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Sozialpolitik

Junge Menschen in Sachsen-Anhalt

Mehrere junge Erwachsene haben gemeinsam eine gute Zeit.
Bild: © Andriy Petrenko - Fotolia.com

Das Statistische Landesamt hat zahlreiche Daten zur Lebenswirklichkeit junger Menschen in Sachsen-Anhalt ausgeführt. Die Abwanderung junger Frauen sei nahezu gestoppt, es gebe Zuzug bei Familien mit Kindern. Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff sieht darin eine gute Zukunft und hervorragende Perspektiven für junge Menschen in Sachsen-Anhalt.

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz zum Thema „Junge Menschen in Sachsen-Anhalt“ erklärte der Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff: „Die Perspektiven für junge Menschen in Sachsen-Anhalt sind hervorragend: Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Kinderbetreuung vorbildlich und die Mieten deutlich unter dem deutschen Schnitt. Das erkennen offensichtlich immer mehr Menschen. Die Abwanderung junger Frauen ist gestoppt, es gibt Zuzug bei Familien mit Kindern. Wenn sich dieser Trend verstetigt – und dafür werden wir alles tun – hat Sachsen-Anhalt eine gute Zukunft.“ Zuvor hatte der Präsident des Statistischen Landesamtes Michael Reichelt zahlreiche Daten zur Lebenswirklichkeit der Menschen der Altersgruppe 20 bis unter 30 Jahre ausgeführt.

Insgesamt war die Altersgruppe im betrachteten Zeitraum von 2007 bis 2017 um 33,0% auf 199,7 Tsd. Personen zurückgegangen. Reichelt sagte dazu: „Obwohl die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe um 19,5% gesunken ist, ist es notwendig, die Lebenssituation dieser Generation zu analysieren und zu verstehen, damit sie angemessen unterstützt und gefördert werden kann.“

Die Altersgruppe der 20 bis unter 30-Jährigen reduzierte sich sowohl in ihrer absoluten Anzahl als auch in ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung deutlich. 2007 umfasste diese Altersgruppe noch 298 Tsd. Personen. 2017 waren es nur noch 199,7 Tsd. (-33,0%). Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ging von 12,4% 2007 auf 9,0% 2017 zurück. Im Bundesdurchschnitt ist diese Altersgruppe dagegen um 0,7% gewachsen und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag stabil bei 12,0%.

Abwanderung junger Frauen bleibt aus

Die Anzahl der Frauen in der Altersgruppe sank langsamer (2007 - 2017: -32,6 %) als die der Männer (-33,5 %). Deutschlandweit wuchs dagegen die Gruppe der 20- bis unter 30-Jährigen Männer um 3,5%, während die Gruppe der jungen Frauen um 2,2% schrumpfte. Ein möglicher Grund für die Entwicklung in Sachsen-Anhalt ist, dass sich das Wanderungsverhalten junger Frauen deutlich verändert hat. Ihr Wanderungssaldo über die Landesgrenze lag 2007 bei -4.509 Frauen und war im Jahr 2017 auf -4 zurückgegangen und damit letztlich fast ausgeglichen. Auch der Wanderungssaldo der jungen Männern entwickelte sich positiv, allerdings betrug er auch 2017 noch -1.181 Personen (2007: -4.589).

Körpergewicht und Rauchgewohnheiten

Das gesundheitsbezogene Verhalten der 20- bis unter 30-Jährigen ist durchaus risikobehaftet. Bei einer durchschnittlichen Körpergröße von 1,80 m und einem Durchschnittsgewicht von 79,5 kg hatte die 20- bis unter 30-jährigen Männer einem Body-Mass-Indes (BMI) von 24,5 kg/m². Ihr BMI (2009: 24,1 kg/m²) hatte genauso wie der Frauen in dieser Altersgruppe seit 2009 einen Anstieg erlebt (Frauen 2017: 1,67 m; 65,7 kg; BMI 23,6 kg/m²; 2009: BMI 23,3 kg/m²).

Neben dem Verhältnis von Körpergewicht und Größe spielen ebenfalls die Rauchgewohnheiten eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Der Anteil der Raucherinnen und Raucher und den 20- bis unter 30-Jährigen sank im Zeitraum zwischen 2005 und 2017 in Sachsen-Anhalt von 45,0% auf 33,1%. Junge Menschen rauchten immer noch häufiger als die Sachsen-Anhalter insgesamt (2017: 24,8%). Allerdings fiel der Rückgang des Raucheranteils deutlich höher als im Durchschnitt aller Altersgruppen (2005 - 2017: -3%-Punkte) aus. 2017 rauchten 36,0% der Männer im Alter von 20 bis unter 30 Jahren und 29,7% der Frauen dieser Altersgruppe.

