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Studie

Klare Regeln für das Homeoffice gefordert

Eine junge Frau sitzt am Schreibtisch und schaut auf einen Bildschirm
Bild: Annie spratt - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Hohe Zufriedenheit, kürzere Wege, bessere Vereinbarung von Familie und Beruf: Homeoffice hat sich in der Pandemie für viele bewährt. Doch es gibt auch Risiken wie zusätzliche Belastungen durch Kinderbetreuung, entgrenzte Arbeitszeiten, Stress und Isolation. „Wir brauchen geeignete und praktikable Regeln für Homeoffice und mobiles Arbeiten“, fordert Dr. Angelika Kümmerling vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

In einer Studie für das Bundesarbeitsministerium hat das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen zusammen mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und IZA Institute of Labor Economics Verbreitung und Auswirkungen von mobiler Arbeit und Homeoffice untersucht. In Fallstudien wurden betriebliche Erfahrungen mit ortsflexiblen Arbeitsformen in kleinen und mittelgroßen Unternehmen unterschiedlicher Branchen in Deutschland unter die Lupe genommen.

Mehr Tätigkeiten als gedacht eignen sich für das Homeoffice

Anders als von ihnen vor der Coronapandemie angenommen, stellten viele Arbeitgebende fest, dass sich mehr Tätigkeiten für das Homeoffice eignen als zuvor gedacht. „In der Praxis werden in vielen Fällen passende Arrangements gefunden“, stellt Kümmerling fest. Doch die Forscherin stellt auch klar: „Nicht alles, was möglich ist, ist auch gut und gesund!“

Die befragten Personalleitungen, Geschäftsführungen und Arbeitnehmervertretungen waren sich weitgehend einig: Zentral für Homeoffice und mobile Arbeit ist das Vertrauen zwischen Vorgesetzten und den Mitarbeitenden, die Unternehmenskultur und ein gutes Betriebsklima. Die Ausstattung muss auf aktuellem Stand der Technik sein und reibungslos funktionieren. Notwendig sind auch klare und transparente Absprachen über die Erreichbarkeit. Die Erfassung und Kontrolle der Arbeitszeiten kann ebenso helfen, Beschäftigte vor ausufernden Stunden und verschwimmenden Grenzen von Arbeit und Privatleben zu schützen.

Beteiligung der Mitarbeitenden sowie begleitende Schulungen

„Damit die Regelungen auch tatsächlich wirksam werden, sind begleitende Schulungen für ein richtiges `Führen auf Distanz´ wie auch für das weitgehend selbstorganisierte Arbeiten im Homeoffice ein Muss“, ergänzt Dr. Anja Gerlmaier vom IAQ. Die Arbeitspsychologin empfiehlt darüber hinaus, Mitarbeitende und Führungskräfte frühzeitig in die Planungsprozesse einzubeziehen und sie an der Umsetzung intensiv zu beteiligen. So kann es gelingen, dass Homeoffice zu einem Erfolgsmodell für alle beteiligten Akteure wird.

Download der Kurzexpertise

Der Report (PDF, 2,9 MB) steht zum Download auf den Seiten des Bundesministerium für Arbeit und Soziales zur Verfügung.

Quelle: Universität Duisburg-Essen vom 30.11.2020