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Sozialpolitik / Digitalisierung und Medien

Digitalisierung im Sozialen Sektor: BMFSFJ und Spitzen der Freien Wohlfahrtspflege verstärken Zusammenarbeit

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Das BMFSFJ und die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege möchten ihre Zusammenarbeit im Bereich digitale Transformation verstärken und haben dazu eine gemeinsame Absichtserklärung vorgelegt. Vereinbarte Schwerpunkte sind unter anderem soziale Arbeit, Freiwilliges Engagement, Selbsthilfe, Beratung und Therapie sowie Qualifikation und Bildung.

Die Digitalisierung führt zu tiefgreifenden Veränderungen in allen Lebensbereichen – damit verbunden sind einerseits große Chancen, zugleich aber auch Risiken sozialer Spaltung, die frühzeitig erkannt und begrenzt werden müssen. Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley hat deshalb am 7. September in Berlin bei einem Treffen mit den Spitzen der Freien Wohlfahrtspflege vereinbart, die Zusammenarbeit in der digitalen Transformation zu verstärken.

Schwerpunkte der gemeinsamen Absichtserklärung

Die Mitgliedsverbände der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (Arbeiterwohlfahrt, Deutscher Caritasverband, Diakonie Deutschland, Deutsches Rotes Kreuz, Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) legten dazu eine gemeinsame Absichtserklärung vor. Ziel ist es, die digitale Transformation sozial mitzugestalten. Die vereinbarten Schwerpunkte reichen von sozialraumorientierter sozialer Arbeit, Freiwilligem Engagement und Selbsthilfe, Beratung und Therapie über Qualifikation und Bildung bis hin zu Management, Personal- und Organisationsentwicklung.

Soziale Infrastruktur 4.0 gestalten

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley betont: „In den digitalen Technologien steckt auch viel Potential für den sozialen Sektor. Gute Beispiele sind der digitalisierte Elterngeld-Antrag und unser neues Infotool Familienleistungen. Wir müssen die Möglichkeiten, die uns der digitale Wandel bietet, aber noch besser nutzen. Es geht darum, eine soziale Infrastruktur 4.0 zu gestalten. Dafür sind die Wohlfahrtsverbände als zentrale Säule unseres Sozialstaates unverzichtbar.“

Gewinne der digitale Transformationen auch für sozial Benachteiligte

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sind in der Lage gesellschaftliche Wirkungen der digitalen Transformation früh zu erkennen. Zugleich sind sie Akteure, die die Folgen der Digitalisierung aktiv und am sozialen Ausgleich orientiert gestalten können.

BAGFW-Präsident Prälat Dr. Peter Neher: „Die Freie Wohlfahrtspflege hat sich als das gemeinwohlorientierte Gerüst der sozialen Infrastruktur in Deutschland bewährt. Sie stellt ihre Leistungsfähigkeit und Bedeutung gerade dann unter Beweis, wenn gesellschaftliche Transformationen anstehen. Wir haben uns mit dem Ministerium auf Eckpunkte vertiefter Zusammenarbeit verständigt, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die gesellschaftlichen Gewinne aus der digitalen Transformation auch den sozial Benachteiligten zufließen.“

„Digitale Agenda für eine lebenswerte Gesellschaft“

Die Zusammenarbeit zwischen dem BMFSFJ und den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege ist ein zentraler Baustein in der „Digitalen Agenda für eine lebenswerte Gesellschaft“ des Ministeriums. Gemeinsam mit Verbänden, Vereinen und zivilgesellschaftlichen Organisationen gestaltet das BMFSFJ den digitalen Wandel, um die gesellschaftspolitischen Chancen der digitalen Transformation zu nutzen. Dazu gehört es auch, dass das „Digitale Familienministerium“ Informationen und Leistungen digitalisiert und modernisiert, wie beim kürzlich gestarteten „Infotool Familienleistungen“ und der Digitalisierung des Elterngeld-Antrages.

Den Text der gemeinsamen Absichtserklärung (PDF, 80 KB) liegt auf der Webseite der BAGFW zum Download bereit.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 07.09.2017

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