbildung

Auch bereits erarbeitete Lösungsansätze waren Thema der Veranstaltung. Die ersten von insgesamt neun vom Wirtschaftsministerium geförderten Modellprojekte zur Digitalisierung in der beruflichen Ausbildung präsentierten ihre Ergebnisse. „Die Modellprojekte zeigen deutlich, dass alle Beteiligten von digitalen Lernmethoden und der Vermittlung von digitalen Kompetenzen profitieren. Die Lernerfolge der Auszubildenden werden gesteigert, digitale Lernplattformen verbessern die Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Betrieben. Von der Vermittlung digitaler Kompetenzen in der überbetrieblichen Ausbildung profitieren gerade kleine und mittlere Betriebe, insbesondere im Handwerk“, erklärte die Ministerin.

In den Projekten wurden zahlreiche digitale Lernaufgaben von den beteiligten Berufsschulen, Betrieben und überbetrieblichen Bildungsstätten entwickelt und erprobt. Insgesamt wurden mit den neun Modellprojekten über 1.700 Auszubildende in ganz unterschiedlichen Bereichen erreicht – von der Mechatronik über den Baubereich bis hin zu kaufmännischen Berufen. Das Wirtschaftsministerium fördert die neun Projekte mit insgesamt 1,5 Millionen Euro.

Wichtige Projektergebnisse

  • Mit fachdidaktisch ausgearbeiteten digitalen Lernmaterialien können beachtliche Lernerfolge erzielt werden – auch weil die Auszubildenden auf ihren jeweiligen Lernniveaus besser abgeholt und gezielt gefördert werden können.
  • Mit gemeinsam genutzten digitalen Lernplattformen kann die Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Betrieb deutlich gesteigert werden. Damit gewinnt die wichtige Lernortkooperation mit der Digitalisierung an Bedeutung.
  • In kaufmännischen Berufen hat der Einsatz von Unternehmenssoftware in der Berufsschule nachweisbare Vorteile. Voraussetzung dafür ist, dass dies fachdidaktisch gut in den Berufsschulunterricht eingebettet wird.
  • Die überbetriebliche Ausbildung eignet sich besonders, um grundlegende Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung zu vermitteln. Sie hilft gerade kleinen und mittleren Betrieben, in denen neue Technologien nicht von Beginn an eingesetzt werden können.

Weiterführende Informationen

Eine Übersicht der geförderten Projektträger und Projektbeteiligten ist der Pressemitteilung des Ministeriums zu entnehmen.

Eine Dokumentation der Veranstaltung wird auf der Veranstaltungsseite ausbildung4.0.ausbildung-bw.de der Öffentlichkeit im Nachhinein zur Verfügung gestellt.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg vom 05.03.2020