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Deutschlandstipendium 2018: Wie viele Studierende wurden in NRW, Bayern und RLP gefördert?

Vier Studenten sitzen lachend im Hörsaal und legen alle die Hände aufeinander.
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Das Deutschlandstipendium, eingeführt im Jahr 2011, unterstützt Studierende und Studienanfänger. Das einkommensunabhängige Fördergeld von monatlich 300 Euro wird je zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln vom Bund und von privaten Förderern getragen. Die Zahlen für 2018 zeigen, dass die Hälfte aller Stipendien in Bayern Studierende in den MINT-Fächern erhielten, insgesamt wurden dort 3.870 Studierende gefördert. Die Zahl der Stipendien in Rheinland-Pfalz ist auf 1.200 gestiegen und auch Nordrhein-Westfalen meldet einen Zuwachs auf 7.835 Förderungen.

7.835 Studierende in NRW erhielten 2018 ein Deutschlandstipendium

Im Jahr 2018 erhielten in Nordrhein-Westfalen 7.835 Studierende ein Deutschlandstipendium nach dem Stipendiumprogramm-Gesetz. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 4,6 Prozent mehr Studierende als ein Jahr zuvor (2017: 7.488 Studierende). Besonders an den Universitäten waren deutlich mehr Stipendiaten eingeschrieben als noch im Jahr zuvor. Die Zahl der Mittelempfänger stieg hier um 6,5 Prozent auf 4.707 Studierende. Mit 60,1 Prozent bilden die Universitätsstudierenden den größten Anteil unter den Stipendiaten. Weitere 2.811 Mittelempfänger besuchten eine Fachhochschule, das waren 1,2 Prozent mehr als 2017. An den Theologischen Hochschulen und den Kunsthochschulen erhielten insgesamt 317 Studierende entsprechende Leistungen, das waren 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wie die Statistiker weiter mitteilen, erhielten die Hochschulen im Jahr 2018 von 1.817 privaten Mittelgebern insgesamt 8,31 Millionen Euro; 2017 waren es 1.882 private Förderer mit 8,25 Millionen Euro gewesen.

Von den 74 nordrhein-westfälischen Hochschulen nahmen 54 an diesem Förderprogramm teil. Die vier Verwaltungsfachhochschulen des Landes NRW wurden hier nicht berücksichtigt, da sie von der Teilnahme am Deutschlandstipendium ausgeschlossen sind.

3.870 Studierende wurden 2018 in Bayern gefördert

2018 wurden in Bayern 3.870 Studierende mit dem seit 2011 vergebenen Deutschlandstipendium gefördert. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, studierten etwa zwei Drittel (64,8 Prozent) der so Geförderten an Universitäten. Knapp die Hälfte der Deutschlandstipendien (49,8 Prozent) wurde an Studentinnen vergeben.
Im Jahr 2018 erhielten 3.870 Studierende an Bayerns Hochschulen das Deutschlandstipendium. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, werden damit besonders begabte Studierende gefördert, wobei auch gesellschaftliches Engagement und persönliche Lebensumstände berücksichtigt werden. Derzeit gilt eine Höchstförderquote von 1,5 Prozent der Studierenden, was in Bayern etwa 5.750 Studierenden entspricht.

Beinahe drei Viertel (67,9 Prozent) der teilnahmeberechtigten Hochschulen in Bayern beteiligten sich 2018 am Deutschlandstipendium. Damit hatten 2018 90,0 Prozent aller Studierenden in Bayern die Möglichkeit, sich um die einkommensunabhängige Förderung zu bewerben.

An den teilnehmenden Hochschulen waren im Wintersemester 2018/19 insgesamt 353.257 Studierende immatrikuliert. Die Förderquote (Stipendienempfänger bezogen auf Studierende) entsprach mit 1,1 Prozent dem Vorjahreswert. Die Zahl der Deutschlandstipendiaten insgesamt nahm gegenüber 2017 um 8,1 Prozent zu.
Fast zwei Drittel (2.509 oder 64,8 Prozent) der je zur Hälfte vom Bund und privaten Mittelgebern wie Unternehmen, Stiftungen oder privaten Spendern finanzierten Stipendien von monatlich 300 Euro wurden von Universitäten vergeben, ein Drittel (1.135 oder 29,3 Prozent) von staatlichen Fachhochschulen.

