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Sozialpolitik / Kinder- und Jugendpolitik

Mehr als jedes fünfte Kind in Brandenburg ist armutsgefährdet

Trauriges Kind
Bild: © pojoslaw - Fotolia.com

Im Rahmen der Initiative „Starke Familien – Starke Kinder“, Runder Tisch gegen Kinderarmut des Brandenburger Sozialministeriums fand am 12. Juli 2017 der Workshop „Kinder stärken – Armut bekämpfen“ in Wittenberge statt.

Zu der Veranstaltung hat Bürgermeister Dr. Oliver Hermann eingeladen. Besonders die Meinung von Kindern stand dabei im Mittelpunkt. Für sie wurde ein eigener Kinderbeteiligungsworkshop angeboten.

Akteure vor Ort vernetzen

Zum Start sagte Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt: „Für Kinder bedeutet Armut vor allem Ausgrenzung und die Erfahrung, nicht dabei sein zu können. Die Folgen sind schlechtere Bildungs- und Aufstiegschancen. Die lokalen Workshops tragen dazu bei, wichtige Akteurinnen und Akteure vor Ort zu vernetzen und konkrete Handlungsoptionen gegen Kinderarmut zu entwickeln, um die Armutsfalle zu durchbrechen.“

Konkrete Bekämpfung von Kinderarmut

Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann betonte: „Kinderarmut ist auch bei uns in der Stadt und im Landkreis Prignitz ein Thema, dem man auf breiter gesellschaftlicher Basis begegnen muss. Im Rahmen des Workshops soll die Ist-Situation skizziert und der Bedarf für die konkrete Bekämpfung von Kinderarmut festgehalten werden. Es geht uns darum, mögliche Synergien aufzudecken und erste Visionen zu entwickeln.“

Rund 50 Teilnehmende aus verschiedenen Bereichen nahmen am Workshop in Wittenberge teil. Dabei wurde besonders die regionale Situation der Armut von Kindern und Jugendlichen erörtert sowie bestehende Projekte z.B. „Sternenwünsche“ des Lokalen Bündnisses für Familie in Wittenberge vorgestellt.

Bereits im letzten Jahr fanden im Rahmen der Initiative „Starke Familien – Starke Kinder“ in mehreren Kommunen, darunter Kyritz, Schwedt/Oder und Beelitz, regionale Diskussionsforen statt. Weitere Workshops sind für dieses Jahr in Cottbus und Senftenberg sowie im Landkreis Märkisch-Oderland geplant. Am 10. November findet dann in Potsdam die Jahresveranstaltung 2017 des Runden Tisches gegen Kinderarmut statt, auf der unter anderen auch die Ergebnisse der lokalen Veranstaltungen präsentiert und ausgewertet werden sollen.

Hintergrundinformationen

Im November 2015 wurde die gemeinsame Erklärung „Starke Familien – Starke Kinder“, Runder Tisch gegen Kinderarmut unterzeichnet. An diesem langfristig angelegten Dialog beteiligen sich Vereine, Unternehmen, Verbände und Stiftungen, die etwas gegen Kinderarmut unternehmen. Dabei geht es darum, die Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Vermeidung und Bekämpfung von Kinderarmut in Brandenburg zu bündeln, gute Praxis zu veranschaulichen und in einem Dialog Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Partnerinnen und Partner der Initiative sind neben dem Sozial- und dem Bildungsministerium u.a. das Deutsche Kinderhilfswerk e.V., die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, das Katholische Büro Berlin-Brandenburg, die Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände im Land Brandenburg, die Landesarmutskonferenz, die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, die Städte Beelitz, Kyritz und Senftenberg sowie die Stiftung „Hilfe für Familien in Not“.

Kinderarmut beschränkt sich nicht nur auf materielle Armut

Um den unterschiedlichen Facetten der Problematik gerecht zu werden, setzt die Initiative jedes Jahr einen Schwerpunkt auf unterschiedliche Lebenslagendimensionen von Kindern und Jugendlichen: Materielle Armut (in 2016), Soziale Lage und Bildung (2017) und Gesundheit (2018).

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind 22 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in Brandenburg armutsgefährdet. Das ist mehr als jedes fünfte Kind.

Weitere Informationen im Internet: www.starke-familien-starke-kinder.de

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Brandenburg vom 12.07.2017

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