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Transformation

DGB stellt Charta für sozial gerechten Wandel vor

Durch einen verspiegelten Schacht sieht man bewaldete Hügel
Bild: Drmakete lab - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Gut einen Monat vor der Bundestagswahl legten der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften eine Charta für eine sozial gerechte Transformation vor. Auf der digitalen DGB-Transformationskonferenz am 24.08.2021 wurde die Charta den Spitzenkandidat(-inn)en der im Bundestag vertretenen demokratischen Parteien vorgestellt.

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sagte dazu am Dienstag in Berlin: „Damit Klimaneutralität, gute Arbeit und nachhaltiger Wohlstand für alle Hand in Hand gehen, brauchen wir eine soziale und ökologische Transformation unserer Wirtschaft. Mit der Bundestagswahl steht uns dabei die wichtigste politische Weichenstellung bevor, denn in der kommenden Legislaturperiode sind wegweisende Entscheidungen zu treffen. Unsere Transformations-Charta bringt auf den Punkt, welche Handlungsfelder in den nächsten Jahren angepackt werden müssen. Wir fordern alle demokratischen Kräfte auf, die Transformation mit uns Gewerkschaften zu gestalten: für die Gesellschaft, für die Menschen.“

Ob Klimaneutralität, Digitalisierung oder neue globale Kräfteverhältnisse: Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft stehen zu Beginn des Jahrzehnts vor umfassenden Veränderungen. Die Dringlichkeit beim Klimaschutz ist hierzulande spätestens mit der Flutkatastrophe im Juli endgültig im allgemeinen Bewusstsein angekommen. Der DGB will eine Transformation, die das Land sozial, ökologisch und demokratisch zum Besseren verändert. Nur wenn der DGB gemeinsam mit den Beschäftigten Zukunft gestaltet, soziale Sicherheit vermittelt und Gerechtigkeit schafft, wird aus einer sozial-ökologischen Transformation ein demokratischer Wandel.

Die neue Bundesregierung muss deshalb schnellstmöglich die folgenden Punkte der DGB Transformations-Charta umsetzen:

  1. Transformation: sozial, ökologisch und demokratisch
  2. Transformative Politik: Mehr regieren und beteiligen, weniger reagieren
  3. Gerechte Transformation, gerechte Finanzierung
  4. Transformation hin zur Klimaneutralität
  5. Gute Arbeit in der Transformation
  6. Qualifizierte Beschäftigte als Transformationsgestalter/-innen
  7. Demokratische Gestaltung der Transformation
  8. Transformation vor Ort gestalten
  9. Transformation europäisch denken
  10. Gemeinsam für die Transformation

Frank Werneke, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di): „Wir haben nur diese eine Welt. Wir müssen den ökologischen Umbau forcieren und sozial gerecht gestalten. Dafür brauchen wir eine starke öffentliche Daseinsvorsorge und Investitionen in ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen, in Erziehung und Bildung, in den ÖPNV. Und wir brauchen einen handlungsfähigen Staat – mit einer stärkeren Besteuerung hoher Einkommen und Vermögen und mit der Abschaffung der Schuldenbremse.“

Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Transformation betrifft jeden und jede. Transformation zeigt sich deutlich im Klimawandel, in der Digitalisierung und Globalisierung unserer gesamten Gesellschaft. Diese Prozesse betreffen alle Menschen. Darum setzen wir als GEW auf Bildung. Alle Generationen müssen mitgenommen werden, junge Menschen von klein an und Erwachsene bis ins Alter. Darum braucht es lebensbegleitende Bildung für nachhaltige Entwicklung. Eine Leitlinie dafür ist der Ansatz für Bildung nachhaltiger Entwicklung der UN-Nachhaltigkeitsziele (17 Social Development Goals 2030). Sie muss mit dem Gedanken der Transformation verschmelzen. So können die Chancen der Transformationsprozesse für alle gleichermaßen erreichbar sein und die Herausforderungen für alle gleichermaßen abgefedert werden.“

Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund vom 24.08.2021

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