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Sozialpolitik

Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck besorgt über Hessens sozialpolitische Situation

Die gesamtpolitischen Umstände machen die Arbeit der Diakonie schwieriger. Dieses Fazit zog am 4. November 2009 der Vorstand des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) anlässlich seiner Mitgliederversammlung im Kurhessischen Diakonissenhaus in Kassel.

Zu den über 200 Mitgliedern zählen neben diakonischen Einrichtungen und Trägern aus der Region auch die Kirchenkreise der Ev. Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Das DWKW als Spitzenverband berät nicht nur die unterschiedlichen diakonischen Einrichtungen und Träger in fachlicher und rechtlicher Hinsicht, sondern vertritt diese auch auf dem Feld der Sozialpolitik.

Der Vorstandsvorsitzende des DWKW, Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, zeigte sich in seinem Bericht besorgt über die derzeitige sozialpolitische Situation im Land Hessen. Nach Bildung der neuen Landesregierung herrsche große Unsicherheit über die politischen Absichten des Ministeriums für Arbeit, Familie, Gesundheit (MAFG), wie das ehemalige Sozialministerium nun heißt. Dies wirkt sich z.B. im Bereich der Kindertagesstätten aus, wo etwa im Blick auf die Mindestverordnung, aber auch die Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplanes 0 - 10 bei den beteiligten Akteuren Ratlosigkeit und Verwirrung bestehe.

Dr. Schwarz ging auch auf die derzeitige Diskussion um die Heimerziehung der 50er und 60er Jahre ein: „Wir stehen in der Verantwortung, die Geschichte der Heimerziehung und damit die Erlebnisse ehemaliger Heimkinder aufzuarbeiten. Dazu gehört für mich zunächst das Erschrecken darüber, wie sehr auch diakonische Einrichtungen verwoben waren in den damaligen Zeitgeist. Sodann, und dies ist mir ein besonderes Anliegen, bedauere ich zutiefst das Leid, das Kindern und Jugendlichen in jenen Jahren in den Einrichtungen der Jugendhilfe zugefügt wurde. Diese Misshandlungen und Demütigungen dürfen nicht relativiert werden. Im Rahmen der Fürsorgeerziehung ist damals die Würde einer Vielzahl von Menschen nachhaltig verletzt worden. Aus heutiger Sicht waren die damaligen Vorgehensweisen für die Kinder und Jugendlichen entwürdigend und menschenverachtend. Im Rahmen einer Anhörung im Hessischen Landtag Ende Oktober haben wir die Erfahrungen und Positionen der Diakonie eingebracht.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf den runden Tisch in Berlin, der sich auf Bundesebene mit dem gleichen Thema beschäftigt. „Den beiden diakonischen Landesverbänden in Hessen ist es ein wichtiges Anliegen, die Rechte von Kindern und Jugendlichen in unseren Einrichtungen zu stärken. Hierzu wurde 2008 das Projekt „Netzwerk: Recht bekommen“ gemeinsam mit der Caritas initiiert. Ziel des Netzwerkes ist es, Kinder, Jugendliche und ihre Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Rechte zu unterstützen,“ meinte der Vorstandsvorsitzende abschließend.

Quelle: Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck e.V.