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Verbraucherpreise

Kinderreiche Familien trifft die Preisinflation besonders hart

Zwei leere Geldbeutel
Bild: Kul - rawpixel.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

In Deutschland zu leben, ist in den letzten Monaten deutlich teurer geworden. Mehrkindfamilien leiden unter den rasant gestiegenen und noch immer steigenden Preisen von Strom, Heizöl, Gas, Benzin und Diesel sowie Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen. Die Kosten von Verbrauchsgütern potenzieren sich bei kinderreichen Familien und verstärken finanzielle Engpässe.

„Wir nehmen mit großer Sorge wahr, wie zunehmend mehr kinderreiche Familien Schwierigkeiten haben, ihre Rechnungen am Ende des Monats zu bezahlen“, sagte Dr. Elisabeth Müller, Vorsitzende des Verbands kinderreicher Familien Deutschland e. V. Die Preise für Heizöl stiegen um ca. 54 Prozent, Kraftstoffe kosten ungefähr 25 Prozent mehr. Der Strompreis wurde im Vergleich zum letzten Jahr um 12,53 Prozent angehoben. Bei einer Familie mit drei Kindern macht das eine Mehrbelastung von ca. 205 Euro aus; bei fünf Kindern 270 Euro pro Jahr. Nachzahlungen für Öl- bzw. Gasrechnungen von 1.000 Euro aufwärts sind keine Seltenheit mehr.

„Unsere Themenwoche (14.-18.02.2022) zu den Verbraucherpreisen, die wir gerade online durchführen, zeigt uns, dass diese überdurchschnittlichen Preiserhöhungen die Geldbeutel der Familien empfindlich ausdünnen“, schlug Müller Alarm. Die große Beteiligung der Mitglieder spiegelt die Dringlichkeit des Themas wider, denn ein Allzeithoch jagt das nächste bei den Verbraucherpreisen. Dies belastet zunehmend auch den Mittelstand. So schätzte Sven Iwersen, Vorstand der Contigo Energie AG, die gegenwärtige Lage am Energiemarkt als „existenzbedrohend für Unternehmen“ und „etwas noch nie Dagewesenes für alle Marktteilnehmer“ ein (vgl. Interview am 16.02.2022, KRFD-Webseite).

Maßnahmen für Steuererleichterungen gefordert

„Wir begrüßen den Heizkostenzuschuss für Wohngeldbeziehende, für Studierende mit Bafög, Beziehende von Aufstiegs-Bafög und Berufsausbildungsbeihilfe. Aber der Bedarf ist größer, als es die Statistiken abbilden. Die Gruppe der Eltern, die sich zunehmend ihre Lebenshaltungskosten trotz Arbeit nicht mehr aus eigenen Kräften erwirtschaften können, wird größer. Wo sonst am Ende des Monats noch Geld für Freizeitaktivitäten, Kultur oder Urlaub übrig blieb, wird der Dispo-Kredit nun zunehmend ausgeschöpft“, bestätigte Annika Kröller, Projektleiterin und Koordinatorin der Corona-Hotline des Verbands.

Vor dem Hintergrund, dass ein schnelles Ende der Preiserhöhungen nicht zu erwarten ist, fordert der KRFD die Politik auf, Maßnahmen für Steuererleichterungen auf den Weg zu bringen. Zum Beispiel die Ausdehnung eines Pro-Kopf-Zuschusses bei Energiekosten für Haushalte, die aufgrund ihres Haushaltseinkommens knapp über der Grenze für einen staatlichen Wohngeldzuschuss liegen. Zudem darf eine Strompreisentlastung nicht bei der EEG-Umlage enden. Ebenfalls sollte seitens des Gesetzgebers stärker auf die bestehenden Programme und institutionellen Fördermöglichkeiten aufmerksam gemacht werden. „Die Informationen müssen die Familien schnell und unkompliziert erreichen“, so Dr. Müller.

Über den Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V.

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) ist im Jahr 2011 aus der Initiative engagierter kinderreicher Familien entstanden; vertritt 1,4 Millionen kinderreiche Familien in Deutschland und setzt sich in Politik, Wirtschaft und Medien für ihre Interessen ein. Der Verband versteht sich als Netzwerk von Mehrkindfamilien, die sich untereinander unterstützen und die Öffentlichkeit für ihre Anliegen erreichen wollen. Der Verband ist konfessionell ungebunden und überparteilich.

Quelle: Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) vom 17.02.2022

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