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Sozialpolitik / Bildungspolitik

GEW fordert Recht auf Ausbildung und Verbesserungen beim Berufsbildungsbericht

Eine Gruppe von Auszubildenden stehen um eine Lehrperson herum und hören diesem zu
Bild: © Monkey Business - Fotolia.com

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bekräftigt mit Blick auf den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung ihre Forderung nach einer gesetzlichen Ausbildungsgarantie. „Mehr als 2,1 Millionen junge Erwachsene hatten nach Angaben des Berufsbildungsberichts im vergangenen Jahr keinen Berufsabschluss, Tendenz steigend. Das ist ein gesellschaftspolitischer Skandal ersten Ranges“, betont Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied für berufliche Schulen und Weiterbildung.

Mehr Studierende, mehr Auszubildende, weniger Ausbildungsplätze: Es muss gehandelt werden

Laut Bericht sei zwar die Zahl der Ausbildungsverträge im dualen System erstmals seit 2011 leicht gestiegen und liege bei gut 490.000. Demgegenüber stehe jedoch eine Abbrecherquote von über 25 Prozent; in einigen Berufen liege diese sogar bei 50 und mehr Prozent. Zudem sei der Anteil der Betriebe, die ausbilden, erstmals unter 20 Prozent gesunken. „Das sind Fehlentwicklungen, die ein genaues Hinsehen und Überprüfen der Ausbildungsqualität erfordern. In der von der Großen Koalition angestrebten Reform des Berufsbildungsgesetztes müssen sich diese Zahlen in konkreten Maßnahmen niederschlagen“, betonte  Klinger.

Auszubildendenzahl im vollzeitschulischen Bereich in Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialberufen gestiegen

Der Gewerkschafter kritisierte weiter, dass der aktuelle Ausbildungsbericht nicht dem aktuellen Stand der Entwicklungen gerecht werde. Deshalb müsse er reformiert werden. So sei die Zahl der Auszubildenden im vollzeitschulischen Bereich in den Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialberufen auf 175.000 stark gestiegen. „Die Ausbildungsgänge sind mittlerweile – genau wie die duale Ausbildung – eine wichtige Stütze der Berufsbildung“, unterstrich Klinger.

Klare Ausbildungs- und Berufsperspektiven gefordert

Die Zahl der Studienanfänger sei seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts um knapp 41 Prozent auf 515.000 gestiegen – ein wachsender Teil davon in dualen Studiengängen. Für die GEW sei das jedoch kein Beleg für die Entwertung beruflicher Abschlüsse, sondern ein Zeichen für den starken Wunsch nach Bildung und  gesellschaftlichem Aufstieg. „Statt also über den Fachkräftemangel zu jammern, sollten die Arbeitgeber klare Ausbildungs- und Berufsperspektiven schaffen“, sagte das GEW-Vorstandsmitglied. Dafür brauche es auch eine Ausbildungsgarantie, die mit der Novelle des Berufsbildungsgesetzes umgesetzt werden könne.

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vom 18.04.2018

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