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Sozialpolitik / Digitalisierung und Medien

Caritas fordert gleichwertige Lebensverhältnisse auch im digitalen Raum

Eine Gruppe von Menschen hält sich Computer-Tablets vor das Gesicht. Darauf zu sehen sind anonyme Gesichter.
Bild: © PHOTOMORPHIC PTE. LTD. - Fotolia.com

Der Deutsche Caritasverband fordert dazu auf, die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse sowohl im analogen wie auch im digitalen Raum zu gewährleisten. Hierzu müsse die ungleiche Breitbandversorgung zügig behoben werden. Darüber hinaus sei es aber auch nötig, Menschen zum Umgang mit digitalen Anwendungen zu befähigen. In seinem Impulspapier „Sozial braucht digital" macht der Wohlfahrtsverband konkrete Vorschläge für eine Umsetzung vor Ort.

„Wir brauchen gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen Deutschlands, um allen Bürgerinnen und Bürgern gleichermaßen Teilhabe am sozialen und wirtschaftlichen Leben zu ermöglichen“, betont Caritas-Präsident Peter Neher anlässlich des im Kabinett vorgelegten Berichts der Regierungskommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse".

Vereinzelung entgegen treten und Zusammenhalt fördern

Im Zentrum der politischen Überlegungen stehe bisher vor allem die Frage, wie eine entsprechende Infrastruktur, beispielsweise zur Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, sichergestellt werden kann. „Diese primär wirtschaftliche Perspektive greift zu kurz", so Neher. „Was wir ebenso dringend brauchen sind Orte der Begegnung und des Austauschs, um der Vereinzelung vieler Menschen entgegen zu treten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern". Dass es hier großen Bedarf gebe, zeigen die Erfahrungen professioneller ambulanter Pflegedienste ebenso wie die ehrenamtlicher caritativer Besuchsdienste.

Gleichwertige Lebensverhältnisse auch im hybriden Sozialraum

Um gleichwertige Lebensverhältnisse in einem umfassenden Sinn sicherzustellen, fordert der Deutsche Caritasverband  eine Förderung der sozialen Infrastruktur: von Angeboten der Daseinsvorsorge ebenso wie von institutionellen Rahmenbedingungen, die sozialen Ausgleich, soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit stärken. Zudem ist es aus Sicht des Deutschen Caritasverbandes zwingend erforderlich, die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse unter den Vorzeichen der digitalen Transformation auch im hybriden Sozialraum zu gewährleisten. Dazu gehört nicht nur, die ungleiche Breitbandversorgung zügig zu beheben. Dazu gehört ganz wesentlich, Menschen zur Nutzung und zum Umgang mit digitalen Modulen gleichmäßig zu befähigen. Wenn beispielsweise zunehmend mehr Vorgänge der öffentlichen Verwaltung online erledigt werden sollen, brauchen alle Menschen die Zugänge - Fähigkeiten und das Wissen -  um dem entsprechen zu können.

Menschen zum Umgang mit digitalen Angeboten schulen

„Gleichwertige Lebensverhältnisse für alle Menschen in diesem Land zu erreichen, erfordert das Zusammenspiel analoger und digitaler Entwicklungen. Wir brauchen eine ausgebaute Infrastruktur der Daseinsvorsorge in den Dörfern, Regionen und Städten. Und wir brauchen Angebote und Wissensvermittlung für digital abgehängte oder wenig affine Menschen, damit diese sich im digitalen Raum sicher und kundig bewegen können", so Neher.

Vorschläge zur Umsetzung und Angebote der Caritas vor Ort finden sich im Impulspapier „Sozial braucht digital - für gleichwertige Lebensverhältnisse in der digitalen Gesellschaft (PDF, 62 KB)" . Weitere Informationen zur gleichlautenden Caritas-Kampagne finden sich unter www.sozialbrauchtdigital.de. 

Zu den Vorschlägen und beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung stehen weitere Informationen in der Berichterstattung auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung.

Quelle: Deutscher Caritasverband e.V. vom 10.07.2019

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