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Sozialpolitik

DGB: Arbeitsmarkt stabil, aber junge Menschen spüren zu wenig davon

Drei Auszubildende lernen Elektrotechnik.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert, dass Bund, Länder und Sozialpartner gemeinsam die duale Berufsausbildung wieder stärken.

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen und der Bilanz des Berufsberatungs-jahres 2013/14 erklärten DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell und die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack, am Donnerstag in Berlin:

Körzell:
"Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeigen, dass der deutsche Arbeitsmarkt - trotz der Konjunktursorgen - stabil ist. Damit wird deutlich, dass sich das immer wieder von einigen Politikern, Arbeitgebern und arbeitgebernahen Instituten gezeichnete Horrorszenario vom "Jobkiller Mindestlohn" und Rente mit 63 nicht bewahrheiten wird. Offensichtlich schrecken deutsche Unternehmen - trotz der nahenden Einführung der Rente mit 63 und des allgemeinen, gesetzlichen Mindestlohns in 2015 - nicht davor zurück, neues Personal einzustellen."

Hannack:
"Trotz stabiler Konjunktur und sinkender Bewerberzahlen bleibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt für die Jugendlichen angespannt: Rund 81.200 junge Menschen, die von der Bundesagentur für Arbeit als ausbildungsreif eingestuft wurden, suchen noch immer einen Ausbildungsplatz - und das bei nur 37.100 offenen Stellen. Die Zahl der erfolglosen Bewerber übersteigt somit die Zahl der offenen Ausbildungsplätze um mehr als das Doppelte.

Diese Zahlen zeigen: Bund, Länder und Sozialpartner müssen gemeinsam die duale Berufsausbildung wieder stärken. Junge Menschen haben ein Recht auf Ausbildung. Die Betriebe dürfen nicht nur über den vermeintlichen Fachkräftemangel und Akademisierungswahn klagen, sie müssen endlich wieder mehr ausbilden.

Die Bundesregierung muss durch die im Koalitionsvertrag angekündigte Ausbildungsplatzgarantie sicherstellen, dass alle ausbildungsinteressierten Jugendlichen auch einen Ausbildungsplatz bekommen und nicht in Warteschleifen oder ungewünschte Alternativen abgeschoben werden."

Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund vom 30.10.2014