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Sozialpolitik / Kinder- und Jugendpolitik

Treffen der Menschen mit Armutserfahrung: Politische Teilhabe armer Menschen stärken!

Kinderhände mit Münzen
Bild: © Marco2811 - fotolia.com

Menschen mit Armutserfahrung sind politisch schlechter repräsentiert, Politik wird größtenteils ohne sie gemacht. Das kritisiert die Nationale Armutskonferenz (nak) und führt das „Treffen der Menschen mit Armutserfahrung“ durch. Familien mit Kindern und junge Menschen sind besonderers von Armut betroffen. Deshalb nimmt die Veranstaltung auch ihre Lebenssituation in den Blick.

Zum mittlerweile 14.-mal richtet am 18. und 19. November 2019 die Nationale Armutskonferenz (nak) in Berlin das Treffen der Menschen mit Armutserfahrung aus. Das diesjährige Treffen stellt die Frage nach „Anspruch und Wirklichkeit – Wie gelingt Teilhabe für alle?“ Im Rahmen des zweitägigen Programms mit Workshops, Podiumsdiskussionen, Vorträgen und in Gesprächen mit Politiker/-innen stehen die Perspektiven von Menschen mit Armutserfahrung im Mittelpunkt.

Demokratische Teilhabe wird durch Armut erschwert

Der Diskurs um Armut in Deutschland wird um die Expert/-innenperspektive der Betroffenen bereichert. Hierzu erklärt der Sprecher der nak Gerwin Stöcken:

„Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet kommen einmal im Jahr in Berlin zusammen. Die Treffen der Menschen mit Armutserfahrung bilden das Herzstück der Tätigkeiten der nak. Durch die Treffen werden politische Partizipation, Information, Austausch und Vernetzung von Menschen ermöglicht, deren demokratische Teilhabe durch Armutslagen erschwert ist. Das Treffen ist Impulsgeber, um für die Problemlagen der Menschen zu sensibilisieren und daraus resultierend politische Handlungsbedarfe sichtbar zu machen. Mit diesem Auftrag bringt sich die Nationale Armutskonferenz in den politischen Prozess ein. Es muss ein Umdenken in der Armutspolitik geben. Menschen in Armut dürfen nicht länger ohne politisches Gewicht bleiben.“

Menschen mit Armutserfahrung eine Stimme geben

Gerwin Stöcken: „Armut ist ein Symptom gesamtgesellschaftlicher Probleme und nicht in erster Linie individuelles Verschulden“, betont Stöcken, „deshalb streitet die Nationale Armutskonferenz für ein menschenwürdiges Miteinander. Sie verleiht Menschen mit Armutserfahrung eine Stimme und ermöglicht es ihnen, ihre Perspektive als Expert*innen in eigener Sache in den armutspolitischen Diskurs einzubringen. Dabei ist die Nationale Armutskonferenz stets am Puls der Zeit, ist mutig und oft auch unbequem“, so Stöcken weiter.

Zum Hintergrund

Besonderes Merkmal der nak ist die politische Partizipation und Vernetzung derer, die es angeht: Menschen mit Armutserfahrung sind in allen Gremien und Arbeitsstrukturen der nak beteiligt. Seit 2006 organisiert die Nationale Armutskonferenz einmal jährlich ein Treffen von Menschen mit Armutserfahrung. Die Treffen sollen eine Plattform für Austausch und Vernetzung bieten und stärken die politische Teilhabe der Menschen, die in Armut leben. Die Nationale Armutskonferenz (nak) ist im Herbst 1991 als deutsche Sektion des Europäischen Armutsnetzwerks EAPN (European Anti Poverty Network) gegründet worden. Sie ist ein Bündnis von Organisationen, Verbänden und Initiativen, die sich für eine aktive Politik der Armutsbekämpfung einsetzen. In den Jahren 2019 und 2020 hat der AWO Bundesverband die Geschäfts- und Federführung der nak inne.

Detailliere Informationen zum Programm des Treffens der Menschen mit Armutserfahrung (PDF, 115 KB) steht bei der nak zur Verfügung.

Quelle: Nationale Armutskonferenz vom 18.11.2019