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Sozialpolitik / Flucht und Migration

Einmündungschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund verbessern

Ordner mit dem Schild Azubis liegt auf dem Computer
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An der Ausbildungsmotivation der Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegt es nicht, dass ihnen der Einstieg in eine Berufsausbildung seltener gelingt als Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Zu diesem Ergebnis kommen wissenschaftliche Untersuchungen.

Zu den Ergebnissen des 7. Integrationsgipfels am 1. Dezember 2014 in Berlin erklärt der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser: "Im Kern muss es jetzt darum gehen, Jugendlichen mit Migrationshintergrund gleiche Zugangschancen in eine betriebliche Ausbildung zu eröffnen und die vorhandenen Potenziale besser zu nutzen. Von besonderer Bedeutung sind hierfür eine personenbezogene, individuelle Beratung und Unterstützung sowohl der Kleinbetriebe wie auch der Jugendlichen. Mit Ansätzen wie der assistierten Ausbildung, der Berufseinstiegsbegleitung und auch dem Einsatz von Mentoren werden hier besonders gute Erfahrungen gemacht. Die systematische und nachhaltige Berufsorientierung sollte an allen allgemeinbildenden Schulen zum Regelangebot werden."

An der Ausbildungsmotivation der Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegt es nicht, dass ihnen der Einstieg in eine Berufsausbildung seltener gelingt als Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Denn ihr Interesse an einer Berufsausbildung, dies belegen wissenschaftliche Untersuchungen, ist ähnlich hoch wie bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Außerdem sind Jugendliche mit Migrationshintergrund, wenn ihnen der Einstieg in eine Berufsausbildung gelingt, etwa so erfolgreich wie andere Jugendliche. Drei von vier Betrieben sind mit der Leistung ihrer Auszubildenden mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen zufrieden.

Dennoch haben Jugendliche mit Migrationshintergrund selbst bei gleichen schulischen Voraussetzungen sowie bei gleichen Berufspräferenzen und Suchstrategien schlechtere Zugangschancen als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Bewerber und Bewerberinnen mit Migrationshintergrund (55%) werden zum Beispiel von den Betrieben seltener zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen als Jugendliche ohne Migrationshintergrund (67%). Im Vermittlungsjahr 2012 mündeten nur 29% der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerber und Bewerberinnen mit Migrationshintergrund in eine betriebliche Ausbildung ein. Bei Bewerbern und Bewerberinnen ohne Migrationshintergrund waren es 44%. Folglich bleiben junge Erwachsene mit Migrationshintergrund (35%) dreimal so oft ohne anerkannten Berufsabschluss wie junge Erwachsene ohne Migrationshintergrund (11%).

Linktipp:Informationen der Bundesregierung zum 7. Integrationsgipfel

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vom 02.12.2014

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