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Bundestagswahl 2021

Die nächste Bundesregierung muss sich wachsender sozialer Spaltung entgegenstellen

Ein Kind leert ein Sparschwein, was auf dem Tisch steht
Bild: Teddy - rawpixel.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Der Caritas Gesamtverband fordert die nächste Bundesregierung dazu auf, sich der steigenden sozialen Spaltung der Gesellschaft entgegenzustellen. „Keiner darf sozial abstürzen" ist deshalb eine der drei Kernforderungen des Deutschen Caritasverbandes (DCV) an die Politik im Bundestagswahlkampf.

„Den zunehmenden sozialen Spaltungen den Kampf ansagen, das ist der klare Handlungsauftrag für die nächste Legislaturperiode. Im Bundestagswahlkampf ist dieses Thema noch nicht hinreichend angekommen, obwohl der Begriff ‚Brennglas Pandemie‘ so oft bemüht wird und viele Fakten auf dem Tisch liegen“, sagte Caritas-Präsident Peter Neher. „Das soziale Netz muss eng geknüpft werden“, so der Caritas-Präsident weiter.

Gleichwertige Lebensverhältnisse

Es kann nicht sein, dass der Zugang zu sozialen Dienstleistungen von der Postleitzahl abhängig ist. Daher muss die Aufgabe einer zukünftigen Bundesregierung sein, gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland herzustellen: Beratungsleistungen für Familien, ältere Menschen oder überschuldete Haushalte müssen auch in strukturschwachen Gebieten zur Verfügung stehen; gerade in sozialen Brennpunkten sind die besten Kindertagesstätten mit kleinen Gruppen und guter Sprachförderung nötig. Krankenhäuser und Sozialstationen müssen als Knotenpunkte im Netz gesundheitlicher Daseinsvorsorge gestärkt werden. Dies kann nur gelingen, wenn entsprechend für eine gute Finanzausstattung vor Ort gesorgt ist.

Mehr bezahlbare Wohnungen

Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in vielen Ballungsgebieten ist schon lange nicht mehr hinnehmbar. „In der kommenden Legislaturperiode muss deutlich mehr, schneller und längerfristig in den sozialen Wohnungsbau investiert werden, damit auch einkommensschwächere Gruppen ein Dach über den Kopf bekommen“, fordert Neher.

Armutsprävention von Anfang an

Aus Sicht des DCV, muss die Politik Familien, Kinder und Jugendliche verstärkt in den Blick nehmen. „Das A und O ist frühe Förderung und Prävention, die schon mit Babylotsen in der Geburtsklinik beginnen sollte. Um für Kinder Bildungschancen zu sichern, müssen ihre individuellen Bedarfe besser in den Blick genommen werden. Entsprechend ist die Lernförderung in der Grundsicherung auszubauen.

„Kein Jugendlicher darf ohne Ausbildungsplatz oder Berufsabschluss bleiben“, so Neher. Aktuell ist jeder zehnte junge Mensch im Alter zwischen 18 und 24 Jahren weder in Arbeit noch in Ausbildung oder in einem Studium. „Überdies sind die Regelbedarfe zu eng bemessen, familienpolitische Leistungen zu zersplittert und unübersichtlich. Das Thema Kinderarmut gehört in der nächsten Legislaturperiode endlich ganz oben auf die Agenda“, forderte der Caritas-Präsident.

#DasMachenWirGemeinsam

„Soziale Absicherung“ ist neben „gute Pflege“ und „sozial-gerechter Klimaschutz“ eins der drei Hauptthemen der Caritas-Kampagne „neue Normalität gestalten: #DasMachenWirGemeinsam“, die den Bundestagswahlkampf begleitet.

Quelle: Deutscher Caritasverband e. V. vom 19.07.2021

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