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Sozialpolitik / Qualifizierung

GEW begrüßt Tarifergebnis für den öffentlichen Dienst

Kleine Figuren auf Euroscheinen
Bild: © Franz Pfluegl - fotolia.com

Die Bildungsgewerkschaft GEW äußert sich zu den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst und begrüßt einen guten Abschluss von im Schnitt rund 7,5 Prozent für die Beschäftigten. Insbesondere für junge Menschen stiegen die Gehälter und in verschiedenen Branchen werde das bestehende Gefälle zur Wirtschaft abgebaut, dazu gehöre auch der Sozialbereich.

Als einen „guten Abschluss“ wertet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) das Tarifergebnis für die im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen Beschäftigten. „Im Schnitt werden die Kolleginnen und Kollegen rund 7,5 Prozent mehr Gehalt in der Tasche haben, bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 30 Monaten. Zugleich haben die Gewerkschaften einen Mindestbetrag von 178 Euro durchgesetzt“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe nach den Verhandlungen am Mittwoch in Potsdam.

Steigende Gehälter für junge Menschen 

„Mit dem Abschluss wird der öffentliche Dienst gestärkt und attraktiver: Es ist gelungen, die Funktions- und Konkurrenzfähigkeit zu verbessern“, betonte Tepe. Der Grund: Der Abschluss folge drei Leitprinzipien. „Für Berufseinsteiger und damit insbesondere junge Menschen steigen die Gehälter. Beschäftige in sozialen, technischen und IT-Berufen, in denen das Gefälle zur Wirtschaft besonders groß ist, werden besser bezahlt. Zugleich machen die Kolleginnen und Kollegen mit den unteren und mittleren Gehältern einen Sprung, weil sie vom Mindestbetrag profitieren“, erläuterte die GEW-Vorsitzende.

Benachteiligung für Beschäftigen in Ostdeutschland beendet

Zudem werde die Jahressonderzahlung für die Beschäftigten in den östlichen Bundesländern schrittweise auf das Westniveau angehoben. „30 Jahre nach der deutschen Einheit wird damit endlich eine Benachteiligung der Beschäftigen in Ostdeutschland beendet“, betonte Tepe. Sie wies darauf hin, dass die GEW einen weiteren Erfolg verbucht habe. „Wir haben die Zusage, dass die GEW mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Bayern über eine tarifliche Entgeltordnung für angestellte Lehrkräfte an den kommunalen Schulen verhandeln wird“, sagte Tepe. Auf Druck der Bildungsgewerkschaft habe die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) den Weg für Tarifverhandlungen frei gemacht.

Hintergrundinfo

Die Gehaltserhöhungen kommen bei einer Vertragslaufzeit von 30 Monaten in drei Schritten (jeweils im Schnitt):

Ab 1. März 2018: 3,19 Prozent (rückwirkend)
Ab 1. April 2019: 3,09 Prozent
Ab 1. März 2020: 1,06 Prozent 

Zusätzlich gibt es zum 1. März 2018 für die Entgeltgruppen 1- 6 eine Einmalzahlung in Höhe von 250,- Euro.   

Der Tarifabschluss gilt für die knapp 2,2 Mio Beschäftigen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen (TVöD). Dazu zählen auch die Mitarbeitenden in der kommunalen Kindertagesbetreuung und Kinder- und Jugendhilfe

Ausführliche Informationen zur Tarifrunde 2018 finden sich auf einer Sonderseite der GEW. Weitere Stellungnahmen und Informationen der Tarifpartner stellt auch das Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung. 

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft vom 18.04.2018 

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