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Sozialpolitik / Coronavirus

Nationale Armutskonferenz: Engagement für eine solidarische Gesellschaft ohne Armut

Junger Mann mit Wollmütze und Kaputzenpulli senkt den Kopf
Bild: andrewtneel/unsplash   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Zum Tag der Arbeit fordert die Nationale Armutskonferenz (nak) eine andere Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik und unterstreicht den Anspruch auf Teilhabe und einen solidarischen Sozialstaat. Insbesondere in den Gesundheits-, Pflege- und Erziehungsberufen und im Einzelhandel seien Bezahlung und Arbeitsbedingungen schlecht. Dies werde während der Corona-Pandemie besonders deutlich.

Anlässlich des 1. Mai, dem Tag der Arbeit, erklärt Gerwin Stöcken, Sprecher der Nationalen Armutskonferenz (nak): „Die Corona-Pandemie macht aktuell vor dem 1. Mai nicht halt. Auch wenn wir nicht auf den Straßen sein können, geht unser Engagement für eine solidarische Gesellschaft ohne Armut weiter. Untersuchungen zeigen immer wieder, wie wichtig Arbeit für die meisten Menschen ist. Gesellschaftliche Teilhabe in unserer Gesellschaft muss daher bedeuten, Zugang zu guter und existenzsichernder Erwerbsarbeit zu haben, verlässliche soziale Sicherheit bei Arbeitslosigkeit zu erfahren und eine fördernde und unterstützende Arbeitsmarktpolitik vorzufinden, die immer wieder Brücken baut.“ 

Anspruch auf Teilhabe und einen solidarischen Sozialstaat

Mit diesem Anspruch auf Teilhabe und einen solidarischen Sozialstaat blicke die nak auf die Gesellschaft, erlebe jedoch eine andere Realität: Der Anteil prekärer Beschäftigungsverhältnisse bleibt hoch. Neun Millionen Menschen arbeiten zu Niedriglöhnen, über eine Million Menschen müssen ihren Lohn mit Hartz-IV-Leistungen aufstocken. Ein Jahrzehnt des Aufschwungs, steigender Ungleichheit und Vermögenskonzentration sei an armutsbetroffenen Menschen und unteren Einkommensgruppen vorbei gegangen. Besonders bitter: Die Situation der Millionen Beschäftigten in den systemrelevanten Berufen. Gerade sie seien verlässlich und verantwortungsvoll für andere Menschen da halten die Gesellschaft nicht nur während der Corona-Pandemie zusammen. Diese systemrelevanten Berufe in den Branchen Gesundheit, Pflege, Erziehung und Einzelhandel vereint, dass sie mehrheitlich schlecht bezahlt und unter schwierigen Bedingungen ausgeübt werden.

Notwendigkeit einer anderen Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik

Gerwin Stöcken weiter: „Wir treten daher gemeinsam für eine andere Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik ein – für  höhere Mindestlöhne und Regelbedarfe, für eine Stärkung der Tarifbindung, für Investitionen in die öffentliche und soziale Infrastruktur und für einen wirksamen Ausgleich zwischen Arm und Reich. Die Pandemie ist noch nicht vorbei, aber unsere Solidarität bleibt!“    
 
Die Nationale Armutskonferenz (nak) ist im Herbst 1991 als deutsche Sektion des Europäischen Armutsnetzwerks EAPN (European Anti Poverty Network) gegründet worden. Sie ist ein Bündnis von Organisationen, Verbänden und Initiativen, die sich für eine aktive Politik der Armutsbekämpfung einsetzen. In den Jahren 2019 und 2020 hat der AWO Bundesverband die Geschäfts- und Federführung inne.

Weitere Informationen: www.nationale-armutskonferenz.de

Quelle: Nationale Armutskonferenz vom 30.04.2020