Sie sind hier: Startseite  Politik  Sozialpolitik

Diakonie und Caritas

Soziale Einrichtungen nicht im Regen stehen lassen

Zwei männliche Hände umschließen eine Gruppe von Figuren.
Bild: © vege - fotolia.com

Im harten Lockdown, sind die sozialen Einrichtungen und Dienste von Caritas und Diakonie besonders gefordert. Denn alle Menschen, die von diesen Einrichtungen begleitet und versorgt werden, brauchen die Hilfe dringender denn je.

Vor allem für Obdachlose, Kinder und Familien sowie für pflegebedürftige Menschen ist die Arbeit der Diakonie und Caritas häufig lebensnotwendig. Da das Virus für alte Menschen besonders gefährlich ist, ist die Situation gerade in vielen Pflegeheimen sehr ernst. Beratungsstellen und andere Dienste müssen ihrerseits zunehmend mehr Menschen zur Seite stehen, denn die Notlagen verschärfen sich.

Und über all dem schwebt wie ein Damokles-Schwert die Sorge um eine nachhaltige Finanzierung der Einrichtungen. So fassen Caritas-Präsident Peter Neher und Diakonie-Präsident Ulrich Lilie in einer gemeinsamen Pressekonferenz die gegenwärtige Lage in den beiden größten Wohlfahrtsverbänden Deutschlands zusammen.

Rettungsschirme nicht auskömmlich

Die staatlichen Rettungsschirme kompensieren das Corona-bedingte Defizit nur in gut 30 Prozent der sozialen Einrichtungen. Das ist das vorläufige Ergebnis einer Umfrage der Bank für Sozialwirtschaft unter Akteuren des Sozial- und Gesundheitswesens, aus der Neher und Lilie heute erste Ergebnisse vorgestellt haben.

„Die Rettungsschirme, die die Politik gespannt hat, helfen sehr, die Folgen der Pandemie in unseren Einrichtungen und Diensten abzufedern. Sie können aber nicht alles auffangen“, so Diakonie-Präsident Lilie. „Und jetzt schon ist absehbar, dass wir über den 31. März hinaus an Lösungen denken müssen. Denn wir werden bis dahin mitnichten wieder in einem normalen Modus sein.“

Soziale Einrichtungen, die wegen Abstandsregeln nicht wie gewohnt ihre Dienste anbieten oder die normalerweise zur Verfügung stehenden Plätze belegen können, sind sowohl mit rückläufigen Einnahmen konfrontiert als auch mit zusätzlichen Aufwendungen. Es müssen zum Beispiel Baumaßnahmen finanziert werden, etwa um Menschen voneinander abzuschirmen, oder zusätzliches Personal, zum Beispiel um Corona-Tests durchzuführen. Gemeinnützige Träger haben aber keine finanziellen Rücklagen, von denen sie schöpfen können.

Notlagen verschärfen sich

Die Präsidenten beider Verbände sind besorgt um die Existenz der sozialen Angebote – in einer Zeit, in der diese in besonderer Weise und zunehmend gebraucht werden.

„Die Kolleginnen und Kollegen in den Beratungsstellen merken, dass sich die Notlagen verschärfen – nicht nur die finanziellen, auch die emotionalen und psychischen. Sie erwarten, dass sich diese Situation noch zuspitzen wird“, so Caritas-Präsident Neher. „Die Menschen sind auf eine verlässliche soziale Infrastruktur angewiesen, auf Hilfe, die unsere Dienste nur anbieten können, wenn es sie noch gibt und wenn sie refinanziert werden.“

Umfrage im Sozial- und Gesundheitswesen

Die Bank für Sozialwirtschaft befragt noch bis zum 20. Dezember 2020 Vorstände und Geschäftsführer/-innen des Sozial- und Gesundheitswesens zu den Auswirkungen der Pandemie insbesondere auf die finanzielle Situation ihres Unternehmens. Die Zwischenergebnisse entsprechen den Stand zum 11. Dezember 2020. Die Bank für Sozialwirtschaft wird die endgültigen Ergebnisse im Januar veröffentlichen. Mehr zur Umfrage unter www.sozialbank.de/covid-19/umfrage

Quelle: Deutscher Caritasverband vom 16.12.2020