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Duale Berufsausbildung

Bündnis appelliert an junge Menschen und Betriebe

Zwei Männer mit Notizen und Laptop besprechen sich an einem Tisch
Bild: Linkedin Sales Navigator - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Pandemiebedingt konnte die Berufsorientierung in Niedersachsen nur eingeschränkt stattfinden. Das belastet junge Ausbildungssuchende ebenso wie die Wirtschaft, denn ohne Ausbildung gibt es in Zukunft keine Fachkräfte. Aus diesem Grund wirbt das Bündnis Duale Berufsausbildung (BDB) nachdrücklich bei Betrieben und Jugendlichen dafür, jetzt aktiv Ausbildungsplanungen und -entscheidungen zu konkretisieren.

Zwar planen die meisten niedersächsischen Unternehmen leicht über dem Vorjahresniveau auszubilden, nicht wenige haben sich wegen der unklaren Öffnungsperspektiven aber noch nicht entschieden. Und die Lage bei den Bewerbern ist vergleichbar: Viele haben sich erst wenig um ihre Bewerbung um einen Ausbildungsplatz gekümmert.

Gemeinsam haben Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne, die Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen Maike Bielfeldt und Johannes Pfeiffer, Leiter der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit mit dem Slogan „Ausbildung 2021 – jetzt durchstarten!“ auch auf diverse Beratungsangebote und Fördermöglichkeiten im Ausbildungsbereich hingewiesen.

„Das Ausbildungsjahr 2021 darf durch die Corona-Pandemie weder für die Jugendlichen noch für die Betriebe im Hinblick auf den Fachkräftebedarf verloren gehen. Daher gilt es, die bestehenden Strukturen der Partner der dualen Berufsausbildung zu unterstützen. Jugendlichen und deren Erziehungsberechtigten wollen wir die vielfältigen Perspektiven und Möglichkeiten der dualen Berufsausbildung näherbringen und eröffnen“, erklärte dazu Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne.

Lücke zwischen Ausbildungsbetrieb und jungen Leuten durch digitale Angebote schließen

Hauptanliegen ist dabei aktuell, Jugendliche und Betriebe zusammenzuführen. Koordiniert durch das Niedersächsische Kultusministerium haben die beteiligten Kammern, Verbände, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit dazu ihre Angebote zur Berufsausbildung auf einem Portal gebündelt. Es bietet allen Jugendlichen, die in diesem Jahr unter erschwerten Bedingungen beruflicher Orientierung einen passenden Ausbildungsplatz suchen, eine passgenaue Weiterleitung zu ihrem potentiellen Ausbildungsplatz. Die niedersächsischen IHKs werden dieses Angebot mit einer eigenen Social-Media-Kampagne „Moin Future. Eine Ausbildung machen. Alles werden.“ ergänzen, um junge Leute über diesen Weg für die Ausbildung zu interessieren.

„Die Mehrheit der Betriebe sehen den fehlenden Zugang zu Bewerbern und die erschwerte Berufsorientierung als aktuell größte Herausforderungen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen“ erklärt IHKN-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt. „Als Partner des Bündnisses Duale Berufsausbildung und mit einer Vielzahl von Aktionen und Aktivitäten machen sich die niedersächsischen IHKs aktuell mehr denn je dafür stark, Brücken zwischen Ausbildungsbetrieben und Jugendlichen, die sich noch nicht für eine Berufsausbildung entschieden haben, zu bauen“, fügt sie an.

„Woche der beruflichen Bildung“ als Impulsgeber zur Berufsorientierung

Um die Berufsorientierung in den Schulen zu fördern, wurde vom 22. bis 26. März die „Woche der beruflichen Bildung“ digital umgesetzt. Die Aktionswoche zeigte Schülerinnen und Schülern Chancen und Möglichkeiten auf, wie sie ihre berufliche Zukunft gestalten können. Die niedersächsischen IHKs beispielsweise unterstützten diese Veranstaltungsreihe auch in diesem Jahr mit zahlreichen regionalen Projekten, Best-Practice-Beispielen und bewährten Konzepten zur Berufsorientierung.

„Aktionsplan Ausbildung“

Mit einem „Aktionsplan Ausbildung“ für Niedersachsen sichert die Landesregierung bestehende Ausbildungsplätze und fördert neue Ausbildungsverträge. 18 Millionen Euro hat das Land über den zweiten Nachtragshaushalt 2020 dafür bereitgestellt. Diese Mittel ergänzen die Regelangebote der Agenturen für Arbeit und die Maßnahmen des Bundes und der zuständigen Stellen.

Unterstützung für Jugendliche, Eltern und Unternehmen

Jugendliche und ihre Eltern haben rund um die Ausbildung viele Fragen. Antworten finden sie in rund 160 Angeboten, die die Agenturen für Arbeit und Jobcenter auf die Beine gestellt haben. Sie sind auf den Webseiten der Arbeitsagenturen zu finden. Vor allem an Unternehmen richtet sich eine Online-Serie der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, wie ihr Chef Johannes Pfeiffer erläutert: „Wir diskutieren mit Gästen aus unterschiedlichen Fachgebieten, wie Betriebe heute Auszubildende finden, geben Tipps zu Online-Bewerbungsgesprächen und erläutern die Fördermöglichkeiten, die Betriebe in Anspruch nehmen können. Wir ziehen an einem Strang, damit die Ausbildung gelingt.“

Mit dem Bündnis Duale Berufsausbildung (BDB) ist 2014 ein Gremium der beruflichen Bildung entstanden, das wertvolle, konstruktive Vorschläge zur Stärkung der Berufsausbildung erarbeitet. Am BDB beteiligen sich die für die berufliche Bildung auf Landesebene engagierten Organisationen und Verbände wie die Sozialpartner (Verbände der Arbeitgeber und Gewerkschaften), die Kammern, die kommunalen Spitzenverbände, die Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen der Bundesagentur für Arbeit sowie die zuständigen Ministerien der Landesregierung. Ziel ist die Stärkung der dualen Berufsausbildung in Niedersachsen. Das BDB ist Bestandteil der Fachkräfteinitiative Niedersachsen.

Quelle: Niedersächsisches Kultusministerium vom 19.03.2021