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Sozialpolitik / Jugendsozialarbeit

Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung in BW legt Maßnahmen bis 2022 fest

Ein Lehrer erklärt Jugendlichen in der Berufsausbildung etwas an der Schalttafel.
Bild: © industrieblick - fotolia.com

Das Bündnis hat sich bereits in den vergangenen Jahren zu einer Plattform des kontinuierlichen Dialogs für eine leistungsfähige berufliche Ausbildung entwickelt. Schon in den Jahren 2015 bis 2018 wurden gemeinsam Maßnahmen ergriffen, um die berufliche Ausbildung zu stärken. Nun wurde die weitere Zusammenarbeit bis 2022 beschlossen und neue Schwerpunkte festgelegt.

„Wir wollen eine moderne und zukunftsfeste Ausbildung. Dafür hat Baden-Württemberg gute Voraussetzungen. Und die Arbeit unseres Ausbildungsbündnisses Baden-Württemberg hat in den vergangen Jahren bereits entscheidend hierzu beigetragen“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann am 24. Mai 2019 in Stuttgart anlässlich der Unterzeichnung des neuen „Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenachwuchses 2019-2022“. „Gemeinsam schmieden die Partner ein neues Bündnis für die Zukunft unserer Jugend, unserer Unternehmen und damit unseres ganzen Landes. Denn eine Ausbildung ist eine gleichwertige Alternative zum Studium, die viele Möglichkeiten eröffnet. Mit Verdienstmöglichkeiten, die sich in vielen Fällen mit denen eines Akademikers messen können.“

Übergang Schule-Beruf neu gestalten

„Fachkräftesicherung und Digitalisierung zählen derzeit zu den Top-Themen der Südwestwirtschaft. Wir müssen die Chancen der Digitalisierung in der Berufsausbildung noch stärker nutzen. Denn nur wenn die Fachkräfte von morgen auch die entsprechenden Qualifikationen mitbringen, kann unseren Unternehmen die digitale Transformation erfolgreich gelingen“, erklärte die Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Außerdem muss es uns gelingen, dass mehr Jugendliche nach der Schule direkt eine Berufsausbildung beginnen.“ Die erfolgreiche Neugestaltung des Übergangs Schule-Beruf solle deshalb auf zusätzliche Regionen im Land ausgeweitet werden, kündigte Dr. Hoffmeister-Kraut an. „Unsere Unternehmen brauchen dringend Fachkräftenachwuchs. Dazu tragen wir mit dem neuen Ausbildungsbündnis bei.“

Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung

„Mit der Verlängerung des Bündnisses wollen wir die duale Ausbildung künftig noch attraktiver machen und den Jugendlichen im Land weitere berufliche Möglichkeiten aufzeigen. Die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung soll in Zukunft für alle Jugendlichen und deren Eltern wieder eine Selbstverständlichkeit sein“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann. Dabei freut sie sich über die bisherigen Erfolge des Bündnisses: „Seit dem Start des Bündnis haben wir die berufliche Orientierung an den Schulen wesentlich gestärkt, unter anderem mit dem Schulfach ‚Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung‘ sowie dem Tag der beruflichen Orientierung. Unsere Bemühungen zeigen Erfolge: Seit 2015 ist die Zahl der Ausbildungsverträge um 2,8 Prozent gestiegen. Dies zeigt ganz deutlich, dass wir dem gesellschaftlichen Trend zum Studium etwas entgegensetzen können. Hier setzt das Bündnis an und hier wollen wir weitermachen.“

Zahl der ausbildungsinteressierten Jugendlichen ist in BW stabil

Das System der beruflichen Bildung ist für Deutschland und Baden-Württemberg von großer Bedeutung. Es ist am Bedarf der Wirtschaft orientiert und stellt sicher, dass die Ausbildungsberufe laufend an den technologischen Fortschritt und den wirtschaftlichen Strukturwandel angepasst werden können. Die Zahl der ausbildungsinteressierten Jugendlichen liegt im Land seit Jahren stabil bei über 105.000 Personen jährlich. Auch in der neuen Bündnisperiode von 2019 bis 2022 wollen die Bündnispartner die Berufsausbildung zukunftsfest, integrativ und inklusiv gestalten, die hohe Attraktivität der beruflichen Ausbildung sichern sowie die Qualität der beruflichen Ausbildung weiter fördern.

Maßnahmen des neuen Bündnisses

Für die kommenden Jahre hat das neue Bündnis drei zentrale wirtschafts- und gesellschaftspolitische Herausforderungen erkannt: die digitale Transformation der Wirtschaft, die Attraktivität der beruflichen Ausbildung und deren Gleichwertigkeit mit der akademischen Bildung sowie eine bessere Passung von Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt. Die Partner des neuen Ausbildungsbündnisses haben sich dabei auf sieben Themenschwerpunkte verständigt, die jeweils mit verschiedenen Maßnahmen konkretisiert werden:

  • Berufsausbildung 4.0 umsetzen
  • Qualität der Berufsausbildung stärken
  • Mehr junge Menschen für die Berufsausbildung gewinnen
  • Chancen der Berufsausbildung aufzeigen
  • Berufliche Orientierung systematisch umsetzen
  • Neugestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf flächendeckend ausbauen
  • Passgenaue Unterstützung zur Berufsausbildung anbieten

Bilanz der vergangenen Jahre

Das Bündnis hat sich bereits in den vergangenen Jahren zu einer Plattform des kontinuierlichen Dialogs für eine leistungsfähige berufliche Ausbildung entwickelt. Schon in den Jahren 2015 bis 2018 wurden gemeinsam Maßnahmen ergriffen, um die berufliche Ausbildung zu stärken. Das ehrgeizige Ziel, das gemeinsam erarbeitete Reformkonzept für den Übergang Schule-Beruf in der Hälfte aller Stadt- und Landkreise umzusetzen, konnte weitestgehend erreicht werden. Mit dem gemeinsam erarbeiteten „Landeskonzept Berufliche Orientierung Baden-Württemberg“ wurde die systematische Berufliche Orientierung in Baden-Württemberg fest im Schulalltag verankert. Der hohen Zuwanderung im Jahre 2015 trugen die Partner des Ausbildungsbündnisses schon frühzeitig Rechnung. So wurde eine Reihe von Maßnahmen vereinbart, die zur erfolgreichen Integration beigetragen haben.

Informationen zum „Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenachwuchses 2019-2022“ (PDF 3,8 MB) sowie der Gesamtbilanz des „Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenachwuchsen 2015-2018“ (PDF 491KB) finden sich auf der Webseite des baden-württembergischen Arbeitsministeriums.

Hintergrund

Die Vereinbarung wurde seitens der Landesregierung unterzeichnet von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, der Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Dr. Susanne Eisenmann, der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer und dem Minister für Soziales und Integration Manne Lucha. Zudem unterschrieben die Vizepräsidentin des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags Marjoke Breuning, der Präsident der Arbeitgeber Baden-Württemberg Dr. Rainer Dulger, der Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstags Rainer Reichhold, der Vorstand des Landesverbands der Freien Berufe Baden-Württemberg Dr. Torsten Tomppert, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Baden-Württemberg Martin Kunzmann, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit Christian Rauch, der Präsident des Städtetags Baden-Württemberg Dr. Peter Kurz, der Präsident des Landkreistages Baden-Württemberg Joachim Walter und vom Gemeindetag Baden-Württemberg Harald Burkhart.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg vom 24.05.2019

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