An den drei größten bayerischen Hochschulen (Ludwig-Maximilians-Universität München, Technische Universität München, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) wurden 50,7 Prozent aller Deutschlandstipendien in Bayern vergeben. Im Wintersemester 2018/2019 waren an diesen Universitäten 36,7 Prozent aller Studierenden der teilnehmenden Hochschulen eingeschrieben.

Insgesamt wurden 49,8 Prozent der Stipendien in Bayern an Studentinnen vergeben. Der entsprechende Anteilswert lag an Universitäten mit 52,2 Prozent deutlich über dem an den staatlichen Fachhochschulen (42,0 Prozent). Die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Technik) waren für die Mittelgeber besonders attraktiv. 54,1 Prozent aller Stipendien erhielten Studierende, die in einem dieser Fächer eingeschrieben waren.

Zahl der geförderten Studierenden in Rheinland-Pfalz ist auf 1.200 gestiegen

Im Jahr 2018 erhielten in Rheinland-Pfalz rund 1.200 Studierende eine Förderung nach dem Stipendienprogrammgesetz (Deutschlandstipendium). Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, waren das 75 Stipendiatinnen und Stipendiaten bzw. sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit knapp 560 Studierenden war 2018 beinahe die Hälfte (48 Prozent) der geförderten Stipendiatinnen und Stipendiaten in einem MINT-Studiengang eingeschrieben, also einem mathematischen, natur- oder ingenieurswissenschaftlichen Studienfach. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahr. Weitere 34 Prozent der nach dem Stipendienprogrammgesetz geförderten Studierenden kommen aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Ziel ausgegeben, zwei Prozent aller Studierenden im Rahmen des Stipendienprogrammgesetzes zu fördern. In Rheinland-Pfalz haben 2018 ein Prozent aller Studierenden ein Deutschlandstipendium erhalten.

Da das Deutschlandstipendium jeweils hälftig vom Bund und von privaten Stiftern finanziert wird, kommen regionale und institutionelle Unterschiede durch die Fächerangebote der Hochschulen, die Ressourcen der Hochschulen zur Akquise der Förderer, die regionale Anzahl fördernder Betriebe, Institutionen und Privatpersonen sowie durch die finanziellen Fördermöglichkeiten bisheriger Stifterinnen und Stifter zustande.

Die meisten Stipendiatinnen und Stipendiaten in Rheinland-Pfalz waren an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (354) und der Technischen Universität Kaiserslautern (226) eingeschrieben. Den höchsten Anteil an Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten unter den Studierenden hatten die Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU) Vallendar (2,2 Prozent) und die Hochschule Mainz (1,9 Prozent). Damit erreichte die WHU als einzige rheinland-pfälzische Hochschule das Ziel des Bundesministeriums.

Die Zahlen stammen aus der Statistik zum Deutschlandstipendium. Im Rahmen der Erhebung werden bei den Hochschulen jährlich Eckdaten zu den Stipendiaten sowie zu den Mittelgeberinnen und Mittelgebern erfragt. Die Fächergruppierung wurde im Jahr 2015 verändert, wodurch eine Darstellung fachspezifischer Zeitreihen nicht möglich ist.

Zur Berechnung des Anteils der Stipendiaten an den Studierenden wurden die Studierendenzahlen des Wintersemesters 2018/19 aus den Schnellmeldungen zur Studierendenstatistik verwendet. Im Rahmen dieser Meldungen werden Eckdaten von den Hochschulen vorab als vorläufige Zahlen an das Statistische Landesamt geliefert.

Quelle: Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) vom 17.04.2019 / Bayerisches Landesamt für Statistik vom 09.04.2019 / Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz vom 10.04.2019

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