Sie sind hier: Startseite  Politik  Sozialpolitik

Sozialpolitik / Kinder- und Jugendpolitik

Neue Studie zu Kinderarmut: Paritätischer fordert umfassendes Maßnahmenpaket

Ein kleiner Junge hält einen 5-Euro-Schein hoch
Bild: © somenski - Fotolia.com

Der Paritätische Wohlfahrtsverband wertet die aktuellen Zahlen zur Kinderarmut als armuts- und gesellschaftspolitisches Versagen und fordert einen Masterplan zur Armutsbekämpfung. Neben der Einführung einer Kindergrundsicherung und erhöhter Regelsätze in Hartz IV geht es dabei auch um einen einklagbaren Rechtsanspruch auf Angebote der Jugendarbeit und gezielte Angebote zur Unterstützung Alleinerziehender.

Als einen „Beleg des armutspolitischen Scheiterns“ bewertet der Paritätische Wohlfahrtsverband die aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Kinderarmut in Deutschland. Der Studie zur Folge leben 13 Prozent der Kinder in Deutschland dauerhaft seit fünf und mehr Jahren in Armut. Der Verband appelliert an die künftigen Koalitionäre, dem Thema Armutsbekämpfung Priorität einzuräumen und fordert ein umfassendes Maßnahmenpaket.

Armutsbekämpfung muss Priorität bekommen

„Es ist einfach beschämend, wie viele Kinder in diesem reichen Land in Armut aufwachsen. Wir reden hier von Millionen Kindern, die Ausgrenzung und Mangel Tag für Tag als Normalität erfahren, statt eine unbeschwerte Kindheit genießen zu dürfen. Es ist ein unglaubliches armuts- und gesellschaftspolitisches Versagen, das sich in diesen Zahlen ausdrückt“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Die ganze Familie im Blick  

Der Paritätische fordert von der künftigen Bundesregierung ein umfassendes Maßnahmenpaket, das nicht nur die Kinder, sondern die ganze Familie in den Blick nimmt. „Wir werden die Kinder auch mit noch so vielen Bildungsprogrammen niemals aus der Armut herausbekommen, wenn wir nicht die finanzielle Situation für die ganze Familie verbessern. Es gibt keine armen Kinder ohne arme Familien“, so Schneider.

Masterplan zur Armutsbekämpfung

Konkret fordert der Verband die Einführung einer Kindergrundsicherung in Höhe von 573 Euro, einen einklagbaren Rechtsanspruch auf Angebote der Jugendarbeit, eine bedarfsgerechte Erhöhung der Regelsätze auch für die Eltern in Hartz IV, einen Ausbau öffentlich geförderter Beschäftigung und weitere passgenaue Hilfen für Langzeitarbeitslose sowie gezielte Angebote zur Unterstützung Alleinerziehender. „Die künftigen Koalitionäre sind aufgefordert, diesen ungeheuren kinder- und armutspolitischen Skandal des Nichtstuns endlich zu beenden, einen Masterplan zur Armutsbekämpfung auf den Weg zu bringen und insbesondere die Leistungen für Familien bedarfsgerecht zu gestalten“, so Schneider.

Weitere Informationen zur Studie, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung durchgeführt hat, finden sich auch auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe. 

Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband vom 23.10.2017

Info-Pool