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Sozialpolitik / Jugendsozialarbeit

Thüringer Ausbildungsmarkt: Mehr Ausbildungsplätze als Bewerber

Fachkräfte sitzen in Reihe
Bild: © contrastwerkstatt - Fotolia.com

Für junge Menschen in Thüringen ist es leichter geworden, den Einstieg ins Berufsleben zu finden. Es stehen mittlerweile mehr Ausbildungsplätze als Bewerber zur Verfügung. Qualitätskriterien in den Unternehmen seien ausschlaggebend, um Berufsnachwuchs zu finden, sagte Sozialministerin Heike Werner.

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), hat die aktuellen Entwicklungen am Thüringer Arbeits- und Ausbildungsmarkt kommentiert. Arbeitsministerin Werner sagte: „Der Thüringer Arbeitsmarkt hat sich auch im Herbst gut entwickelt. Besonders erfreulich ist nach wie vor der stetige Rückgang der Arbeitslosigkeit bei Frauen, Älteren und langzeitarbeitslosen Menschen. Unveränderter Handlungsbedarf besteht darin, nach Thüringen geflüchteten Menschen und ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger die Integration in Arbeit und Ausbildung zu ermöglichen.“

Einstieg ins Berufsleben leichter geworden 

Laut Werner bietet der Ausbildungsmarkt 2016/2017 ein gemischtes Bild: „Junge Menschen haben es inzwischen einfacher, in ihrer Heimat Thüringen den Einstieg ins Berufsleben zu finden. Es gibt mehr Ausbildungsplätze als Bewerberinnen und Bewerber. Für die Unternehmen ist es dagegen nicht mehr so leicht, ihren Fachkräftebedarf mit Auszubildenden zu decken. Auch in diesem Jahr werden Ausbildungsplätze frei bleiben. Tarifliche Ausbildungsvergütungen, Mitbestimmung mit Jugendvertretungen und „Gute Ausbildung“ sind dabei die ausschlaggebenden Qualitätskriterien, Nachwuchs zu finden.“

Nachvermittlung für noch Unversorgte 

Für die derzeit 300 noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz werde es Nachvermittlungsaktionen geben, so die Ministerin. Das Land unterstütze die Berufsausbildung etwa durch die Förderung von überbetrieblichen Ergänzungslehrgängen für betriebliche Auszubildende u.a. mit Zusatzqualifikationen in Fachthemen der Digitalisierung.

An die Unternehmen appellierte die Arbeitsministerin, zur Besetzung ihrer freien Ausbildungsstellen auch neue Wege zu gehen und dabei vermeintlich schwächeren Schulabsolventinnen und -absolventen eine Chance zu geben. „Hierbei können die Unternehmen Angebote der Bundesagentur für Arbeit und des Landes nutzen, beispielsweise die Einstiegsqualifizierung, die assistierte Ausbildung oder die betriebsnahe Ausbildungsbegleitung“, erläuterte Minister Werner. Sie empfehle den Unternehmen zudem, die Gruppe der ausländischen Bewerberinnen und Bewerber stärker in den Fokus zu nehmen sowie die Suche auf andere Bundesländer auszuweiten. Auch hierbei werde von Landesseite Unterstützung angeboten, z.B. durch die Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (ThAFF) und deren „Welcome Center Thuringia“.

Hintergrund

Im Freistaat waren im Oktober 62.988 Menschen arbeitslos. Das sind 1.086 registrierte Erwerbslose weniger als im Vormonat. Im gleichen Monat des Vorjahres (Oktober 2016) lag die Zahl der Erwerbslosen noch bei 69.312. Saisonbedingt war bei Jüngeren unter 25 Jahren der Rückgang der Arbeitslosigkeit dabei überproportional stark. Überdurchschnittlich ist im Jahresvergleich auch die Langzeitarbeitslosigkeit gesunken. Die Arbeitslosenquote ist in Thüringen im Oktober gegenüber dem Vormonat (September 2017) um 0,1 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent gesunken. Der Anteil erwerbsloser ausländischer Menschen liegt aktuell bei 10,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es allerdings 811 Betroffene mehr. Im Ausbildungsjahr 2016/2017 waren 10.730 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber zu verzeichnen. Ihnen standen 13.624 gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber. Es blieben 1.275 Stellen unbesetzt. Das sind 10,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Quelle: Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie vom 02.11.2017