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Sozialpolitik

Sozialarbeiter sehen sich als Experten für das Soziale‏

Der Zweiter Berufskongress Soziale Arbeit vom Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit und der SRH Hochschule Heidelberg fordert am 12.5.2012 in Heidelberg mehr öffentliche Beachtung.

Soziale Arbeit steht im Brennpunkt gesellschaftlicher Diskussion. Sie wird immer beauftragt, wenn es um gesellschaftliche Probleme geht, die nicht über Gesetze und Normen zu lösen sind. Über zwei Millionen Menschen arbeiten im sozialen Bereich. Das sind ca. 8 % aller Beschäftigten in Deutschland. Darunter sind über 300.000 Sozialarbeiter/-innen und über 500.000 Erzieher/-innen. Im Mittelpunkt sozialer Arbeit steht die Beziehung zu und gemeinsame Arbeit mit Menschen. Sozialarbeiter sind Experten, wenn es um die Folgen von Politik, Wirtschaftsentwicklung und um persönliche Krisen geht.

Doch trotz ihrer Professionalität finden die Vertreter der Sozialen Arbeit mit ihren Erfahrungen, Anregungen und Positionen kaum Zugang zu Politik und Öffentlichkeit. „Soziale Arbeit muss zu einer lauten Profession werden“, fordert Gabriele Stark-Angermeier vom Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH).

„Jeden Tag beweisen wir, wie erfolgreich und wirkungsvoll unsere Arbeit ist. Das ist in der Vergangenheit zu wenig deutlich geworden“, so kommentierte die 2. Vorsitzende den Eröffnungsvortrag des Sozialpädagogen Thomas Sonnenburg. Mit seiner RTL-Serie zur Straßensozialarbeit „Die Ausreisser“, die auch den Deutschen Fernsehpreis erhielt, ist erstmals einer breiten Öffentlichkeit gezeigt worden, über welches fachliche Können Soziale Arbeit verfüge.

Soziale Arbeit habe eine hohe Wertschätzung bei der Bevölkerung. Darüber hinaus habe Soziale Arbeit mit ihren Leistungen und der Zahl der Beschäftigten eine große wirtschaftliche Bedeutung. Diese finde sich jedoch nicht in der Politik wieder. Darum, so ein Ergebnis des Kongresses, müsse Soziale Arbeit mutiger werden, Forderungen stellen und den Weg in die Öffentlichkeit gehen.

„Will der Beruf auch zukünftig attraktiv sein, so bedarf es höherer Einkommen, einen einheitlichen Tarifvertrag und ein Mehr an Einfluss, wenn es um Sozialpolitik geht“, so der 1. Vorsitzende Michael Leinenbach.

Die 250 Teilnehmer/-innen machten deutlich, dass die Folgen von Ökonomisierung und Einsparungen nicht nur viele Probleme im sozialen Bereich schaffen, sondern auch die Profession selbst betreffen: So hätten die Verbände der Wohlfahrtspflege vielfach ihre Funktion als Interessenvertretung für Menschen in Not verloren. Stattdessen werde um Aufträge zu Lasten von Qualität konkurriert. „Wir Sozialarbeiter fühlen uns von den Einstellungsträgern allein gelassen, wenn wir für die Interessen von Einkommensschwachen, Älteren, Jugendlichen und Kindern streiten“, so eine Teilnehmerin des Kongresses.

Fachlichkeit, Parteinahme, Beziehungsaufbau und Stolz auf einen Beruf, der sich auf ethische Prinzipien stützt, sind wichtige Merkmale der Sozialarbeiter. Um sie zu schützen und um eine sozial gerechte Gesellschaft aufzubauen bedürfe es einer Wertschätzung der „Sozialarbeiter als Experten für das Soziale“. Mit dem Vorhaben, für diese öffentlich und politisch zu streiten, endete der 2.Berufskongress für Soziale Arbeit des DBSH.

Quelle: Presseerklärung vom 12.05.2012 des DBSH