Lebensgemeinschaften und Einpersonenhaushalte

Die 20- bis unter 30-Jährigen in Sachen-Anhalt lebten am häufigsten in Einpersonenhaushalten (496,3 Tsd. Haushalte; 42,3 %), gefolgt von den Zweipersonenhaushalten (441,7 Tsd.). Es lebten insgesamt 20.700 Personen der Altersgruppe 21 bis unter 27 als ledige Kinder im Haushalt ihrer Eltern. 2/3 von ihnen waren junge Männer (13,6 Tsd.).

Andere junge Menschen hatten hingegen bereits eigene Haushalte und Familien gegründet. 2017 lebten 101,1 Tsd. junge Menschen im Alter von 25 bis unter 35 Jahren in Haushalten mit eigenen Kindern. Gut 1/3 von ihnen waren junge Väter. 43,4 Tsd. junge Elternteile lebten in einer Ehe, 40,7 Tsd. in einer Lebensgemeinschaft und 17,0 Tsd. waren alleinerziehend. Seit 2007 gewann die Lebensgemeinschaft deutlich an Bedeutung als Lebensform (+18,0%), während die Anzahl der verheiraten jungen Eltern um 13,9% zurückging. Die Anzahl der jungen Alleinerziehenden ging insgesamt um 7% zurück. Wobei die Anzahl alleinerziehender junger Väter von rund 100 auf 600 deutlich wuchs.

Schulabschluss und Bildungsstand

53,0% aller 20- bis unter 30-Jährigen hatten erfolgreich die 8. oder 10. Klasse abgeschlossen, weitere 38,5% verfügten über die (Fach-)Hochschulreife. Ca. 9,4 Tsd. Personen hatten keinen allgemeinen Schulabschluss, diese Zahl ist seit 2007 nahezu unverändert. Der Anteil junger Menschen dieser Altersgruppe mit abgeschlossenem Studium nahm im Vergleich zu 2007 (21,5 Tsd.; 7,2%) auf 32,3 Tsd. bzw. 16,8% zu. 87,4 Tsd. Junge hatten eine Lehre oder Berufsausbildung abgeschlossen. Ihr Anteil sank von 59,0% im Jahr 2007 auf 45,4% im Jahr 2017.

Rückgang der Erwerbslosen

2/3 der 20- bis unter 30-Jährigen waren erwerbstätig (129,8 Tsd.). 15,3 Tsd. bzw. 7,9% waren erwerbslos, suchten jedoch aktiv nach einer Erwerbstätigkeit. Weitere 47,5 Tsd. junge Menschen waren Nichterwerbspersonen (24,7%). In allen 3 Teilgruppen waren Rückgänge im Zeitraum 2007 - 2017 zu verzeichnen (Erwerbstätigen -32,9%, Erwerbslose -65,9%, Nichterwerbspersonen -19,5%). Ein positives Zeichen war dabei der deutliche Rückgang der Erwerbslosen, ihr Anteil an der Altersgruppe sank von 15,1% im Jahr 2007 auf 7,9% 2017.

Deutlich mehr Einpersonenhaushalte

2017 lebten in Sachsen-Anhalt ca. 2.223,1 Tsd. Einwohnerinnen und Einwohner in ca. 1.172,8 Tsd. Haushalten. Sowohl die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner als auch die der Haushalte ist seit 2007 zurückgegangen. Während die Einwohnerzahl deutlich um 7,9% sank, ging die Haushaltszahl nur um 2,2% zurück. Es gab eine deutliche Zunahme von Einpersonenhaushalten: deren Zahl wuchs um 12,2% von 442,2 Tsd. auf 496,3 Tsd. und damit auf 42,3% aller Haushalte. In den kreisfreien Städten Magdeburg und Halle (Saale) waren über die Hälfte der Haushalte Einpersonenhaushalte. In vielen Flächenkreisen (z. B. Börde, Altmark-kreis Salzwedel, Saalekreis) stellten sie lediglich 1/3 der Haushalte. 2017 lag die Durchschnittshaushaltsgröße bei 1,9 Personen pro Haushalt.

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt vom 01.07.2019

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